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Der Pfifferling

... viel wertvoller als man ihm nachsagt

Sprichwörtlich gilt er als Inbegriff des Wertlosen: Man gibt keinen Pfifferling auf etwas, Dinge sind keinen Pfifferling wert oder etwas kümmert jemand einen Pfifferling.

Diese Redewendungen sollen fehlenden Wert oder auch geringe Bedeutung versinnbildlichen. Woher das minderwertige Image des Pfifferlings stammt, ist nicht ganz sicher. Man nimmt an, dass der Speisepilz in früheren Zeiten geradezu massenweise vorhanden gewesen sein muss, was ihn „spottbillig“ machte. Zumindest wird der Pfifferling schon seit dem 16. Jahrhundert derart geringschätzig erwähnt.

Dabei ist der Pilz, der sich bis heute hartnäckig allen Zuchtversuchen widersetzt, für Genießer ein wahrer Leckerbissen. Ob als Beilage oder Hauptgericht, ob zart angebraten, blanchiert oder eingelegt, ob als Bestandteil einer Soße oder zu einer Suppe verarbeitet – frische Pfifferlinge sorgen immer für einen guten Geschmack.

Besonders beliebt sind sie auch bei figurbewussten Leckermäulern, weil der Wildpilz überwiegend aus Wasser besteht. Und das hat nun mal keine Kalorien. Dementsprechend eignen sich Pfifferlinge ausgezeichnet als Bestandteil von Diäten und Abnehm-Strategien. Doch nur mit Wasser „kocht“ der Pfifferling nicht – im Gegenteil. Er übertrifft andere Speisepilze erheblich hinsichtlich seines Gehalts an Vitamin D sowie an wichtigen Mineralstoffen wie Kalium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Außerdem enthalten Pfifferlinge Eiweiß. Mit diesen Inhaltstoffen sorgen die Pilze für gesunde Knochen, fördern die Funktionen von Muskeln und Nerven, sie unterstützen den Sauerstofftransport im Blut. Damit können Pfifferlinge neben der Vollendung von Speisen auch direkt zu unserem Wohlbefinden beitragen.

Allerdings hat auch diese „Rose“ Dornen: Denn der Speisepilz weist den Inhaltsstoff Chitin auf, ein Kohlenhydrat, das der menschliche Darm nicht verwerten kann. Dadurch werden Pfifferlinge leider schwer verdaulich. Auch deshalb empfehlen Fachleute, nicht mehr als 250 Gramm dieser Pilze pro Woche zu sich zu nehmen. Diesem Rat liegt zudem das Wissen zugrunde, dass Pilze Schwermetalle wie Kadmium, Blei und Quecksilber aus ihrer Umgebung aufnehmen und speichern können. Und diese Stoffe sind nun einmal schädlich für Leber, Nieren und das Nervensystem des Menschen. Die Gefahr solcher Belastungen besteht insbesondere bei Pfifferlingen, die nah bei Industriegebieten oder viel befahrenen Straßen gewachsen sind.

Da Pfifferlinge nach wie vor allen Züchtungsversuchen widerstehen, stammen die im Handel angebotenen Pilze aus der Natur. Speziell die Wälder Osteuropas gelten als fruchtbare Pfifferling-Reviere. Aber auch hierzulande sind die leckeren Speisepilze „in der freien Wildbahn“ zu finden, allerdings immer seltener. Daher kommt die Ware in den Supermärkten auch meist aus osteuropäischen Ländern. Wer sich selbst auf die Suche nach Pfifferlingen in heimischen Wäldern machen will, sollte dies von Anfang Juli bis Ende Oktober/November tun. Denn dann haben die leckeren kleinen Pilze auch hierzulande Saison.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 07.11.2017

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