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Morgengruß von Helmut Harff: Merkwürdige Diskussionen

… über die deutschen Fernsehnachrichten

Wir haben wirklich keine Probleme – zumindest scheint das so. Wieso sonst wenden wir Zeit und sicherlich auch Geld für die Diskussion darüber auf, welche Länder wie oft in den öffentlich-rechtlichen Medien auftauchen.

Unabhängig von konkreten Vorwürfen und so genannten Studien und ihre Auswertungen  passen diese Meinungsäußerungen gut ins politische Bild. Vielen passt das gebührenfinanzierte Programm nicht. Den einen ist es zu staatsnah, andere fürchten die Konkurrenz und andere wollen einfach keine Gebühren zahlen. Da passt es, wenn man sich darüber beschwert, dass bestimmte inländische Regionen genau wie viele fremde Länder weniger als andere in den Medien vorkommen.

Für eine Befeuerung dieser Diskussion sorgte schon vor einiger Zeit Sachsen-Anhalts Staatsminister Rainer Robra, als er die Abschaffung der Tagesschau forderte. Der CDU-Politiker beklagt, dass Themen aus Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland in der ARD kaum prominent platziert werden. Heute hörte ich nun von einer Studie, wonach es Länder gibt, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mehr vorkommen als andere.

Toll, wie soll es auch anders sein. Wobei ich gerade in diesem – dem Lutherjahr – Herren Robra nicht verstehe. Gerade im zu Ende gehenden Jahr war Sachsen-Anhalt sehr oft in den Medien. Das nützte allerdings auch nicht viel – ein Brennpunkt in Deutschland ist das Bundesland nun wirklich nicht. Wobei Sachsen-Anhalt viel zu bieten hat. Vielleicht versucht es Herr Robra mal mit besserer Pressearbeit seitens der Landesregierung.

Ich weiß nicht ob es ihn tröstet, aber als Berliner kann ich mich nicht über mangelnde Medienaufmerksamkeit beklagen. Eigentlich, denn Baumschulenweg – mein Kitz in Berlin – kommt in den Medien so häufig vor wie die sachsen-anhaltinischen Städte Stassfurt, Gardelegen oder Zeitz.

Und international? Da stellte ein Germanist fest, der unzählige Tagesschausendungen auswertet, dass es Länder gibt, die medial kaum existieren. Klar wird ständig über Deutschland, die USA, Russland, China oder Nordkorea, aber auch über die permanenten Kriegs- und Krisengebiete berichtet. An kirchlichen Feiertagen rückt auch mal der Vatikan ins mediale Blickfeld. Doch was soll man aus Andorra (liegt in Europa) über Togo oder Guyana berichten? Solche Länder geraten eigentlich nur angesichts irgendwelcher Katastrophen in die Nachrichten. Eventuell gibt es von dort mal Dokumentarfilme, doch die laufen zumeist erst in den frühen Nachtstunden.

Ich finde ja, dass man auch die öffentlich-rechtlichen Sender sehr wohl kritisieren kann. Ich verstehe auch nicht, warum man als gebührenfinanzierte Anstalten auf die Quote wie das Kaninchen auf die Schlage sehen muss. Doch festzustellen, dass für viele Menschen andere deutsche Regionen interessanter als eben Sachsen-Anhalt oder Andorra ist und deshalb ARD und ZDF in Frage zu stellen, dass geht dann doch zu weit.

Vielleicht ist es ja sogar ein gutes Zeichen, wenn Sachsen-Anhalt, wenn Andorra oder Baumschulenweg wenig oder auch gar nicht medial vertreten sind. Sieht man sich mal die Nachrichten an, so bestehen die zumeist aus negativen, wenn nicht sogar aus Horrormeldungen. Taucht eine Region nicht auf, so zeigt das, dass dort alles in Ordnung ist. Das sollte auch Herren Robra freuen.

Ich höre wie schon seit Jahren auch zum Frühstück Deutschlandradio Kultur.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 28.12.2017

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