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Aufgespießt: Einsam

(K)ein Fall für die Politik

(Helmut Harff / Chefredakteur) Ein Thema, das immer mehr in den Fokus gerät, aber eigentlich sehr alt ist, ist die Einsamkeit von Menschen. Es ist augenscheinlich so brisant, dass man in Großbritannien dafür sogar einen eigenen Ministerposten geschaffen hat.

"Einsamkeit ist die traurige Realität des modernen Lebens", so die Begründung der britischen Premierministerin Theresa May für das neue Amt. Wie gesagt, ich glaube, dass das Thema nicht wirklich neu ist, aber sich rasant auswächst.

Immer mehr Menschen sind einsam - und das völlig unabhängig vom Alter, Bildungsgrad und Besitzverhältnissen. Eigentlich klingt das unlogisch. Man kann doch ins Konzert gehen, kann reisen oder sich sonstwie unter das Volk mischen. Kann man, doch ändert das etwas daran, einsam zu sein? Nein, das ändert erst einmal nichts daran. Wenn man allein reist, ins Konzert geht oder sogar zum Karneval geht, heißt das ja noch lange nicht, dass man da nicht einsam ist. Klar, man ist unter Menschen, man ist nicht allein, aber man ist einsam.

Einsam? Ja, alle um einen herum unterhalten sich, lieben sich, streiten sich - und man selber? Man steht daneben und sieht nur zu. In vielen Fällen ist die Einsamkeit gerade dann am bedrückensten, wenn man sich in einer großen Menschenmenge befindet. Wer dann nicht wirklich kommunikativ ist und das Glück hat, auf kommunikative Menschen zu stoßen, der bleibt einsam.

Einsam ist ziemlich logisch der, der eben keine Ansprechpartner hat beziehungsweise die nicht suchten kann oder die einfach nicht findet. Wer allein zuhause sitzt, wer allein seinem Job nachgeht, wer nur passiv konsumiert, der ist einsam. Das trifft auch auf junge Menschen zu, die beispielsweise vor dem Fernseher oder dem Computer geparkt werden.

Doch braucht es dafür ein eigenes Ministerium? Was will das tun? Wir sind es, die etwas tun müssen. Mit wir meine ich nicht die Einsamen, denn die kommen nur schwer aus dieser Einsamkeitsfalle heraus. Wir, das sind die, die einsame Menschen kennen, aber nicht auf sie zugehen. Und das ist gar nicht schwer. Man muss nur emphatisch sein, muss vielleicht die eigene Hemmschwelle überwinden, muss den, der da einsam erscheint ansprechen, einladen, einbeziehen. Warum nicht einfach mal beim Nachbarn klingeln - von mir aus auch unter einem Vorwand.

Menschen aus ihrer Einsamkeit zu holen, tut nicht weh, kostet nichts. Das schlimmste, was einem passieren kann, ist, dass der angesprochene ablehnend reagiert oder sich etwas zu überschwänglich darüber freut, dass jemand mit ihm Kontakt will.

Doch auch der einsame Mensch ist gefragt, etwas für sich zu tun. Sicherlich ist es schwer, über seinen so bedrückenden Schatten zu springen. Doch alle, die einmal dieser Einsamkeitsfalle entkommen sind, wissen, wie befreiend es ist, wieder miteinander zu reden, für andere da zu sein und anderen zu erlauben, für einen da zu sein.

Das kann mit einem Schwatz im Treppenhaus beginnen.

 


Veröffentlicht am: 18.02.2018

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