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18.06.2018

 

 

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Das Kulturjahr 2018 im Tessin

Man sollte sich viel Zeit nehmen

Das kulturelle Angebot des Tessins bleibt der facettenreichen Landschaft des Kantons nichts schuldig. So warten kleine und grosse Museen mit spannenden Ausstellungen auf. Das LAC in Lugano zeigt die Werke Pablo Picassos aus einem neuen Blickwinkel, während das Casa Rusca in Locarno den Tessiner Stararchitekt Mario Botta, anlässlich seines 75. Geburtstag, mit einer Sonderausstellung ehrt.

Eines der bedeutendsten religiösen Monumente ist die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso in Locarno, in deren wiedereröffnetem Museum ab Ostern ausgewählte Kunstschätze zu bewundern sind. Die Villa Ciani entführt ihre Besucher mit einem virtuellen Rundgang in die Vergangenheit und die Kulturszene Luganos lädt zweimal im Jahr zum Tag der Open Gallery ein, während die Galleria Berno Sacchetti in Ascona neben Kunstgenuss nun auch Gaumenfreuden bietet.

Ebenso vielfältig ist die Tessiner Theaterwelt: Ein Juwel europäischer Kulturgeschichte ist das Teatro Sociale in Bellinzona. Das Gelände des Castelgrande in Bellinzona ist Kulisse für das mittelalterliche Spektakel «Spada nella Rocca», welches in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindet. Im Süden des Tessins erwachen die Marmor Steinbrüche von Arzo zu neuem Leben und feiern im Mai Premiere im neu geschaffenen Amphitheater. Und nicht zuletzt wird ein weiterer Wurf aus der Feder von Mario Botta das kulturelle Angebot des Tessins bereichern, wenn ab Herbst 2018 das «Teatro dell’architettura» in Mendrisio der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

LAC Lugano Arte e Cultura: Picassos unbekannte Seite

«Uno sguardo differente» heisst die Ausstellung, die vom 18. März bis 17. Juni 2018 im Museo d’Arte della Svizzera Italiana (MASI) im LAC Lugano Arte e Cultura zu sehen ist. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Musée Picasso in Paris realisiert und zeigt 130 Werke, 105 Zeichnungen und 15 Skulpturen, die der Maler zwischen 1905 und 1967 anfertigte. Die Auswahl schliesst jede Phase seiner künstlerischen Entwicklung ein - von der Blauen Periode über den Kubismus bis hin zu den letzten Arbeiten. Der Kunsthistoriker Maurice Rheims, der die persönlichen Vermögenswerte Picassos nach dessen Tod katalogisierte, entdeckte insgesamt über 45.000 unveröffentlichte Werke. Im diesem Kontext bietet die Ausstellung «Uno sguardo differente» einen wortwörtlich anderen Blickwinkel auf das Schaffen des Spaniers. Die bisher weniger bekannten Exponate lassen Besucher die Entwicklung des künstlerischen und persönlichen Wegs von Pablo Picasso besser verstehen. Jeden ersten Sonntag im Monats ist der Besuch des Museums kostenlos.

Villa Ciani in Lugano: Virtueller Besuch in der Vergangenheit

Wenige Schritte von der Altstadt Luganos entfernt liegt der Parco Ciani, eine der prachtvollsten Grünanlagen der Schweiz. Im subtropischen Klima am Luganer See blühen Palmen, Rosen, Azaleen, Magnolien und Kamelien. Die Geschichte des Parks beginnt um 1845, als das Grundstück von den Brüdern Giacomo und Filippo Ciani, adlige Geschäftsleute aus Mailand, gekauft wurde. Sie legten den Stadtpark an, renovierten und erweiterten die historische Villa, die darin eingebettet ist. Heute erstreckt sich die Villa Ciani über drei Etagen mit insgesamt 30 Sälen, in denen regelmässig Ausstellungen stattfinden und die exklusiv für Veranstaltungen gebucht werden können.

Jeden ersten Samstag im Monat lädt die Villa ausserdem zum virtuellen Rundgang ein. In dem ehemaligen Wohnhaus der Gebrüder Ciani können Besucher dann von 10 bis 18 Uhr in die Vergangenheit eintauchen. Smartglasses machen die ursprüngliche Einrichtung sichtbar und versetzen die Besucher ins 19. Jahrhundert zurück. Die Tour kostet 10 Schweizer Franken (5 CHF/Kinder) und ist auf Italienisch, Französisch, Deutsch und Englisch buchbar. 
 
