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17.10.2017

 

 

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Australiens Bier-Szene

Bier-Hotspots, spannende Events und Einblicke vom Stevan Paul

Am 4. August heißt es zum internationalen Tag des Bieres auf der ganzen Welt „Prost!“, „Cheers!“ und „Bottoms up!“. In Deutschland gehört Bier seit jeher zum Kulturgut – nicht umsonst gibt es auch einen eigenen, nationalen Tag des Bieres. Doch auch andere Länder zelebrieren die Braukunst und setzen neue Trends in der Bierszene – wie beispielsweise Australien.
 
Der boomende Craft Beer-Trend sorgt in Deutschland wie auch in Down Under für eine stetig wachsende Anzahl neuer Brauereien, die den Markt mit kreativen und unkonventionellen Biersorten beleben. Die Zahl der Craft Beer-Brauereien hat sich in Australien in den vergangenen fünf Jahren von 200 auf 400 sogar verdoppelt. Neben vorzüglichem Pale Ale, IPA, Stout, Porter und Smoke Beer entstehen in der bunten und mutigen Szene auch etliche ungewöhnliche Bier-Variationen.

Oder hätten Sie gedacht, dass man aus Austern Bier brauen kann? Die tasmanische Two Metre Tall Brauerei, die bereits mit dem Spitzen-Restaurant Noma Australia zusammenarbeitete, nutzt für sein Dark Ale „Seven Years at Sea“ Austern aus eigener Aufzucht. Auch die Nomad Brewing Co. aus New South Wales schwört auf lokale Produkte, darunter traditionelle Zutaten, die nur in Australien zu bekommen sind: Für das Jet Lag IPA verwenden die „Bier-Nomaden“ unter anderem die australische Fingerlimette, das Long Trip Saison hingegen wird mit Kaffeebohnen, Akaziensamen und tasmanischem Pfeffer gebraut.

Die Hotspots der australischen Craft Beer-Revolution


Inzwischen findet sich in fast jeder größeren Stadt Australiens eine eigene Craft Beer-Szene mit zahlreichen Bars, Brauereien und Events. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der Top-Hotspots, in denen Sie die facettenreiche Geschmackswelt des australischen Craft Beers genießen und sich durch die verschiedenen Sorten probieren können.

Der innere Westen von Sydney, zu dem die Vororte Newtown, Marrickville und Camperdown gehören, überrascht mit gut gefüllten Bars in versteckten Seitenstraßen. Mikrobrauereien schenken hier ihre vielseitigen und teils preisgekrönten Biere aus, wie zum Beispiel Young Henrys in Newtown. Als Zusammenschluss des Young Henrys und fünf weiteren Mikrobrauereien aus der Nachbarschaft will die Inner West Brewery Association (IWBA) den „Bier-Tourismus“ fördern und plant für Anfang 2018 bereits ein eigenes Event: das Inner West Beer Fest.

Auch in Melbourne liebt man Craft Beer inzwischen fast so sehr wie Kaffee. Im Stadtteil Brunswick eröffnete im März beispielsweise das Thunder Road Brewhouse, in dem man limitierte Sorten wie das Smoke House Lager oder andere Craft Biere direkt inmitten der silbern glänzenden Braukessel genießt. In der Moon Dog Brewery versucht man die Leidenschaften für Craft Beer und Kaffee sogar zu vereinen: das Cold War Drip soll nach Kaffee und Zigaretten schmecken – und ist mit seiner rauchigen Kaffeenote tatsächlich köstlich! Die größte Auswahl an teilweise wechselnden australischen und internationalen Bieren bekommt man im Foresters: 32 Sorten werden hier vom Fass gezapft.

Die am schnellsten wachsende Region für Craft Beer-Brauereien findet sich jedoch in Western Australia. Margaret River, eigentlich bekannt für seine vorzüglichen Weinanbaugebiete, ist inzwischen auch für Bier-Liebhaber das ideale Reiseziel. In der Colonial Brewing Co. werden neben klassischen IPAs und Fassbieren auch außergewöhnliche Biere wie nussiges Pale Ale oder mit Zitrusfrüchten aromatisiertes Witbier angeboten. Die ganze Bier-Vielfalt von Margaret River erlebt man am besten auf einer Tasting Tour durch die Region.

Die Prancing Pony Brewery bei Adelaide, South Australia, ist eine der Erfolgsgeschichten der australischen Craft Beer-Szene. Anders als die meisten Brauereien nutzt Brauer Frank Samson Feuer zur Herstellung seines Bieres, eine altertümliche Methode aus Europa. Sein Indian Red Ale wurde 2016 bei der International Beer Challenge in London als „Supreme Champion Beer“ ausgezeichnet.

Von Donut und Bier Festival bis Bierdosen-Regatta
 
Mit zunehmender Beliebtheit von Craft Beer aus Mikrobrauereien und Biermanufakturen in ganz Australien hat sich auch das Angebot an Bier- und Craft Beer-Festivals vergrößert. Inzwischen hat fast jede australische Großstadt eine eigene Craft Beer Week.

