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18.07.2018

 

 

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Todesursache sitzen?

Zu viel Sitzen kann noch gesundheitsschädlicher sein als Rauchen

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt man. Das beinhaltet allerdings leider auch allzu oft, dass weniger empfehlenswerte Angewohnheiten kultiviert werden. So etwa die, dass der heutige Mensch sich immer weniger bewegt und stattdessen viel zu viel sitzt.

Und gerade Letzteres soll sogar noch ungesunder sein als bislang angenommen, wie aktuelle wissenschaftliche Studien nahelegen. Demnach nimmt ab einer Sitzzeit von fünf Stunden das Risiko einer Herzerkrankung mit jeder weiteren Stunde um 0,2 Prozentpunkte zu. Eine ganze Reihe von Wissenschaftlern formuliert die Nachteile langen Sitzens noch krasser: Sitzen ist gefährlicher als Rauchen, behaupten sie und bringen das Verhalten der Bewegungsmuffel auf eine simple Formel: Wir sitzen uns tot.

Davon ist auch Dr. James Levine von der der Mayo Clinic der Arizona State University überzeugt, der an Strategien gegen Übergewicht forscht. Er ist sich mit anderen Medizin-Kollegen einig in der Einschätzung, dass bereits lediglich zwei Stunden Sitzen am Stück gesundheitliche Probleme fördern: in Form von Herzerkrankungen, Diabetes, Krebs, Rücken- und Haltungsbeschwerden, orthopädischen Einschränkungen sowie nicht zuletzt des sogenannten metabolischen Syndroms, jener unheilvollen Kombination von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten sowie einem zu großen Bauchfettanteil.

Der Warnung mancher Experten, dass Sitzen noch gesundheitsschädlicher sei als Rauchen, liegt folgende Berechnung einer australischen Studie zugrunde: Danach büßt ein 25-Jähriger je einer Stunde Fernsehen knapp 22 Minuten seiner Lebenszeit ein. Im Vergleich damit wäre demnach das Rauchen einer Zigarette mit einem Verlust von nur 11 Minuten Lebenszeit dem Sitzen noch vorzuziehen. Ob die Auswirkungen von zu viel Sitzen tatsächlich derart gravierend sind, wird zurzeit noch weiter erforscht.

Unumstritten unter Medizinern ist allerdings unterdessen, dass bei zu langem Sitzen das Herz-Kreislaufsystem, der Stoffwechsel und auch der Kalorienverbrauch auf „Sparflamme“ laufen. Das führt dazu, dass mit zunehmender Sitzzeit die Gefahr wächst, sich eine ernsthafte Herz-Kreislauf- und/oder Stoffwechselerkrankung zuzuziehen. Die weiteren negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel auf die Muskulatur, die Gefäße und den gesamten Haltungsapparat sind hinlänglich bekannt.

Doch in der modernen Berufswelt gehören nun mal sitzende Tätigkeiten zum Alltag: Vom Auto in den Bürostuhl, vom Bürostuhl ins Auto und zu Hause vom Auto auf die Couch vor den Fernseher oder wiederum den Computer – so sieht inzwischen das Leben vieler Menschen aus. Bei der Arbeit ist das Sitzen nicht grundsätzlich verkehrt, wie die Wissenschaft auch weiß. Denn im Sitzen ist der Mensch geistig leistungsfähiger. Diese Körperhaltung beansprucht nämlich weniger Energie und schafft so mehr Kapazität – und auch Aufmerksamkeit – für die Tätigkeit des Geistes. So erklärt sich auch, dass Menschen zum Beispiel mit Schlafmangel im Sitzen nachweislich leistungsfähiger sind als in anderen Positionen. Das hängt auch damit zusammen, dass im Sitzen das Herz weniger gefordert wird als im Stehen, geschweige denn in Bewegung.

Aber der Mensch ist nun mal nicht nur ein Gewohnheits-, sondern von seiner Anlage her auch ein Bewegungstier. Oder anders ausgedrückt: Er ist zum Sitzen eigentlich nicht geschaffen, zu viel davon tut ihm nicht gut, sondern schadet ihm. Deshalb empfehlen die Fachleute unisono mehr Bewegung – insbesondere all denjenigen, die im Alltag viel Zeit im Sitzen verbringen müssen, sei es auf der Arbeitsstelle und/oder dem Weg dorthin sowie zurück. Letztlich sind wir „modernen Menschen“ alle aufgerufen, uns auf unsere Erbanlagen als Bewegungswesen zu besinnen und auf mehr Ausgleich zu unserer Zeit im Sitzen zu achten. Denn der menschliche Körper ist nun mal genetisch für ein „bewegtes Leben“ programmiert. Und das bedeutet eben auch, dass ein Mangel an körperlicher Bewegung krankmacht. Von den Auswirkungen von zu viel Sitzen auf die Figur wollen wir erst gar nicht sprechen…

Aus all diesen Gründen empfiehlt es sich, nach Möglichkeiten zu suchen, um Sitzzeiten immer wieder durch Bewegung zu unterbrechen, sich gezielt Bewegung zu verschaffen: So etwa, indem man öfter mal die Treppe statt des Fahrstuhls oder der Rolltreppe benutzt und Wegstrecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt im Auto oder einem öffentlichen Verkehrsmittel zurücklegt. Das verbessert dann auch die Kalorienbilanz.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 09.12.2017

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