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Mit oder ohne: Wann müssen Weisheitszähne raus?

Was Patienten rund um die „Achter“ wissen sollten

Deutsche Zahnärzte entfernen jährlich etwa eine Million Weisheitszähne. Damit ist der Eingriff einer der häufigsten in der Zahnmedizin. Nicht immer ist er medizinisch notwendig – immer aber mit Risiken verbunden.

Welche Probleme Weisheitszähne bereiten können und wann sie raus müssen, weiß Anke Hartosch, Zahn-Expertin der ERGO Direkt Versicherungen. Zudem gibt sie Tipps, was Patienten nach einem Eingriff beachten sollen.

Jeder Mensch hat ab einem Alter von etwa 12 Jahren 28 Zähne. Damit ist das Gebiss komplett – wenn da nicht noch die Weisheitszähne wären. Sie sind ein Überbleibsel der Evolution und mittlerweile nicht mehr bei jedem vorhanden. „Manche Menschen bekommen alle vier, andere dafür beispielsweise nur zwei oder gar keine Weisheitszähne“, erklärt Anke Hartosch, Zahn-Expertin der ERGO Direkt Versicherungen. In der Regel zeigen sie sich frühestens ab dem 16. Lebensjahr, gelegentlich aber auch deutlich später. Von der Mitte des Gebisses aus gezählt sind sie die jeweils achten Zähne, weshalb Zahnärzte auch von den „Achtern“ sprechen.

Erste Anlaufstelle bei Problemen: Der Zahnarzt

Nicht immer verursachen durchbrechende Weisheitszähne Probleme. „Einige Symptome sind jedoch typisch, zum Beispiel Schmerzen im Gesicht, Schwellungen im Kieferbereich oder ein empfindliches, geschwollenes und blutendes Zahnfleisch“, erklärt Hartosch. Weisheitszähne können zudem beim Kauen hinderlich sein, wenn sie auf Backenzähne des Gegenkiefers treffen. Hier hilft ein Gang zum Zahnarzt. Er untersucht das Gebiss und röntgt es meist zusätzlich. Das Röntgenbild zeigt, in welchem Zustand die Weisheitszähne sind und wie sie sich entwickeln. Lassen sich leichte Symptome, beispielsweise eine Schwellung, gut behandeln und gliedern sich die Weisheitszähne problemlos in eine bestehende Zahnreihe ein, ist ein Eingriff nicht zwingend notwendig. Hier sollten Zahnarzt und Patient abwägen, denn mit der Operation sind immer auch Risiken verbunden. Dazu gehören etwa Infektionen, wenn Bakterien in die Wunde gelangen, oder vorübergehende sensorische Störungen, wenn Nerven Schaden nehmen.

Weisheitszähne ziehen

Dauern die Beschwerden jedoch an oder hat sich bereits eine Infektion am Zahnfleisch, Karies oder eine Wurzelentzündung gebildet, kommen Patienten um einen Eingriff nicht herum. „Warten Betroffene bei Problemen zu lange, können die Weisheitszähne zusätzlich die anderen Zähne verschieben oder auch so stark auf den nächsten Backenzahn drücken, dass sich dessen Wurzel auflöst“, so die Expertin von ERGO Direkt. Rät der Zahnarzt ausdrücklich zu einer Entfernung der Weisheitszähne, sollten Patienten daher seinem Rat folgen. Wer unsicher ist, kann sich eine zahnärztliche Zweitmeinung einholen.

Tipps nach einem Eingriff

Damit die Operation unkompliziert und möglichst schmerzfrei abläuft, ist es wichtig, sich an einen spezialisierten Kieferchirurgen oder einen erfahrenen Zahnarzt zu wenden. „Zahnärzte überweisen ihre Patienten häufig an einen Kieferchirurgen“, weiß die ERGO Direkt Expertin. Nach dem Eingriff haben die Betroffenen meist mit Schmerzen und geschwollenen Backen zu kämpfen. „Gegen die Schwellung hilft ausgiebiges Kühlen, zum Beispiel mit Coolpacks. Um Unterkühlungen zu verhindern, sollten Coolpacks jedoch nicht im direkten Kontakt mit der Haut sein“, rät Anke Hartosch.

Bei Schmerzen können Betroffene auf Schmerzmittel zurückgreifen, die keine blutverdünnende Wirkung haben. Essen sollten sie für etwa drei Tage nur flüssige oder breiige Mahlzeiten, auf Milchprodukte wie Joghurt oder Käse sollten sie verzichten. Diese Produkte enthalten Milchsäurebakterien, die in die Wunde gelangen und dort Entzündungen hervorrufen können. Darüber hinaus ist es ratsam, keine koffeinhaltigen Getränke wie Kaffee oder Cola und auch keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Denn Koffein und Alkohol erhöhen den Blutdruck, was zu Nachblutungen an der Wunde führen kann. Alkohol ist zudem schlecht für die Wundheilung.

Nach jedem Essen empfiehlt es sich, den Mund mit Wasser auszuspülen – nach frühestens zwei Tagen auch mit antibakterieller Mundspülung. Jedoch nicht früher, da solche Spülungen ebenfalls Alkohol enthalten. Wer starke Nachblutungen hat, sollte in jedem Fall seinen Zahnarzt aufsuchen.

Quelle: ERGO Group

 


Veröffentlicht am: 01.02.2018

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