Luganos Kulturszene lädt zur «Open Gallery»

Lugano, die grösste Stadt im Tessin, ist nicht nur der drittwichtigste Finanzplatz der Schweiz, sondern zeichnet sich auch durch eine lebendige Kunst- und Kulturszene aus. Neben dem Kulturzentrum LAC Lugano Arte e Cultura lockt die Stadt mit zahlreichen Museen sowie einer bunten Landschaft an Kunstgalerien und Ateliers im Herzen der Stadt. Gelegenheit zum Entdecken bietet zweimal im Jahr die Veranstaltung «Open Gallery». Knapp 40 Galerien und Museen öffnen dann ihre Türen und laden Besucher mit Vernissagen, Konzerten, Lesungen und Aperitifs dazu ein, die Kunstszene hautnah zu erleben. An einigen Orten sind die Künstler gar persönlich anzutreffen. Termine: 8. April und 2. Dezember 2018, jeweils von 12.00 bis 19.00 Uhr. Der Eintritt in die teilnehmenden Museen und Galerien ist an diesen Tagen kostenlos.

Sonderausstellung in Locarno: Mario Bottas Sacralbauten in aller Welt

Vom 25. März bis 12. August 2018 beherbergt die städtische Pinakothek Casa Rusca in Locarno unter dem Motto «Mario Botta. Spazio Sacro», eine Ausstellung über die sakralen Architekturen Mario Bottas. Eine Initiative zum 75. Geburtstags des Stararchitekten, der 1943 in Mendrisio geboren wurde und sich in den 50 Jahren seiner Arbeit immer wieder mit Kirchen auseinandersetzte. Erstmalig werden damit 22 Sakralbauten, die er in Ländern wie der Schweiz, Italien, Frankreich, Israel, Ukraine, Südkorea und China realisiert hat, gemeinsam präsentiert. Drei Projekte befinden sich aktuell sogar noch in der Realisierungsphase. Anhand von Originalmodellen, Zeichnungen und überdimensionalen Abbildungen werden u.a. die Auferstehungskathedrale in Évry, die Tessiner Kirchen von Mogno und dem Monte Tamaro, aber auch Synagogen wie die Cymbalista Synagoge and Jewish Heritage Center in Tel Aviv oder Moscheen, wie die im chinesischen Yinchuan, zu sehen sein.

Wiedereröffnung des Casa del Padre in der Wallfahrtskirche Madonne del Sasso

Die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso in Orselina gehört zu den bedeutendsten religiösen Monumenten im Tessin. Selbstbewusst thront sie auf einem Felsvorsprung oberhalb von Locarno, von dem aus man eine wunderbare Aussicht auf den Lago Maggiore und die umliegenden Berge hat. Seine Entstehung verdankt das Wahrzeichen Locarnos dem Franziskanerbruder Bartolomeo d’Ivrea, dem anno 1480 am Abend vor Maria Himmelfahrt auf wundersame Weise die Mutter Gottes erschienen sein soll. So liess sich der Geistliche dort als Einsiedler nieder und zwischen 1485 und 1487 wurde die erste Kapelle auf dem Hügel erbaut. Nach und nach entstanden das Sanktuarium Madonna del Sasso und die Klosteranlage, in der heute noch sieben Kapuzinermönche leben. Seit 1848 gehört das Kirchen- und Klostergebäude dem Kanton, der von 2004 bis 2011 rund zehn Millionen Schweizer Franken für die Restaurierung aufwendete.

Wichtigstes Heiligtum ist die «wundertätige» Statue der Madonna del Sasso aus dem 15. Jahrhundert. Das Kircheninnere ist mit Stuckarbeiten und Fresken dekoriert, die nach den Restaurierungsarbeiten ihre Leuchtkraft wiedergewonnen haben. Zu sehen sind zudem wertvolle Altarbilder von Bramantino (1520) und von Antonio Ciseri (1870). Einen besonderen Schatz birgt die grosse Bibliothek. Sie umfasst ca. 14.000 Exemplare von 1400 bis 1900. Das Museum «Casa del Padre”, im ehemaligen Wohnhaus der Klosterbrüder, war während der Restaurierungsarbeiten mehrere Jahre geschlossen und wurde im Herbst 2017 mit einer neu arrangierten Ausstellung wiedereröffnet, die 2018 ab Ostern bewundert werden kann.

Zu sehen sind ausgewählte Schätze der Wallfahrtskirche wie Weihegaben, Gegenstände des Religionskults, diverse Gemälde des Malers Antonio Ciseri sowie zahlreiche Exvotos. Zum gesamten Komplex des Sacro Monte gehören zudem ein Kreuzweg sowie weitere Kapellen rund um das Klostergebäude. Die Via Crucis mit ihren zwölf restaurierten Kreuzwegkapellen, die Szenen der Leidensgeschichte Christi darstellen, sowie eine Standseilbahn führen von Locarno aus zu der Kirche hoch auf den heiligen Berg. Der Wallfahrtsort gilt zudem als Ausgangspunkt für Wanderungen, da er sich in unmittelbarer Nähe der Talstation von Orselina-Cardada-Cimetta befindet.

Galleria Berno Sacchetti: Kunstgenuss und Gaumenfreuden unter einem Dach

Ascona, mondän und romantisch, empfängt eine exklusive und elegante Gesellschaft. Gepflegte Boutiquen und Kunstgalerien öffnen sich in Gassen und auf Plätzen, die den typischen Charakter eines malerischen Fischerdorfes bewahrt haben. Eine lange Tradition in der Kulturszene der Region hat die Galerie Sacchetti, im Herzen der Altstadt. Ihr Schwerpunkt liegt auf moderner und zeitgenössischer Kunst sowie der Beratung beim Kauf und Verkauf von Kunstobjekten und -nachlässen. Untergebracht ist die Galerie in einem ehemaligen Konvent aus dem 16. Jahrhundert, zu dem auch ein lauschiger Garten gehört. Es soll ein lebendiger Ort der Begegnung mit Kunst und Kultur in freundlicher, ungezwungener Atmosphäre sein. Deshalb hat Geschäftsführerin Claudia Mauthe in den ehrwürdigen Gemäuern nun auch das Bistro „Stuzzichini“ eröffnet. In der kleinen Gaststube mit Kamin und dem dazugehörigen Garten werden „Stuzzichini“, zu Deutsch „kleine Speisehäppchen“, aus lokalen Produkten und hausgemachten Spezialitäten serviert.

Teatro Sociale in Bellinzona: ein Juwel europäischer Kulturgeschichte

Im Herzen von Bellinzona befindet sich ein ganz besonderes Juwel europäischer Kulturgeschichte. Im Stil der Mailänder Scala errichtet, gilt das 1847 eröffnete Teatro Sociale als schönstes Beispiel klassizistischer Theaterarchitektur in der Schweiz und ist Teil der europäischen Route historischer Theater. Nach der Restaurierung durch die Architekten Giancarlo und Pia Durisch 1997, zeigt sich das Schauspielhaus originalgetreu mit frischem Grünton, weiss-goldenen Stuckmasten und Verzierungen. Das Besondere: die Logenwände sind in beiden Rängen erhalten. Unter der künstlerischen Leitung von Gianfranco Helbling ist das Teatro Sociale von Oktober bis April ein äusserst lebendiges Zentrum des Theater- und Musiklebens.

Wer in die besondere Atmosphäre dieses Ortes eintauchen möchte, kann das am besten bei einer Theateraufführung. In deutscher Sprache wird am 12. April 2018 vom Theater Orchester Biel Solothurn «Biedermann und die Brandstifter» aufgeführt. Darüber hinaus werden vom Tourismusbüro Führungen angeboten. Im Juli organisiert das Teatro Sociale ausserdem das fünftägiges Open Air-Theaterfestival "Territori" in den Gassen der Altstadt von Bellinzona mit Performance, Tanz und Installationen.

Seit 20 Jahren: Mittelalterfest «Spada nella Rocca» in Bellinzona

Auf dem Gelände des Castelgrande in Bellinzona lebt am 26. und 27. Mai 2018 zum 20. Mal das Mittelalter wieder auf. Gut 300 Figuranten versetzen die Besucher bei diesem historischen Spektakel auf der UNESCO-Weltkulturerbe Burg zwei Tage lang zurück ins Hochmittelalter. Funkelnde Schwerter und Helme, bunte Gewänder und wehende Fahnen – das und vieles mehr ist die „Spada nella rocca“. „Das Schwert im Fels“, wie der seit 1999 durchgeführte Anlass übersetzt heisst, zeichnet Szenen aus dem Leben von damals nach, mit Turnieren für Schwertkämpfer, Ritter, Pfeilbogenschützen und Fahnenschwinger, mittelalterlichen Abendessen und Einblicken in die Handwerkskunst.

Das neue Amphitheater in den Marmor Steinbrüchen von Arzo feiert Premiere

Im Steinbruch von Arzo haben die Menschen seit Jahrhunderten tief gegraben, um die Schönheit des Marmors ans Licht zu bringen. Zur Verschönerung von Palazzi und Kirchen wurde der Tessiner Marmor an vielen Orten weltweit verwendet: Im Petersdom in Rom, in den Domen von Mailand und Como, im Berner Bundeshaus, im Wallfahrtskloster zu Einsiedeln und in der Confiserie Sprüngli in Zürich. Rund um das UNESCO-Welterbe-Gebietes des Monte San Giorgio gab es einst etwa fünfzig Steinbrüche. Der Familienbetrieb Rossi & Ci. betrieb den letzten davon bis 2009 in sechster Generation. 2017 erwachten die Marmor Steinbrüche von Arzo nun wieder zu neuem Leben.

Im Auftrag des Patriziats kümmert sich Valentina Rossi um die Wiederaufwertung des alten Steinbruchs. Sie tritt damit in siebter Generation in die Fusstapfen ihrer Familie, die sich zuletzt mit ihrem Vater Oreste Rossi der Arbeit in den Marmor Steinbrüchen von Arzo verschrieben hatte. In einem ehemaligen Werksgebäude und auf dem Gelände der Steinbrüche wurde mit dem «Percorso della pietra» ein Lehrpfad über die Arbeit und die Geschichte des Marmorabbaus eingerichtet. Darüber hinaus soll ein in die Landschaft gemeisseltes, natürliches Amphitheater als Rahmen für Veranstaltungen dienen. Vom Architekten Enrico Sassi zum modernen Freilufttheater ausgebaut, feiert diese neu geschaffene Kulturstätte im Mai 2018 Premiere. Vom 11. bis 19. Mai 2018 lässt die Vorstellung CAVA die Zuschauer in die magische Landschaft der Marmor Steinbrüche von Arzo eintauchen. Unter den Schauspielern ist auch die in der Region lebende Schweizer Clownin Gardi Hutter. Regie führt ihr Sohn Juri Cainero. Tickets gibt es unter www.cavaviva.ch.

Im Herbst 2018 öffnet das «Teatro dell’architettura» in Mendrisio

Das Tessin ist die Heimat der zeitgenössischen Architektur, welche Namen von internationalem Ruf wie Luigi Snozzi, Aurelio Galfetti und Mario Botta hervorgebracht hat. Es ist daher nicht verwunderlich, dass im Jahr 1996 die Akademie für Architektur in Mendrisio eröffnet wurde, an deren Gründung Stararchitekt Mario Botta massgeblich beteiligt war und der er von 2011 bis 2013 als Direktor vorstand. Auf dem Campus der Architekturfakultät wird im Herbst 2018 das «Teatro dell’architettura» eingeweiht, der neuste Wurf aus der Feder von Mario Botta. Das kreisrunde Gebäude wird mit einem Investitionsvolumen von 14 Millionen Franken errichtet und umfasst etwa 2300 Quadratmeter auf vier Ebenen für Veranstaltungen und Ausstellungen, darunter ein Mehrzweckraum von 350 Sitzplätzen.

Das Teatro soll ein Ort sein, der die Aktivitäten des Campus weiter auszubaut, eine Werkstatt für Ideen sowie kulturelle Debatten über Architektur und zeitgenössische Kunst. Ergänzt wird es durch Archiv- und Ausstellungsräume, die den Themen Bühnenbildern, Design, Mode und dem Verlagswesen gewidmet sind. Eine erste Ausstellung wird sich ab 11. Oktober 2018 dem US-amerikanischen Architekten Louis I. Kahn gewidmet sein, einem der wichtigsten Lehrer Bottas. 

Foto: Botta-Chiesa di San Giovanni Battista, Mogno © Enrico Cano

 


Veröffentlicht am: 17.02.2018

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