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24.06.2018

 

 

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Hier wohnt die Wut: Berlin und Leipzig

Der große Streitatlas 2017

„In Deutschland kann man heutzutage immer schneller in einen Streit verwickelt werden“, beschreibt Peter Stahl, Vorstandssprecher bei ADVOCARD, dem Rechtsschutzversicherer der Generali in Deutschland, die Streitlage der Nation.

„Die Frage, wer Recht hat, wird immer öfter juristisch geklärt. Es wird immer mehr gestritten, zunehmend auch wegen eher geringer Streitwerte. Dies liegt sicherlich auch an der steigenden Anzahl von Gesetzen und Verrechtlichung der Gesellschaft.“ Zudem streitet Deutschland verbissener: „Bis ein Streit endlich beigelegt werden kann, dauert es immer länger“, so Stahl.
 

Dies belegt „Deutschlands großer Streitatlas 2017“, die Neuauflage einer großangelegten Studie, die erstmals im Jahr 2013 durchgeführt wurde. Seit dem Zeitpunkt der ersten Erhebung wurden insgesamt 1,7 Millionen Streitfälle der ADVOCARD ausgewertet. „Diese einzigartige Analyse erlaubt uns wertvolle Einsichten in die Streitkultur Deutschlands“, wie Peter Stahl betont.
 
WILDER WESTEN, HITZKÖPFIGE BERLINER UND COOLE BREMER
 
Der Studie zufolge ist das Streitaufkommen bundesweit um 2,8 Prozentpunkte auf 25,1 Prozent gestiegen. Berlin streitet, wie auch schon in den Jahren zuvor, unter allen Bundesländern am meisten und liegt inzwischen bei 31,2 Streitfällen pro 100 Einwohner (2014: 29,3). Besonders streitfreudig ist auch Nordrhein-Westfalen: Gerade das Bundesland, das für seinen Frohsinn bekannt ist, rangiert in Sachen Streit unter den Bundesländern auf Platz zwei – unter den Flächenstaaten damit auf Platz eins. Allein sieben Städte in der Liste der Top-10-Streitstädte liegen in NRW. Die Bremer hingegen scheinen eher um Ausgleich bemüht zu sein: Das kleinste Bundesland ist das einzige, in dem das Streitaufkommen stabil geblieben ist (– 0,3 Prozentpunkte). Unter den Städten ist und bleibt Leipzig Deutschlands unangefochtene „Zoffhochburg“ (33,2).
 
WAS DIE DEUTSCHEN AM HÄUFIGSTEN AUF DIE PALME BRINGT
 
Die Ursachen für Rechtsstreitigkeiten sind vielfältig. Es lassen sich jedoch fünf Ursachenfelder abstecken, auf denen Streit besonders gut gedeiht: Auf Platz eins steht das Privatleben (40,1 Prozent aller Streitfälle) mit all seinen Facetten z.B. Streit mit dem Reiseveranstalter, an zweiter Stelle folgt der Straßenverkehr (27,9 Prozent) – hier liegt auch der stärkste Zuwachs (+ 3,2 Prozentpunkte). Das Arbeitsumfeld (13,4 Prozent) belegt den dritten Platz, auf Platz vier kommt der Bereich Wohnen (11,2 Prozent) und auf fünf Behörden und Finanzen (7,5 Prozent).

Und was sind die konkreten Streitgründe? Besonders oft streiten sich die Menschen in Deutschland rund um das Thema Verkehrsunfälle, über Nachbarschaftsstreitigkeiten, familiäre Themen, mit ihrem Arbeitgeber über das Gehalt und mit Tourismusanbietern über Mängel bei Urlaubsreisen.
 
LIEGT DAS STREIT-GEN AUF DEM Y-CHROMOSOM?
 
Männer sind offenbar sehr viel mehr auf Krawall gebürstet als Frauen. Über zwei Drittel aller Streitigkeiten werden von Männern ausgetragen (67,1 Prozent). Auch wenn der biologische Beweis bisher fehlt: Das Streit-Gen scheint auf dem Y-Chromosom zu liegen. Ein differenziertes Bild ergibt sich, betrachtet man die Geschlechter getrennt: Verkehrsstreitigkeiten sind bei Männern (30,6 Prozent) weitaus häufiger der Grund für Konflikte als bei Frauen (22,4 Prozent).

Für Frauen dagegen bietet der Bereich Wohnen & Mieten deutlich öfter Anlass zu Streit (13,3 Prozent) als für Männer (10,1 Prozent). Ganz so unterschiedlich sind sich die Geschlechter dann aber doch nicht: Am häufigsten streiten Frauen genauso wie Männer über Alltagsthemen: In 40,1 Prozent aller Streitfälle geht es um Privates, zum Beispiel Erbstreitigkeiten, Trennungen oder Unfälle wie einen Hundebiss.
 
MIDLIFE-CRISIS ODER MID-STREIT-CRISIS?
 
In der Mitte des Lebens scheint den Deutschen nicht nur die Midlife-Crisis, sondern auch die Mid-Streit-Crisis zuzusetzen: Menschen zwischen 46 und 55 Jahren streiten sich statistisch gesehen am häufigsten (28,4 Prozent aller Streitfälle). Insgesamt nimmt der Anteil an jüngeren Streitenden aber deutlich zu: Vor 15 Jahren (2002) waren junge Erwachsene unter 36 Jahren für nur 3,1 Prozent aller Streitfälle verantwortlich – heute sind es bereits 23,7 Prozent.
 
KURZEN PROZESS MACHEN DIE DEUTSCHEN IMMER SELTENER
 
Kommt es zum Prozess, kann sich das in Deutschland in die Länge ziehen: Streitfälle mit einer Dauer von zwölf Monaten und mehr steigen um vier Prozentpunkte an. Streitigkeiten, die in sechs Monaten oder weniger beigelegt werden konnten, sind dagegen rückläufig (– 3,4 Prozentpunkte). Aber es geht auch anders: Der Anteil sehr schnell gelöster Streitfälle (0 bis 3 Monate) steigt ebenfalls an (+ 2,6 Prozentpunkte). Peter Stahl sieht in der steigenden Anzahl sehr kurzer Streitigkeiten auch einen Erfolg frühzeitiger Rechtsberatung: „Wer sich gleich am Anfang einer rechtlichen Auseinandersetzung kompetente Unterstützung holt, kann sich oftmals einen langwierigen Prozess ersparen.“

 


Veröffentlicht am: 05.12.2017

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