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21.10.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Die AfD sagt danke

Der gilt dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Alle, die noch immer an der DDR hängen – oder auch wieder – feierten gestern den 68. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik. Ich gehörte nicht dazu, weine dem selbst ernannten Arbeiter- und Bauernstaat keine Träne nach.

Und doch, ein großer Teil meines Lebens fand in der DDR statt. Ich wurde sicherlich in der DDR sozialisiert. Man kann sich eben nicht aussuchen, wo man geboren wird und man mal mehr mal weniger gezwungen wird zu leben. Bei mir war es eben die DDR, in der ich gelebt, gelacht, geweint, geliebt, gearbeitet und mich geärgert habe.

Doch was hat das mit der AfD und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu tun? Den AfD-Wählern im Osten sagt man nach, sie wären die Unzufriedenen, auch die Unzufriedenen mit dem Umgang mit ihrer DDR-Lebensleistung und ihrer Biografie, die vielfach noch begann, als man im Westen nur von der Ostzone sprach. Das klang in meinen Ohren schon als Kind so, als ob wir nicht richtige Deutsche wären.

Und nun gestern ein Beitrag im Deutschlandradio. Es ging um das sogenannte Fachabitur – also Abi+Berufsausbildung – in Deutschland. Man tat so, als ob das eine zumindest für Deutschland neue Einrichtung sei. Bei der Frage, warum dieser Bildungsweg so schlecht angenommen wird, hieß es, dass die Eltern das nicht kennen würden. Das ist gegenüber ehemaligen DDR-Bürgern an Dummheit, an Ignoranz, an Unvermögen kaum noch zu übertreffen.

Warum ich mich so aufrege? Für alle unwissenden Wessis und Spätgeborenen: In der DDR haben zigtausende eine Berufsausbildung mit Abitur – heute unter anderem Fachabitur genannt – absolviert. Viele haben danach studiert, andere sind andere Berufswege gegangen. Es gab also in der DDR eine mehr als zwanzigjährige Erfahrung mit diesem übrigens sehr empfehlenswerten Bildungsweg.

Wenn man nun im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einer entsprechenden Sendung davon nicht einen Satz hört, so ignoriert man zumindest die Erfahrung und damit die Lebensleistung von tausenden Deutschen, die in der DDR aufwuchsen. Das sorgt für Frust und treibt der AfD weitere Wähler zu.

Im Übrigen sägen die augenscheinlich unwissenden oder nicht wissen wollenden Kollegen an dem Ast, auf dem sie sitzen. Ich weiß nicht, ob sie nicht wissen, dass die AfD sich für die Abschaffung der Rundfunkgebühren ausgesprochen hat. Mit jedem AfD-Wähler wird das wahrscheinlicher.

Ich will das nicht, aber ich will für mein Geld Qualitätsjournalismus. Ich will mich nicht schämen müssen, als Beruf Journalist zu nennen. Ich will auch, dass man 27 Jahre nach dem Ende der DDR gesamtdeutsch denkt und die Erfahrungen aller berücksichtigt. Tut man das nicht, baut man die vom Bundespräsidenten so gern erwähnten Mauern in den Köpfen wieder auf und stärkt die politischen Ränder.

Das musste mal gesagt werden – sonst wäre mir mein Frühstück im Hals stecken geblieben.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntags-Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 08.10.2017

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