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25.11.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Vor 28 Jahren

… hat sich die Welt verändert

Es gibt Dinge, die vergisst man nicht. Es gibt geschichtliche Ereignisse, die man so nicht kommen sah und die das eigene genau wie das Leben von vielen Millionen Menschen verändert haben. So ein Ereignis fand vor 28 Jahren statt.

Wobei, es eigentlich erst in der Nacht vor 28 Jahren stattfand. Klar, ich meine den Fall der Berliner Mauer und damit das  Ende der deutschen Zweistaatlichkeit. Total unspektakulär endete damit eine Zeit, von der nicht nur ihre Protagonisten glaubten, dass die noch lange anhalten wird. Eine Pressekonferenz, ein Zettel, ein stammelnder SED-Mann, tausende Bürger auf einer Brücke, die wohl erstmals einem SED-Funktionär glaubten und ein NVA-Offizier mit seinen Genossen, die zeigten, dass auch an der DDR-Grenze nicht nur schießwütige Dumpfbacken ihren Dienst taten – und das Leben aller DDR-Bürger und auch das vieler in der BRD änderte sich wie nie erwartet.

Doch was war das für ein Tag für mich? Es war ein ganz normaler Tag, so im November 1989 überhaupt ein Tag normal war. Die Zeiten waren es nicht. Ich stand wie immer um 4 Uhr auf und ging zur Arbeit. Damals war ich Kirchendiener in einer evangelischen Kirche. Ich glaube, noch nie war ein Job als Hausmeister so politisch aufgeladen wie in den damaligen Tagen.

Nach der Arbeit machte ich mich wie fast jeden Tag auf ins Büro des Neuen Forums. Als Mitglied im Landessprecherates hatte ich da immer viel zu tun, vor allem viel zu reden. Dann traf ich mich mit Mitstreitern. Wir bereiteten die erste Ausgabe unseres Mitteilungsblattes des Neuen Forums in Berlin-Friedrichshagen vor. Damals begann meine journalistische Karriere. Zwischendurch bekam ich mit, was Schabowski auf der Pressekonferenz in Sachen Reiseerleichterungen verkündet hat. Dass er damit die Maueröffnung und damit das Ende der DDR verkündet hat, war sicherlich nicht nur mir nicht klar.

So ging es auch am Abend den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates. Schabowskis Auftritt war kein Thema. Selbst als jemand herein stürmte und verkündete, dass die Mauer offen sei, hielt man an der Tagesordnung fest. Es glaubte schlicht niemand, dass die DDR die Türen öffnet.
 
Erst als ich zuhause die Bilder im Fernsehen sah, glaubte ich, dass die Mauer offen ist. Mir war auch klar, dass das das Ende der DDR wie wir sie bisher kannten ist. Ich glaubte, dass sehr viele Landsleute das Weite suchen würden. Ich glaubte auch, dass die DDR wirtschaftlich keine Überlebenschance haben wird, wenn sie sich dem internationalen Wettbewerb stellen muss.

Ich gebe zu, ich konnte bei den Bildern im Fernsehen die Tränen nicht zurück halten, doch auch damit war ich nicht allein. Sicherlich ging es auch vielen Menschen wie mir: Ich fand einfach keinen Schlaf. Schließlich ist seit der Nacht des 9. November 1989 die Welt eine andere geworden. Das war mir klar, nicht aber wohin der Zug rollen würde.

Ich bekam damals ganz sicher kein Frühstück herunter – es gab so viel zu diskutieren.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Wie sind Ihre Erinnerungen an den Tag des Mauerfalls?

 


Veröffentlicht am: 09.11.2017

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