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Wirtschafts-News vom 29. November 2017

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Das Projekt "Gut fürs Geld, gut fürs Klima" der Verbraucherzentrale Bremen hat 46 Anbieter von privaten Rentenversicherungen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsstandards untersucht. Informationen hierfür lieferten eine Anbieterbefragung sowie Veröffentlichungen der Unternehmen. In einer Marktübersicht können Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, welche kritischen Branchen bei den Investitionen der Versicherer tabu sind.

Zur finanziellen Absicherung fürs Alter bieten Versicherungen private Rentenversicherungen an. Bei der Anlage der Kundenbeiträge können sie ethisch-ökologische Standards wie Ausschlusskriterien berücksichtigen: Es fließt dann kein Geld in kontroverse Bereiche wie Rüstung, Atomkraft oder Kinderarbeit. 22 der 46 untersuchten Rentenversicherer machen Angaben zu mindestens einem Ausschlusskriterium. Investitionen in geächteten Waffen-  und Nahrungsmittelspekulationen werden bei der Kapitalanlage am häufigsten ausgeschlossen. Nur zwei Versicherer wenden umfangreiche ethisch-ökologische Ausschlusskriterien an: die Familienfürsorge und die Concordia oeco, deren Kriterien allerdings nur für die Produktlinie "Leben oeco" gelten.

20 der 46 Versicherer veröffentlichen keine aussagekräftigen Informationen zu ihren Nachhaltigkeitsstandards und wollten gegenüber der Verbraucherzentrale keine konkreten Angaben hierzu machen. Die Branchen-Riesen Axa und Allianz verweigerten Auskünfte darüber, inwieweit Atomkraft, Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen, Glücksspiel und Pornographie bei ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden.  Die beiden Anbieter mit hohen Nachhaltigkeitsstandards, die Familienfürsorge und die Concordia oeco, sind in puncto Transparenz hingegen vorbildlich.  

Anlegerinnen und Anleger sollten sich bei fondsgebundenen Rentenversicherungen nicht von der Auswahl an Öko-Fonds blenden lassen. Bei vielen Rentenversicherungsprodukten landet der Löwenanteil der Zahlungen in der allgemeinen Kapitalanlage. Nur wenige Versicherer wenden hierbei konsequent ethisch-ökologische Kriterien an. Versicherer investieren ihre Kapitalanlage beispielsweise in Aktien und Anleihen von Unternehmen und Staaten oder in Immobilien und Infrastrukturprojekte. Dies gilt auch für die Beiträge von fondsgebundenen Rentenversicherungen, die eine Garantieleistung beinhalten. Hier fließt nur der Teil der Beiträge in Fonds, der nicht für diese Garantieleistung benötigt wird.  Dieser Anteil ist wegen der niedrigen Zinsen derzeit sehr gering.

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
www.was-audio.de/aanews/News20171129_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 29.11.2017

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