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18.12.2017

 

 

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Dunkle Gesellen mit lauten Schellen

Winterbräuche in Bayern


Dass die Zeit vor Weihnachten in Bayern nicht nur beschaulich ist, zeigen viele bayerische Bräuche: das Wolfauslassen, Klausentreiben oder die Krampusläufe.

Sie gehen auf eine Zeit zurück, in der man an wilde Gestalten und Wintergeister glaubte, die es zu vertreiben galt. Noch heute werden diese Traditionen in Bayern aufrechterhalten und sind damit Teil von „Bayern – traditionell anders“ der BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH.

Es ist der Vorabend von St. Martin, wenn sich im Bayerischen Wald Burschen und Mädchen versammeln, um gemeinsam das Wolfauslassen zu feiern. Die Ursprünge des Volksbrauchs gehen auf die Zeit zurück, als Hirten ihr Vieh nach dem Sommer von den Weiden zurück auf den Hof trieben. Um Wölfe abzuschrecken, bekamen die Tiere Glocken umgehängt. Mit dem lauten Glockengeläut und Peitschenknallen brachten die Hirten aber auch ihre Freude zum Ausdruck, wenn der Weidenaufenthalt ohne Verluste zu Ende ging.

Auch in Langdorf im Bayerischen Wald wird an das Wolfauslassen erinnert: dann macht sich eine etwa 50-köpfige Gruppe auf, um mit großen, kanisterartigen und zum Teil 20 Kilogramm schweren Glocken lautstark durch den 2.000-Einwohner-Ort zu ziehen. Hans Wenzl ist der „Hirte“ von Langdorf, also der Anführer der Gruppe. Während die anderen Mitglieder mit den umgeschnallten Glocken läuten und die Goaßlschnalzer ihre Peitschen schwingen, spricht Wenzl beim Bürgermeister, bei Bauernhöfen, Gasthäusern und beim Pfarrer vor. Der Hintergrund: Früher forderten die Hirten ihren Lohn für das sichere Treiben der Herde ein. Heute wird der Lohn meist durch eine Brotzeit symbolisiert. Besucher sind gerne eingeladen, sich den Brauch anzusehen oder die Gruppe zu begleiten.

Mit Kuhhörnern gegen Geister und Dämonen

Laut wird es auch zwischen dem 4. und 6. Dezember in Sonthofen im Allgäu: Zottelige, monströse Gestalten mit Hörnern und Ruten poltern dann wieder durch die Straßen und machen mit ihren Kuhglocken und Rasseln ordentlich Lärm. Wer ihnen zu nahe kommt, riskiert einen Rutenhieb. Das schaurige Spektakel ist die bayerische Tradition des Klausentreibens. Sie geht auf ein 1.000-jähriges Ritual zurück und reicht bis in die Zeit der Kelten, die mit ihrem furchteinflößenden Äußeren winterliche Dämonen vertreiben wollten. Noch heute wird der Brauch fortgeführt. Dafür sorgt unter anderem Matthias Hecht, gebürtiger Sonthofener und zweiter Vorstand des Klausenvereins. Die bis zu 25 Kilogramm schweren Kostüme nähen sich die Vereinsmitglieder selbst. Dabei gilt: sie müssen von Kopf bis Fuß mit Fell bedeckt sein. „Auf Motorrad- oder Skihelme werden dann noch Hörner geschraubt und die Helme mit Styropor und Fell noch größer gemacht. Je schauriger, umso besser“, erklärt Matthias Hecht. Jedes Jahr werden bis zu 8.000 Zuschauer erwartet, die das Klausentreiben mitverfolgen.

Die Oberpfalz – ein Ort voller Mythen und Sagen

Altes Brauchtum um Perchten, Krampusse und Weibsdeifl wird zur gleichen Zeit in der Oberpfalz zum Leben erweckt. Timm Buckley aus Neuburg vorm Wald ist dort bereits in der 14. Saison als schauriger Geselle unterwegs. Doch er verkleidet sich nicht nur, er stellt die aufwändigen Masken als gelernter Schreiner auch selbst her. Um aus einem Stück Zirbenholz eine Maske herauszuarbeiten, benötigt er 35 bis 40 Stunden. Die Masken, die in ihrem Aussehen dem Teufel ähneln, kombinieren die Krampusse mit einem Kostüm aus langem Fell, Hörnern und lärmenden Glocken. Damit erinnern sie an die Sage, als der Heilige Nikolaus die braven Kinder beschenkt und der Krampus die bösen bestraft hat. Doch nicht nur Krampusse treiben in der Oberpfalz ihr Unwesen.

Legendär sind auch die Perchtenläufe in den Rauhnächten um Silvester. Dann schleicht auch Timm Buckley als Percht in den Wäldern umher, um den bösen Mächten entgegenzutreten, denn der Überlieferung nach wurden vielerorts Rituale und Zeremonien rund um das Vieh durchgeführt und Maskenumzüge zur Vertreibung von Dämonen wie Krankheiten, Schaden oder Missernten abgehalten. Wie die Maskenumzüge heute ablaufen? 

 


Veröffentlicht am: 06.10.2017

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