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MODIGLIANI in der Tate Modern

Allein zehn Akte werden gezeigt

In diesem Herbst wird die Tate Modern die umfangreichste Ausstellung über Modigliani zeigen, die je in Großbritannien zu sehen war. Sie präsentiert seine wichtigsten Porträts und Skulpturen und die größte Gruppe von Aktdarstellungen, die je in diesem Land gezeigt wurde.

Obwohl er tragisch jung gestorben ist, war Amedeo Modigliani (1884 -1920) ein bahnbrechender Künstler, der die Grenzen des damaligen Kunstverständnisses überschritt. Mit rund 100 Werken will die Ausstellung ein neues Licht auf den bekannten Künstler und die Entwicklung seiner Bildsprache werfen, die ihn zu einem der größten Künstler des 20. Jahrhunderts gemacht hat.

Zu den Highlights der Ausstellung gehört die Abteilung, die den Aktbildern gewidmet ist, die zweifellos zu den bekanntesten und provokativsten Arbeiten seines Gesamtwerks zählen. Sie stellen eindrucksvolle und neue Kompositionen dar, die die figurative Malerei erneuerten. Seine Darstellungen waren ebenso explizit wie umstritten. So wurde seine in der Berthe Weill's Gallery organisierte einzige Solo-Show, die ihm zu Lebzeiten gewidmet wurde, von der Polizei wegen Anstößigkeit zensiert.

Die zehn ausgestellten Akte sind die größte Gruppe an Nacktmalereien, die jemals in Großbritannien präsentiert wurde. Unter den Exponaten befinden sich «Sitzende nackte Frau» aus dem Jahr 1917 (Königliches Museum der Schönen Künste, Antwerpen) und «Liegende nackte Frau» (Museum of Modern Art, New York), das um 1919 entstanden ist.

Modigliani wurde in Livorno, Italien, geboren und lebte ab 1906 in Paris. Seine Karriere zeichnet sich durch eine kontinuierliche Entwicklung aus. Die Ausstellung beginnt mit der Ankunft des Künstlers in Paris und illustriert sein kreatives Umfeld und die Elemente der Volkskultur, die für sein Leben und seine Arbeit von zentraler Bedeutung waren. Modigliani begann unter dem Einfluss der Kunst von Paul Cézanne, Henri Toulouse-Lautrec und Pablo Picasso zu experimentieren und seinen eigenen unverwechselbaren Stil zu entwickeln, der in frühen Bildern wie «Büste einer jungen Frau» aus dem Jahr 1908 (Lille Métropole Musée d'Art Moderne, Villeneuve-d'Ascq) und «Der Bettler von Livorno»aus dem Jahr 1909 (Privatsammlung) zu erkennen ist.

Zu seinem Freundeskreis gehörten Dichter, Kunsthändler, Schriftsteller und Musiker, von denen viele für seine Porträts Modell standen wie «Diego Rivera» 1914 (Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf), «Juan Gris» 1915 (Metropolitan Museum of Art, New York) und «Jean Cocteau» 1916 (The Henry und Rose Pearlman Foundation, Princeton University Art Museum). Die Ausstellung wird auch einen neuen Blick auf die Rolle der Frau in der Kunst Modiglianis werfen. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Dichterin und Schriftstellerin Beatrice Hastings gelegt. Hastings wird nicht nur als seine Muse in den Mittelpunkt gerückt, sondern auch als wichtige Figur der  Kulturszene ihrer Zeit.

Die Werkschau wird auch weniger bekannte Arbeiten präsentieren, bei denen es sich vor allem um Skulpturen handelt. So wird eine wesentliche Gruppe seiner «Köpfe» zu sehen sein, die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden ist. Trotz Krankheit und Armut widmete er sich unter dem Einfluss von Zeitgenossen und Freunden, darunter Constantin Brâncuşi und Jacob Epstein, kurz aber intensiv der Bildhauerei. Aus gesundheitlichen Gründen verließ Modigliani im Jahr 1918 Paris und hielt sich eine Zeit lang in Südfrankreich auf. Hier wurde seine Farbpalette bunter und heller und statt seiner üblichen Modelle, begann er Bauern und Kinder aus der Umgebung zu malen wie die «Junge Frau aus dem Volk» 1918 (Los Angeles County Museum of Art) und «Junge mit blauer Jacke» 1919 (Indianapolis Museum of Art).

Die Ausstellung wird mit einigen von Modiglianis bekanntesten Darstellungen aus seinem engsten Umfeld abschließen. Sein Leben war sehr bewegt. Freunde und Liebhaberinnen unterstützten ihn finanziell und moralisch und dienten ihm gleichzeitig als Modell. Dazu gehörten sein Kunsthändler und Freund Léopold Zborowski, dessen Lebensgefährtin Hanka sowie Jeanne Hébuterne, die Mutter von Modiglianis Kind und eine der bedeutendsten Frauen in seinem Leben. Als Modigliani 1920 an den Folgen der tuberkulösen Meningitis starb, nahm sich Jeanne das Leben. Die Tate Modern wird mehrere bedeutende Porträts von ihr präsentieren, die Modgliani in seinen letzten Schaffensjahren entworfen hat. Sie zeigen sie als junges Mädchen und Mutter und sind Leihgaben internationaler Museen wie des Philadelphia Museum of Art und des Metropolitan Museum of Art, New York.

«Modigliani» wird von Nancy Ireson kuratiert, Kuratorin für internationale Kunst der Tate Modern, sowie von Simonetta Fraquelli, unabhängige Kuratorin, und Emma Lewis, assistierende Kuratorin. Die Besucher werden in den Genuss einer neuen Erfahrung kommen. Der virtuelle Reality-Erlebnisraum wird sie in die Welt des Künstlers eintauchen und ihnen seine Kunst und sein Leben näher bringen.

Die Ausstellung wird von einem vollständig illustrierten Katalog der Tate Publishing begleitet sowie von einer Reihe von Veranstaltungen in der Galerie.

MODIGLIANI
23. November 2017 – 2. April 2018
Tate Modern
+44(0)20 7887 8888
visit tate.org.uk
@Tate #Modigliani

Erwachsene: £18.50 (ohne freiwillige Spende £16.80). Ermäßigter Tarif: £16.50 (ohne freiwillige Spende £15)
Täglich geöffnet von 10:00 – 18:00 Uhr, freitags und samstags bis 22:00 Uhr

 


Veröffentlicht am: 18.09.2017

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