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25.11.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Es ist 175 Jahre her

… dass man in Pilsen jubelte

Bier gehört seit Urzeiten zu den wichtigsten Lebensmitteln. Das ist bis heute so. Ein Bierverbot würde sicherlich viel eher zu Aufständen führen als ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen.

Allerdings war das Bier über Jahrtausende etwas völlig anderes, als das, was wir heute kennen. Daran hatte letztendlich auch das deutsche Reinheitsgebot nichts geändert. So kam es immer wieder vor, dass da ein Gesöff gebraut wurde, was so  ungenießbar war, dass man es vernichten musste.

So geschah das auch 1842 in Pilsen. Dort hatte man die Nase voll davon und wollte endlich ein vernünftiges Bier. Es wurde ein Braumeister gesucht, der das konnte. Man wurde in Bayern fündig. Man holte den Braumeister Josef Groll aus Vilshofen nach Pilsen. Der braute ein untergäriges Bier, dass man zuerst „Nach Bayerischer Brauart“ bezeichnet. Erst später setzte sich die Bezeichnung „Pilsner Brauart“ durch.

Nun war es also gerade ein Bayer, der das erste Pils braute. Er braute ein untergäriges Bier, während man in seiner Heimat auf obergärige Biere setzte. Es gibt nicht so wahnsinnig viel Dinge, für die ich den Bayern dankbar bin – dafür, das Pils erfunden zu haben, danke ich ihnen und dem als extremen Grantler bekannten Josef Groll. Mit dem Nachnamen kann man ja schon kaum ein netter Mensch sein.

Es war am 11.11. 1842, also genau vor 175 Jahren, als die Pilsener das erste Bier tranken, dass ihre Stadt zu den bekanntesten in der Welt machte. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass alle, die irgendwo auf diesem Planeten ein Pilsner trinken, auch wissen, wo die Stadt liegt. Für alle Unwissenden: Das ist unser Nachbarland Tschechien und ein Besuch lohnt sich.

Was sagt uns die Geschichte des Bieres nach „Pilsner Brauart“? Das selbst Bayern ein sehr gutes Bier brauen können. Nein, nein, das können die auch, wenn sie auf ihre Tradition setzten. Aber mit dem Pilsener trat vor 175 Jahren ein Bier seinen weltweiten Siegeszug an, ohne das wir uns heute außerhalb Bayerns kaum noch die Bierwelt vorstellen können. Wobei, ich kenne auch Bayern, die ein Pils durchaus zu schätzen wissen. Umgekehrt wird auch nördlich des Weißwurst-Äquators immer mehr Weissbier getrunken.

Ich trinke das Bier am liebsten immer dort, wo es hingehört. Gehe ich in Berlin Grillhaxe essen, gibt es dazu ein Weizen, esse ich in Bayern eine Kartoffelsuppe gibt es Pils. So einfach kann es sein. Na ja, nicht ganz, denn ich kann ja nicht in jeden Ort, in dem Bier gebraut wird fahren, um vor Ort das dort gebraute Bier zu trinken. Gott sei Dank gibt es den ProBier-Club. Die Mitglieder des Clubs bekommen jeden Monat eine Kiste Bier. Das Bier stammt von ausgewählten kleinen Brauereien und ist in aller Regel sehr lecker. So eine Mitgliedschaft bei ProBier-Club ist ganz sicher ein tolles Weihnachtsgeschenk für alle Bierliebhaber.

So nun habe ich erst einmal Appetit auf ein Frühstücksbrötchen – ohne Bier versteht sich.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

 


Veröffentlicht am: 12.11.2017

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