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24.11.2017

 

 

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Mercedes-Benz testet automatisierte Fahrfunktionen

Erstes Testgebiet war Shanghai

Zebrastreifen auf der Autobahn, eigene Tempolimits je Fahrspur, Verkehrsschilder mit chinesischen Schriftzeichen je Fahrspur – der Straßenverkehr in China unterscheidet sich in vielen Aspekten vom europäischen oder US-amerikanischen.

Daher ist für ausländische Autofahrer ein chinesischer Führerschein erforderlich, und auch automatisierte und autonome Fahrzeuge müssen ihre Tauglichkeit für diesen Markt vorab unter Beweis stellen.

Um künftige, höher automatisierte Fahrfunktionen an länderspezifische Nutzer- und Verkehrsgewohnheiten anzupassen, hat Mercedes-Benz im September bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt den „Intelligent World Drive“ gestartet. Nach Deutschland wird das Erprobungsfahrzeug, das auf der neuen Serien-Limousine der S-Klasse basiert, jetzt bei automatisierten Testfahrten im dichten Verkehr und mit den landesspezifischen Besonderheiten in der chinesischen Millionenmetropole Shanghai erprobt. Bis Januar 2018 wird sich das Erprobungsfahrzeug unterschiedlichen, komplexen Verkehrssituationen auf fünf Kontinenten stellen und dabei auch die Grenzen aktueller Systeme ausloten. Ziel ist es, für die Weiterentwicklung der Technologien weltweit Erkenntnisse im realen Verkehrsgeschehen zu sammeln.

Der Fokus der Testfahrten in Shanghai liegt auf der Bewertung des Fahrverhaltens im extrem dichten Verkehrsfluss mit seinen unterschiedlichen Teilnehmern sowie auf infrastrukturellen Besonderheiten. Die hohe Dichte von Autos, Zwei- und Dreirädern sowie Fußgängern und das damit einhergehende Verkehrsverhalten in chinesischen Städten stellen andere Anforderungen an automatisierte Fahrfunktionen als in Europa oder den USA. Hinzu kommen Verkehrsschilder mit chinesischen Schriftzeichen und Spurmarkierungen, die in China eine andere oder gar mehrfache Bedeutung haben können.

So sind beispielsweise kurze weiße Linien, die weltweit als Zebrastreifen bekannt sind, auch auf Autobahnen zu finden. Dort markieren sie allerdings keinen Fußgängerübergang, sondern den Mindestabstand zwischen den Fahrzeugen. Dies muss die Sensorik erkennen und richtig interpretieren, ebenso wie Tempolimits, die sich von Fahrspur zu Fahrspur unterscheiden können. Eine weitere Herausforderung: Parkplätze haben die unterschiedlichsten Formen und sind oft voller Hindernisse, die für Sensoren schwer zu erkennen sind.

Im Fokus der ersten Erprobungsfahrten des „Intelligent World Drive“ in Deutschland stand die Bewertung des spezifischen Fahrverhaltens auf Autobahnen und in Stausituationen, ein wichtiger Baustein für die Entwicklung künftiger Technologien. Nach der zweiten Etappe in der Millionenmetropole Shanghai folgen im November Testfahrten in Australien und im Dezember in Südafrika. In Australien liegt der Schwerpunkt auf der Validierung des aktuellen, digitalen Kartenmaterials von Here, wogegen in Südafrika die Fußgängererkennung in vielen ungewohnten Situationen eine große Rolle spielen wird.

Endstation des Programms wird im Januar die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas sein. Die Testfahrt im Großraum Los Angeles und anschließend nach Las Vegas konzentriert sich auf die Bewertung des Fahrverhaltens im dichten amerikanischen Stadtverkehr und in Stausituationen sowie bei rechts überholendem Verkehr auf Highways.

Autonomes Fahren gehört zu den vier strategischen Zukunftsfeldern, die Daimler unter dem Begriff „CASE“ bündelt. Die vier Buchstaben stehen für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric). (ampnet/jri)

Fotos: Auto-Medienportal.Net/Daimler

 


Veröffentlicht am: 31.10.2017

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