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17.10.2017

 

 

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Diamant der Küche

... eher unansehnlich aber teuer

Der literarische Vater der „drei Musketiere“ und des „Graf von Monte Christo“, der französische Schriftsteller Alexandre Dumas der Ältere, pries sie zwar als „Diamant der Küche“, aber an diesem „schwarzen Diamanten“ ist – abgesehen von seinem handelsüblichen Preis – so ziemlich alles „Understatement“.

Rein äußerlich macht der Inbegriff des Genusses für viele Gourmets rein gar nichts her: Ihr Objekt der Begierde kommt als eher unansehnliche Knolle daher, schwarz, runzlig und wenig attraktiv. Auch ihr botanischer Name Tuber melanosporum gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich bei diesem Pilz um eine sehr kostbare kulinarische Rarität handelt.

Der Geschmack dieser Spezialität jedoch bringt ihre Liebhaber in Verzückung und lässt sie Jahr für Jahr „in der Saison“ im Winter in Scharen nach Südfrankreich pilgern. Die Rede ist von der Trüffel, von der Dumas gesagt haben soll, dass ein Feinschmecker ihren Namen niemals ausspreche, „ohne dabei zu salutieren“.

Die Verehrung dieses knollenförmigen Pilzes, der unterirdisch an einer Wirtspflanze wächst, meist Eichen, Buchen oder Kastanien, hat schon Geschichte. Bereits um 3000 v. Chr. sollen die Babylonier nach Trüffeln gesucht haben. Und dem berühmten ägyptischen Pharao Cheops, dem mit der gleichnamigen Pyramide in Gizeh, wird nachgesagt, er sei geradezu verrückt nach Trüffeln gewesen – besonders, wenn diese in Gänseschmalz geschwenkt waren. Mag sein, dass zu der Vorliebe des Herrschers ebenfalls die Ansicht der Ärzte damals beitrug, die Trüffel wirke sich stimulierend auf das Liebesleben aus. Auch die alten Griechen und Römer verehrten den Pilz als besonders wohlschmeckendes Aphrodisiakum. Daher war in Rom die Pflanze auch der Liebesgöttin Venus geweiht. Den Genuss der Trüffel konnten sich allerdings schon damals nur diejenigen leisten, die über ausreichend „Penunsen“ oder „pecunia“, wie es damals hieß, verfügten.

Heute ist die Knolle von Leckermäulern weltweit heiß begehrt, landet aber nach wie vor nur auf den Tellern derjenigen, die sich ihren Verzehr leisten können. Denn da der Pilz in der Natur nicht eben häufig vorkommt und obendrein auch noch schwer zu finden ist, hat er seinen Preis. Der schwankt zwar von Jahr zu Jahr, je nach Angebot, aber preisgünstig sind Trüffel nie. Für die besonders geschätzten schwarzen Trüffel aus dem Périgord im Süden Frankreichs sind in der Hauptsaison Forderungen von um die 1.000 Euro pro Kilo keine Seltenheit, wie Marktbeobachter wissen. Die noch rareren weißen Trüffel aus Italien sollen demnach sogar bis zu 9.000 Euro pro Kilo bringen.

Sprichwörtlich für die Suche nach Trüffeln ist das gleichnamige Schwein. Vor allem geschlechtsreife Sauen sollen selbst Trüffelpilze riechen können, die sich einen halben Meter unter der Erde befinden. Inzwischen werden Trüffelschweine jedoch immer öfter durch entsprechend ausgebildete Suchhunde ersetzt. Der Vorteil Letzterer besteht darin, dass die Hunde die Trüffel zwar ebenfalls aufspüren, im Gegensatz zum Schwein aber nicht auch fressen wollen. Das Trüffelschwein hingegen muss schnell genug von dem Pilz weggezerrt werden, damit von diesem noch etwas übrig bleibt – so versessen sind die Tiere auf die Pflanze.

Menschen, die der Delikatesse verfallen sind – so beschreiben tatsächlich Trüffelliebhaber ihre Begierde – geht es dabei in erster Linie um das erlesene, kulinarische Geschmackserlebnis. Doch sie dürfen sich beim Genuss von Trüffeln auch über deren Gehalt an Nährstoffen freuen: Denn die edlen Pilze enthalten relativ viel Eiweiß und Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor sowie Ballaststoffe und B-Vitamine. Damit kann sich jeder, der sich dem teuren Genuss hingibt, zugutehalten, in vielfacher Hinsicht etwas für sein Wohlbefinden zu tun. Zumal die Delikatesse auch nur wenig Kalorien aufweist.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 07.10.2017

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