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Morgengruß von Helmut Harff: Beten?

… scheint aus der Mode gekommen zu sein

Martin Luther meinte einst: „Heute habe ich viel zu tun, da muss ich viel beten.“ Den Spruch kennen sicherlich viele Protestanten, doch beten sie, beten wir deshalb? Die meisten schütteln jetzt sicherlich den Kopf. So sind die Zeiten, hört man dann. Beten ist aus der Mode gekommen.

Das stimmt und doch nicht – zumindest nicht ganz. Ich wundere mich immer wieder, wenn ich zu Weihnachten oder zu kirchlichen Konzerten in die Kirche gehe und der Pfarrer dann zum gemeinsamen Gebet des Vater Unser auffordert. Ich wundere mich darüber, wie viele diese Worte kennen, das Gebet mitsprechen.

So ganz scheint das Beten also doch noch nicht aus der Mode gekommen zu sein. Und doch, beten, von dem Luther sagte, es wäre  das Handwerk der Christen, ist längst nicht mehr Teil des öffentlichen Lebens. Als Kind, also vor mehr als 50 Jahren, beobachtete ich noch viele Menschen, die zum Beispiel vor dem Essen ein Gebet sprachen. Heute kann ich das selbst im katholischen Süden kaum noch sehen – zumindest nicht, wenn mehr als die Familie zugegen ist. Vielleicht wäre es ja auch etwas komisch, wenn man an der Dönerbude oder bei der Entgegennahme eines Café to go betet: „… und segne, was Du uns bescheret hast“.

Doch warum sollen wir uns nicht bedanken, für das was auf dem Tisch steht? Weil Gott damit nichts zu tun hat? Weil wir unser Essen nicht Gott verdanken? Warum stöhnen wir dann gern ein „Oh Gott“? Warum wünschen wir ein „Grüß Gott, ein „Vergelts Gott“? Warum besuchen wir Kirchen, nehmen dort den Hut ab, sind leiser, sogar still, haben nicht das Handy in der Hand? Weil es keinen Gott gibt?

Ich gebe zu, auch ich habe mein Problem mit dem Beten, auch ich bete nicht vor dem Essen. Ich habe das nie gelernt. Ich bete aber auch nicht, wenn ich beispielsweise eine Prüfung, ein Einstellungsgespräch oder ähnlich schwierige Situationen vor mir habe. Was soll ich da sagen? Gott hilf? Wem soll Gott - in welcher Form den es auch immer gibt – alles helfen? Ich halte es da mehr mit dem Spruch: Hilf Dir selbst, dann hilft dir Gott.

Ich halte es aber auch mit der ehemaligen Bischöfin Margot Käßmann. Die sagte einmal, dass sie sich im Gebet nichts wünscht, sondern bedankt. Danke sagen ist doch eine schöne Sache. Warum sich nicht bei Gott bedanken, auch wenn man sich gerade selber geholfen hat oder Hilfe von einer Seite kam, die man vielleicht gar nicht kennt.

Danke sagen – ob nun Gott oder einem Menschen – das sollten wir ohnehin viel häufiger machen. Es kostet nichts, es tut nicht weh. Ein Danke ist schnell ausgesprochen und sorgt bei beiden, dem Danksager und dem Dankempfänger, für ein gutes Gefühl. Ist keiner da, dem man Danke sagen kann, dann kann man den Dank eben auch an Gott richten.

Ich danke jetzt für mein Frühstück – der besten Frau der Welt und Gott. Letzterem eben für die beste Frau der Welt und das gemeinsame Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Allen, die Morgen für Morgen meine Kolumne lesen, ein Vergelts Gott oder einfach: Danke.

 


Veröffentlicht am: 25.01.2018

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