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17.08.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Wo sind die Christen?

Einige habe ich getroffen, aber…

Ich schrieb ja hier von dem wohl tollsten Weihnachtssingen beim  Fußball-Zweitligisten 1. FC Union. Das von den Fans organisierte Treffen war ja eigentlich der größte Open-Air-Weihnachtsgottesdienst mit 28.500 Besuchern, von denen sich bestimmt die wenigsten als kirchlich bezeichnen würden.

Ich musste aber auch erleben, dass in der Lausitz selbst am Weihnachtstag zwar ein Krippenspiel aufgeführt wurde und die Kirche auch sehr gut gefüllt war, aber wir alle ohne einen Segensspruch nach Hause geschickt wurden. Der nicht erläuterte Grund war, die Pastorin war nicht da. Ich frage mich, was das für einen Eindruck auf das ziemlich junge Publikum – der Altersdurchschnitt lag um die 40 – machen muss. Nun geht man schon mal Weihnachten in die Kirche, die Pastorin kommt aber nicht.

Ich habe dann nachgefragt und etwas erfahren, was mich ziemlich erschüttert hat, aber wohl nicht nur in der Lausitz die Regel ist. Die Pastorin war nicht etwa krank oder zuhause, sie war schlicht überfordert. Zu Ihrem Arbeitsgebiet gehören zehn Kirchen. Man stelle sich einmal vor, die Kirchenfrau möchte am Heiligen Abend überall auch nur einen Gottesdienst von vielleicht 30, 40 Minuten halten. Sie hätte früh um sechs anfangen müssen und wäre so gegen 20 Uhr fertig, denn sie hätte ja auch noch von Dorf zu Dorf fahren müssen. Die Frage wäre, ab wann sie total heiser gewesen wäre.

Und doch, es kann nicht sein, dass an dem Fest der Christenheit, an dem einzigen Tag des Jahres, an dem die Kirchen voll sind, kein Geistlicher, keiner, der das Recht zur Predigt und des Spendens des Segens hat, vor den Gemeinden steht. Egal wie, aber das muss die Kirche hinbekommen.

Bekommt die Kirche es nicht einmal am Heiligen Abend hin, dass Gottes Wort den Christen, aber auch den vielen Menschen, die sich nicht als Christen betrachten, verkündet wird, sollte sie überlegen, ob sie sich nicht gleich total aus der Gesellschaft verabschiedet. Wenn die Kirche ihre Gemeinden ohne Geistliche sich selbst überlässt, dann ist nicht der Islam für die von einigen befürchtetet die Gefahr der Islamisierung des Landes verantwortlich, dann ist es die Kirche selber.

Kirche, die den Menschen schon deshalb nichts mehr zu sagen hat, weil keiner da ist, der spricht, gibt ihren Platz in der Gesellschaft auf. Was die Diktaturen in Deutschland nicht geschafft haben – die Säkularisierung der Gesellschaft – das schafft zumindest im Osten die Kirche. Sie schafft es ganz einfach dadurch, dass sie nicht mehr präsent ist.

Nun können Sie mir vorwerfen, dass ich mal wieder jammere, oder um es positiver auszudrücken, den Finger in die Wunde lege, aber sonst nichts tue. Doch der Vorwurf geht ins Leere, denn ich habe dem Gemeindekirchenrat in dem kleinen Lausitzer Dorf Groß-Schacksdorf meine Mitarbeit angeboten. Sie können sicher sein, dass ich schon einige Ideen dafür habe, wie man die Kirche wortwörtlich im Dorf lassen kann.

Jetzt gibt es erst einmal eine Tasse Frühstückskaffee. Ansonsten bin ich noch satt von der Weihnachtsgans.

Ihnen wünsche ich einen gesegneten zweiten Weihnachtstag.

 


Veröffentlicht am: 26.12.2017

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