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Wirtschafts-News vom 4. September 2017

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Zwei von drei Bundesbürgern würden ihrer Krankenkasse persönliche Daten für Beratungszwecke freigeben.  Die Voraussetzungen sind eine anonymisierte Verarbeitung und die Einhaltung aller Datenschutzregeln. Davon versprechen sich die Versicherten nicht nur eine bessere individuelle Gesundheitsversorgung, sondern Vorteile für das gesamte Gesundheitssystem. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Studie "Zukunft der Gesundheitsversorgung", die im Auftrag der Krankenkasse pronova BKK im Juni 2017 durchgeführt wurde.

Mit dem Gesundheitssystem in Deutschland ist die Mehrheit der Bundesbürgerinnen und -bürger sehr zufrieden. Mehr als drei von vier der in der Studie befragten Deutschen halten es für weltweit führend. Der Service der Krankenkassen ist aus ihrer Sicht allerdings ausbaufähig. Zwar bescheinigen die Studienteilnehmer den Kassen nach den Ärzten den besten Überblick über das gesamte Gesundheitssystem. Dennoch beschränkt sich die Rolle der Krankenkassen bisher auf das reine Bewilligen und Abrechnen medizinischer Leistungen. Die Versicherten wünschen sich mehr Beratung von ihrer Krankenkasse. 77 Prozent der Befragten geben in der Studie an, dass ihnen ein Beratungsangebot vor Ort wichtig ist.  Noch deutlich mehr Versicherte würden sich aber beraten lassen, wenn die Krankenkassen dabei Informationen über ihre Versicherten nutzen dürften, die ihnen sowieso bereits vorliegen (88 Prozent). Dies ist derzeit vom Gesetzgeber nicht erlaubt, selbst dann nicht, wenn die Daten anonymisiert verarbeitet werden.

Zwei von drei Befragten sprechen sich daher für eine Aufhebung dieses Verbotes aus, sofern geltende Datenschutzregeln eingehalten werden. Ebenso viele vertrauen ihrer Krankenkasse in punkto Datenschutz.

"Das Ja zur Datenfreigabe ist ein klares Statement der Versicherten. Sie wünschen sich eine aktivere Rolle der Krankenkassen im Gesundheitssystem, insbesondere durch persönliche Beratung", sagt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK. "Es liegt in der Hand des Gesetzgebers, dafür die nötigen Voraussetzungen zu schaffen."

Das größte Interesse haben die Teilnehmer der Studie zur Zukunft der Gesundheitsversorgung an einer Beratung zu konkreten Leistungen ihrer Krankenkasse sowie medizinischen Behandlungsmethoden. 40 Prozent der Befragten wären auch an passgenauen Informationen zu gesundheitlicher Vorsorge interessiert, zum Beispiel zu Kursangeboten. Könnten für diese Beratungsthemen Versichertendaten, beispielsweise zu Krankheitsverläufen, genutzt werden, würde das Gesundheitssystem aus Sicht von 78 Prozent der Befragten davon deutlich profitieren. 

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
www.was-audio.de/aanews/News20170904_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 04.09.2017

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