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Aufgespießt: Datenmillionäre

Ein ungehobener Schatz

(Helmut Harff/Chefredakteur) Wir alle sind Millionäre - zumindest die, die ein neues Auto haben, mit der Karte bezahlen, ein Mobiltelefon haben, Versicherungspolicen und Kreditverträge unterschrieben oder seinem Energieversorger seinen Verbrauch mitgeteilt haben.

Alle sammeln unsere Daten - und noch viele mehr, als die gerade genannten. Einigen geben wir die freiwillig, andere sammeln die mehr oder weniger ohne unser Wissen. Klar gibt es entsprechende Hinweise in der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, doch wer liest schon immer die AGBs.

Bei Versicherungen, auch beim Energieversorger geben wir die Daten freiwillig, denn danach richtet sich, was wir bezahlen. Wir haben also einen geldwerten Vorteil, wir verkaufen unsere Daten und bekommen dafür einen Gegenwert. Und sonst? Da gehen wir leer aus. Es scheint auch so, als ob wir uns nicht dagegen wehren können. Wir müssen die AGBs und damit die Datensammelwut akzeptieren, wenn wir online sein wollen, wenn wir mobil telefonieren oder mit der Karte bezahlen wollen. Da führt wohl kein Weg dran vorbei.

Doch heißt das, dass wir kein Recht an unseren Daten, die ja bares Geld wert sind haben? Bisher ist das in den meisten Fällen so. Es ist vor allem so, weil wir uns das gefallen lassen. Was machen all die Datensammler, wenn Millionen Menschen - also wir - jeden Tag darum bitten, uns alle über uns gesammelten Daten zur Verfügung zu stellen? Was passiert, wenn bei diesen Firmen jeden Tag Millionen Mails, Millionen SMS, Millionen Briefe eingehen, die genau so eine Forderung enthalten?

Die kündigen unsere Verträge? Glauben Sie wirklich, dass die Datensammler auf Millionen guter und zahlungskräftiger Kunden verzichten? Ich glaube das nicht. Ich glaube vielmehr, dass sich die Datensammler dann bewegen müssen. Was, wenn beispielsweise nicht die Mitarbeiter sondern die Kunden einen der ganz großen Onlinehändler oder eine Supermarktkette so lange bestreiken, bis die ihre gesammelten Daten rausrücken oder zumindest uns bezahlen. Die werden ja schließlich gesammelt, weil man damit Geld verdienen will und kann. Das ist eigentlich Geld, von dem uns zumindest einiges gehört.

Bleibt die Frage, was ich mit meinen Daten anfangen will. Ein Beispiel: Aus meinen Daten, die mein Supermarkt über mich gesammelt hat, geht hervor, dass ich zumeist Gesundes kaufe, nur wenig Alkohol im Einkaufswagen landet und ich um Fertigkost einen großen Bogen mache. Ich lebe also wahrscheinlich recht gesund. Mit diesen Daten in der Hand kann ich dann zu meiner Krankenkasse gehen und die davon überzeugen, dass mein gesundheitliches Risiko gering ist. Verhandele ich dann gut, bezahle ich weniger Krankenkassenbeiträge.

Wenn wir das alle oder zumindest sehr viele machen würden und der Gesetzgeber im Verbrauchersinne agieren würde, wären wir alle ein Stück reicher. Wir müssen es nur wollen. Es macht übrigens nicht mehr Arbeit, als zweimal in der Woche zur Lottoannahmestelle zu gehen und die Gewinnchancen sind deutlich höher.

 


Veröffentlicht am: 09.10.2017

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