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17.10.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Ein gediegener Franzose

... der irgendwie aus der Mode gekommen scheint

Frankreich ist in aller Munde, sagt man gerade gern und meint das, was im Nachbarland so politisch passiert. Leider, so zumindest die Auffassung in der Region um die Stadt Cognac, trifft das weniger auf den gleichnamigen Brandwein zu.

Cognac, so hört man hierzulande, sein old shool, sein nicht in, sei sogar out. Ja, es stimmt, heute nehmen in den Bars und nicht nur dort, die Gin- und Wodkaflaschen, selbst die, in denen Kräuterschnaps auf den Verzehr wartet, viel mehr Platz ein, als eben der Cognac. Doch ist der damit tot?

Ist ein Porsche, ein Ferrari, Rolls Royce tot, nur weil es viel mehr Kleinautos gibt? Nein, ganz gewiss würde das niemand behaupten. Vom Cognac sagt man es dagegen gern. Nur jeder Depp - auch jeder der etwas davon versteht - kann Gin, Wodka oder so ein Kräuterzeugs herstellen. Das sieht man ja daran, dass so viele auf den Gin-Zug aufspringen.

Und beim Cognac? Da gibt es keine Zuwächse. Da ist alles genau geregelt, da ist die Anbaufläche sehr begrenzt, da liegen die Weinsorten, aus denen der Cognac gemacht wird, wie die Art, wie der edle Franzose gebrannt werden darf. Kaum ein Genussmittel ist so stark reglementiert, wie eben der Cognac.

All das sorgt dafür, dass es beim Cognac weniger Überraschungen gibt als beispielsweise beim Gin - zumindest für diejenigen, die beides pur trinken. Da ist vielfach die Kreativität der Barmixer gefragt. Allerdings nur bei denen, die Coctails mit Cognac mögen.

Cognac ist für mich ein Getränk der Muße, eines das keine Hektik, keinen Lärm, kein schnell-schnell verträgt. Den trinkt man nicht mal so wie einen Café to go. In diese Kategorie passt besser einer der unzähligen Gin, ob pur oder beispielsweise als Gin-Tonic. Den kann man überall, bei jeder Lautstärke und in jeder Kulisse trinken. Deshalb gibt es ihn auch überhaupt, deshalb ist Gin überall erhältlich.

Cognac ist dagegen wie ein anderer Lebensentwurf. Der Franzose entschleunigt. Wer einen Cognac genießen will, ist nicht kurz auf dem Sprung, hat nicht sein Handy ständig in der Hand, will sich mit seinem Gesprächspartner nicht anschreien.

Vielleicht sollten Bars und ähnliche Lokalitäten so etwas wie ruhige Rückzugsräume schaffen, in denen man sich gepflegt bei einem Napoléon, XO, Extra, Hors d‘âge, Royal, Très Vieux oder Vieille Réserve in Ruhe unterhalten oder seinen Gedanken nachhängen kann. Ich vermisse solche Etablissements, die Ruhe ausstrahlen und in denen man zur Ruhe kommen kann - mit einem Cognac in der Hand.

Doch es gibt Hoffung, denn jeder Trend geht einmal zuende - auch der des schnellen und hektischen Gin-Genusses.

Eines wird sich aber nie ändern: Das Frühstück am Morgen.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück. Genießen Sie mal wieder einen Cognac. Es muss ja nicht zum Frühstück sein.

 


Veröffentlicht am: 12.10.2017

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