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Aufgespießt: Vater, Mutter, Kind

… oder was?

(Helmut Harff / Chefredakteur) Sicherlich kennen die nicht mehr ganz so jungen Leser noch das einst mehr oder weniger beliebte Kinderspiel Vater, Mutter, Kind. Man war damals gut dran, wenn man unter den eigenen Geschwistern oder Spielkameraden nicht der jüngste war. Wen das traf, der wurde bedingungslos erzogen.

In dieser kindlichen Familie ging es zumeist nicht wirklich nett zu. Dieses Rollenspiel war ein Spiegel dessen, was man als Kind in der eigenen Familie erlebt hatte. Für mich war es immer wieder erstaunlich, wenn meine sieben Jahre jüngere Schwester mit ihren Freundinnen und Freunden Vater, Mutter, Kind spielten. Man konnte dann genau sehen, wie es in den jeweiligen Familien zuging.

Dieses auf den ersten Blick relativ harmlose Kinderspiel war aber auch eine Schule, ein Rollenspiel, in dem jeder seine Rolle lernte, die er später im Leben spielen würde. Ich kann mich beispielsweise nicht daran erinnern, dass der Vater in diesem Spiel ein Weichei war - ganz im Gegenteil. Wer den Vater spielte, durfte rauchen und trinken und wenn er Ohrfeigen verteilte, wunderte sich garantiert niemand.

Wie würde heute so ein Spiel aussehen, wie würde es man heute nennen? Deine Mutter, unser Vater, Stiefgeschwister? Mein Vater, dein Vater, das Adoptivkind? Deine Mutter, nicht deine Mutter, Kind? Ob sich Kinder da auf einen Namen einigen könnten? Die haben es da in vielen Fällen viel schwerer als wir vor 55 oder 60 Jahren.

Wie würde heute so ein Rollenspiel aussehen? Würden sich die Kinder noch trauen, ein Abbild ihrer eigenen Erlebniswelt irgendwo auf einer Decke im Park zu spielen? Würde man alles erst einmal durchdiskutieren? Würden sich schon die Kinder um political correctness bemühen? Würden sie sich wehren, wenn da jemand die Mama als eher kuschende Hausfrau und den Papa als wütenden und kaum mal nüchternden Tyrannen gibt? Würde das Kind mit seinen Spieleltern rumdiskutieren oder sie einfach von der Decke scheuchen?

Was würden Kinder mir heute zeigen, wenn sie dann völlig Old School Vater, Mutter, Kind oder - siehe political correctness - Mutter, Vater, Kind spielen würden? Würde ich mich in den jeweiligen Rollen wiederfinden? Würden - was bei uns undenkbar war - auch Jungs die Mama spielen? Würde der Vater überhaupt noch eine wichtige Rolle spielen, würde jemand überhaupt den Papa spielen wollen, wenn der nur ab und an eine Gastrolle spielt? