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20.07.2018

 

 

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Magie und Tradition in Navarra

Bären, Eisenmasken und Kuhglocken

Der Karneval in Navarra ist ein buntes und vielseitiges Treiben auf den Straßen, das die Bräuche und Traditionen der Einheimischen widerspiegelt, welche über Jahrtausende bewahrt wurden. Vor allem der Norden der Region ist eine wahre Karnevalshochburg.

Tänze, magische Rituale und farbenfrohe Darbietungen, die tief in der Kultur der ländlichen Bevölkerung verwurzelt sind machen den Karneval in Navarra aus. Bergleute, Hexen, bekannte Banditen und Hofmarschälle sind dann keine Seltenheit auf den Straßen im nördlichen Teil Navarras. Sie alle kündigen die bunteste Zeit des Jahres an - die Fastenzeit. Die meisten Feiern finden an den drei Tagen vor Aschermittwoch, im Jahr 2018 am 11., 12., und 13. Februar, statt.
 

Der Auftakt der Festlichkeiten ereignet sich in Arantza. „Los Mozorro Zuriak“, die Dorfjugend, kleidet sich vollständig in Weiß und zieht durch die umliegenden Dörfer, um Geld für das anstehende Wochenende zu sammeln, das von verschiedenen gastronomischen Zusammenkünften geprägt ist.



Die Karnevalshochburg von Navarra ist Lantz, ein kleines Städtchen zwischen den Tälern von Anué und Ultzama. Mit vielen Bräuchen und Traditionen wird hier der ländliche Karneval, bei dem ein paar Tage lang die Kräfte des Guten und des Bösen in einer symbolischen Schlacht gegeneinander kämpfen, gefeiert. Der zentrale Akt ist die Verbrennung des Banditen „Miel Otxin“. Begleitet wird das Spektakel von den „Txatxos“, auffällig verkleidete Gestalten, die vermummt und mit Besen und Stöcken bewaffnet durch die Straßen ziehen und laute Schreie ausstoßen.
 
Auch im nahegelegenen Goizueta wird auf originelle Weise und voller Freude gefeiert. Am Fastnachtsdienstag sind die Hauptakteure zwei Gruppen. Die „Zomorrok“ laufen mit verkohlten Gesichtern und Kuhglocken behangen durch die Straßen des Dorfes. Während ihres Streifzuges verkohlen sie mit ihren verrußten Händen die Gesichter der zuschauenden Frauen. Immer wieder treffen sie auf die zweite Gruppe, die „Mozorrok“, weiß gekleidete Gestalten mit roten Tüchern und Mützen, und tanzen gemeinsam den Pirouetten-Tanz „Zagi-Dantza".
 
In Lesaka finden die Feierlichkeiten am Karnevalsonntag statt. Am späten Nachmittag beherrschen die „Zaku Zaharrak", eine Gruppe von dreißig Personen, die Straßen. Sie sind mit alten Säcken bekleidet, die mit Stroh gefüllt sind. Begleitet von den „Mairus" Frauen, mit breitem Hut und bunten Schleifen sowie den „Goitarrak“, den Einwohnern der umliegenden Höfe, marschieren die „Zaku Zaharrak" im Takt der Musik, der von der Kapelle der Gemeinde vorgegeben wird, durch die Gemeinde.
 
In Bera findet der traditionelle Umzug am Faschingssonntag- und Montag, 18. und 19. Februar 2018, statt, Protagonisten sind hier Schäfer und „Nodrizas“, als Mädchen verkleidete Jungen. Die Menge teilt sich in zwei Gruppen und beginnt zu tanzen. Während des Tanzes werfen die „Nodrizas“ immer wieder Puppen, ihre Babys, in die Luft, um sie sicher und wohlbehalten wieder aufzufangen. Geleit bieten der Karnevalskönig „Momo“ der im majestätischen Gewand in seiner Kutsche sitzt, und weitere Personen, verkleidet als Charaktere aus dem Dorfalltag, darunter Bürgermeister, Richter, Priester und Offiziere.
 

Auch beim Karneval in Arizkun spielen die Traditionen eine wichtige Rolle. Die Karnevalsgesellschaft besteht aus einem Bären, dem „Hartza“, der von Kopf bis Fuß mit Schafshaut behangen ist, und seinen Hirten, buckligen Alten, maskierten Fantasiegestalten und einem Paar, das eine Hochzeit darstellt. Diese Darbietung, die 2018 am Vormittag des 20. Februars gezeigt wird, ist gleichermaßen einfach wie eindrucksvoll. Der Bär versucht, sich von seinen Hirten zu befreien und widersetzt sich mit ganzer Kraft jedem, der sich ihm in den Weg stellt. Die Kraft des Bären steht im Kontrast zur Eleganz des Tanzes „Sagar Dantza“, dem „Tanz des Apfels“, der den nahenden Frühling einläutet und am Nachmittag gezeigt wird.
 
Der Karneval von Unanua ist zwar weniger bekannt, doch wahrscheinlich der kurioseste und mysteriöseste. In der kleinen Gemeinde Sakana, im Nordosten Navarras, sind die Hauptakteure die weiß gekleideten „Mamuxarros“, die mit ihren fantastischen Eisenmasken das Publikum necken. Begleitet werden sie vom „Mutua“, dem Stummen, der ihnen verrät, wohin die Zuschauer fliehen. Auch er trägt eine Maske und ist als Frau verkleidet.
 
Die wundersamen Karnevalsfeierlichkeiten bieten tiefe Einblicke in die Kultur und Geschichte des ehemaligen Königreiches Navarra und bieten eine spannende Ergänzung zu den gastronomischen und Naturerlebnissen der Region.

Fotos: Reyno de Navarra

 


Veröffentlicht am: 14.12.2017

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