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Morgengruß von Helmut Harff: Wetterunbilden

… und unsere Ohnmacht

Wer seine Bibel kennt oder wenigstens im Religionsunterricht nicht nur geschlafen hat, kennt diese Stelle:  Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, was auf Erden kriecht!

Wir haben also den göttlichen Auftrag, uns die Erde untertan zu machen. Sieht man sich auf der Erde um, so haben wir das sehr wörtlich genommen und ganze Arbeit geleistet. Selbst so unwirkliche Gegenden wie die großen Wüsten oder die Polkappen haben wir mit unserem menschlichen Tun nicht verschont.

Aber was hat uns dieser göttliche Auftrag gebracht? Wir sorgen für eine rasante Veränderung des Klimas, wie es sie ansonsten nur nach riesigen Naturkatastrophen oder dem Einschlag eines Brockens aus dem Weltall gab. Wir erleben Hochwasser, Dürren, Kälteeinbrüche und riesige Schneemengen. Aktuell haben wir mit der Einstellung des Bahnverkehrs angesichts von Stürmen zu tun. In den Alpen geht nach massiven Schneefällen an vielen Orten nichts mehr. Auf Flüssen ruht die Schifffahrt und die Anwohner üben sich zum wiederholten Male im Sandsack-Stapeln.

Haben wir versagt? War der göttliche Auftrag zu groß für uns? Ist Gott mit seinem Auftrag an uns dafür verantwortlich, dass wir augenscheinlich immer mehr darunter leiden, dass sich die Natur wehrt? Hat Gott vergessen, der Natur zu sagen, dass sie sich uns Menschen unterwerfen soll?

Ich glaube, dass all diese Fragen mit einem klaren Nein zu beantworten sind. Wir können uns nicht hinter einem göttlichen Auftrag verstecken. Wir haben – davon bin ich überzeugt – einfach Gott falsch verstanden. Das können wir nämlich sehr gut, Dinge falsch zu verstehen. Wir haben unter „untertan machen“ versklaven verstanden. Doch meinte das Gott? Ich meine, nein. Wieso sollte er uns den Auftrag geben, seine eigene Schöpfung zu versklaven? Das macht einfach keinen Sinn.

Wir haben ja zumindest in der westlichen Welt irgendwann verstanden, dass es wenig sinnvoll ist, Menschen zu versklaven. Wir schufen die Menschenrechte. War das gegen den göttlichen Willen? Es dauerte noch um einiges länger, bis diese Menschenrechte nicht nur für die Männer galten. War die Gleichberechtigung etwas, was dem göttlichen Willen nicht entsprach? Sicherlich nicht.

Nun wird es Zeit, dass wir Naturrechte definieren. Wobei ich damit nicht eine abstrakte, so kaum noch existierende Natur meine, sondern die durch uns seit jahrtausenden geformte Natur. Wir müssen zu einem Miteinander zwischen Menschen und Kulturlandschaft kommen. Klar, war ein Sklave eine billige Arbeitskraft, billiger als ein Pferd. Und doch geht es uns heute viel besser, obwohl wir die Sklaverei abgeschafft haben. Wieso soll es uns nicht auch besser gehen, wenn wir die Versklavung der Natur beenden?

Ja, als Menschheit können wir sicherlich nicht existieren, wenn wir uns die Natur nicht untertan machen. Wir werden aber nur schwer überleben können, wenn wir die Natur weiter versklaven.

Wie bekomme ich nun den Schlenker zum Frühstück hin? Ich gehe ganz einfach erst einmal Kaffee kochen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Ich hoffe, Sie müssen nicht gerade unter der wehrhaften Natur leiden.

 


Veröffentlicht am: 23.01.2018

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