Dort werden nicht nur einige der besten Biersorten des Landes serviert; Sie können auch die Erzeuger hinter manchen Marken kennenlernen und sich informieren, wann und wo das jeweilige Bier gebraut wird. Neben diesen Craft Beer-Wochen finden in den kommenden Monaten auch zahlreiche andere Events rund ums Bier statt:

• Gleich zwei kulinarische Genüsse vereint das Donut Fest, Australiens einziges Beer & Donut Festival, das Ende August bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr in Melbourne, Victoria, stattfindet.

• Während der Sydney Craft Beer Week (New South Wales) im Oktober finden in 75 verschiedenen Locations Events rund um Bier und Cider statt.

• Die besten Brauereien, Pubs, Spirituosenhandlungen und Restaurants von Queensland stellen sich im November im Rahmen der Queensland Beer Week vor, bei der es zahlreiche Meisterklassen und Verkostungen geben wird.

• Jedes Jahr im Januar präsentiert Tasmaniens Beer Lovers Week direkt am Wasser nicht nur die Schönheiten des Hafens von Hobart, sondern stellt auch die Biere und Cider lokaler und internationaler Mikrobrauereien sowie lokale tasmanische Köstlichkeiten vor.

• Zur WA Beer Week finden im November rund um Perth, Fremantle und in weiteren Regionen Western Australias eine Woche lang Veranstaltungen zum Thema Bier statt.

• In Victoria ist Bier im Mai 2018 für eine Woche das Thema Nummer Eins, wenn der ganze Bundesstaat seine Good Beer Week feiert.

Einige Events zeigen auch anschaulich, wie verrückt Australien nach Bier ist: Bei der Darwin Beer Can Regatta etwa treten Teams aus jeweils vier Teilnehmern mit aus Bierdosen gebastelten Booten gegeneinander an – der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Dass die Australier auch für die deutsche Bierkultur zu begeistern sind, zeigt sich passend zum Oktoberfest im September: Dann findet das alljährliche Dackelrennen des Hophaus in Melbourne statt.

Experte Stevan Paul gibt Einblicke in Australiens Craft Beer-Szene
   
Für die kulinarischen Reiseberichte seines Blogs „Nutriculinary“ ist Stevan Paul, Koch, Autor und Craft Beer-Liebhaber aus Hamburg, bereits um die halbe Welt gereist. Auf seiner Reise nach Australien besuchte er die Feral Brewery im ländlichen Swan Valley, Western Australia.
 
Die Eindrücke, die er in Australien sammelte, ließ Stevan Paul auch in sein Craft Beer Kochbuch einfließen. Hierin zeigt er mit kreativen Rezepten, dass Bier mehr ist als nur ein Getränk. Uns hat er erzählt, wie er die australische Bierszene vor Ort erlebt hat.

Was ist für Sie das Besondere an australischem Craft Beer?
Stevan Paul:
Australien hat eine gewachsene Craft Beer-Tradition, sie ist geprägt von der den Australiern eigenen Freigeistigkeit, gepaart mit schier grenzenloser Experimentierfreude. Im australischen Craft Beer vereinen sich das Wissen um die Herstellung traditioneller Biere des alten Europas, mit einer weltoffenen Einstellung und der Lust, Neues zu schaffen. Beispielhaft dafür das Watermelon-Beer, dass ich bei meinem Besuch der Feral Brewery im Swan Valley, nahe Perth kosten durfte: da wird eine klassisch gebraute, typisch feinperlige Berliner Weiße (!) mal eben noch mit Wassermelonen-Fruchtfleisch fermentiert und darf auch kurz im Chardonnay-Holzfass reifen. Ein frischer, vielschichtiger und komplexer Genuss – made in Australia!

Wie würden Sie die Craft Beer-Szene in Australien beschreiben und was macht diesen Trend aus?
Stevan Paul:
Die Craft Beer-Szene Australiens ist im Schatten weniger, den Markt beherrschender Großbrauereien gewachsen, angetrieben vom Wunsch nach mehr Vielfalt, nach echtem Geschmack, statt geschmacklicher Gleichschaltung. Heute ist die Szene lebendig und die bunte Bewegung lässt sich vor allem an touristischen Hot Spots und in den größeren Städten, in den Brauereien selbst, in Bars, Lokalen, Restaurants und auf örtlichen Festivals erleben und erschmecken. Dabei spürt man auch diesen besonderen Spirit, der die australische Gastronomie ganz allgemein prägt: es gibt kein Konkurrenzdenken, alles ist ein großes Miteinander und man empfiehlt gerne auch noch das Bier der befreundeten Brauerei nebenan und auch das tolle Restaurant der Kollegen um die Ecke, mit großer Selbstverständlichkeit.

Welche Inspirationen haben Sie für sich aus Australien mitgenommen?
Stevan Paul:
Australiens Köche, Produzenten und Gastgeber lehren, dass echter Geschmack keine Schubladen benötigt, beste Produkte und die Lust am Kochen reichen völlig. Ich habe Australien als kulinarisch unglaublich reiches Land erlebt, mit besten Produkten und Menschen, die sich diesem Reichtum bewusst sind, Einflüsse und Traditionen pflegen, zusammenführen und weiter entwickeln. Das macht Australiens Küche so kreativ, vielfältig und, ja – einzigartig!

Foto: Tourism Queensland

 


Veröffentlicht am: 04.08.2017

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