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Morgengruß von Helmut Harff: Arm und krank?

Gesundheit muss man sich leisten können

Es gibt so Plattitüden, die ich nicht mehr hören kann. Dazu gehört, dass wir das wahrscheinlich beste Gesundheitssystem der Welt haben. Dazu gehört auch, dass wir kein Zweiklassen-Gesundheitssystem haben. Das erste mag stimmen – ich kenne die anderen Systeme nicht gut genug – bei der zweiten Aussage kommt mir der kalte Kaffee hoch.

Nein, ich meine nicht, dass viele gesetzlich krankenversichert sind und andere sich für die private Krankenversicherung entschieden haben. Die privat versichert sind bewundere ich. Sie wissen beim Abschluss ihres Versicherungsvertrages, dass sie die hohen Beiträge auch noch in 20, 30 Jahren zahlen können. Wie bekannt, ist ein Wechsel von der privaten in die gesetzlichen Kasse nur schwer möglich.

Doch das sind ja nur wenige. Viele der gesetzlich Versicherten, die finanziell gerade so über die Runden kommen sind die, die auch oder gerade medizinisch abgehangen sind. Wer sich je eine Brille machen ließ, der weiß wie teuer eine gute Brille ist. Dabei meine ich gar nicht die Gestelle sondern die Gläser. Ohne gute Gläser leiden aber die Augen. Noch teurer werden neue Zähne, ob man sich für den vergleichsweise weniger preisintensiven herausnehmbaren Zahnersatz oder für die teuren Implantate entscheidet. Arme Menschen können sich beides nur unter massivsten Entbehrungen leisten. Doch mit schlechten Zähnen und halb blind (oder hässlicher Brille) sinken die Chancen auf einen vernünftigen und gut bezahlten Job gegen null.

Doch das ist ja noch längst nicht alles. Ich brauchte gerade eine kleine Schuh-Einlage. Die zahlt die Krankenkasse selbstverständlich nicht. Ich musste gut 25 Euro bezahlen. Das sind fast zwei Hartz-4-Tagesätze. Der liegt bei 13,60 Euro. Will also ein Langzeitarbeitsloser schmerzfrei laufen, muss er wohl zwei Tage hungern. Das ist nur ein Beispiel. Jeder weiß, wie oft man eine ärztliche Verordnung bekommt, für die man dann in der Apotheke zahlen muss. Da sind 10, 20 oder mehr Euro nichts. Ich will hier gar nicht von Massagen, Akkupunktur und ähnlichem reden.

Am schlimmsten finde ich, dass wir einerseits immer wieder aufgefordert werden, dass wir diverse Vorsorgeuntersuchungen vornehmen lassen sollen. Davon werden nur einige von den Krankenkassen bezahlt. Wohlgemerkt, die Untersuchungen selber. Alles was darum an Kosten anfällt, trägt der gesundheitsbewusste Zeitgenosse selber. Doch wie gesagt, längst nicht alle Vorsorgeuntersuchungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Da wird jeder wieder voll zur Kasse gebeten. Jeder heißt, jeder der sich das leisten kann.

Und da sind dann noch die angebotenen Zusatzversicherungen. Einige sind absolut sinnvoll, andere sicher weniger. Was für ihn sinnvoll ist, muss jeder selber entscheiden. Entscheiden muss das aber eigentlich nur der, der so viel Geld übrig hat, solche Versicherungen auch Monat für Monat bezahlen zu können.

Gesundheit kostet Geld, viel Geld. Viele Menschen mit Hartz-4, mit Mindestlohn, mit kurzfristigen Arbeitsverträgen und in vielen Fällen sicher auch mit mehreren Kindern haben aber dieses Geld nicht. Sie müssen leiden oder irgendwo sparen, wo eigentlich nichts zu sparen ist. Schon das macht krank. Ein Teufelskreis, in dem sich Millionen Menschen bewegen, in einem Land, dass gern von sich behauptet, das beste Gesundheitssystem der Welt zu haben.

Ich mache mir jetzt ein gesundes Frühstück. Das kostet nicht viel, spart aber hohe Apothekenrechnungen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Bleiben oder werden sie gesund.

 


Veröffentlicht am: 22.09.2017

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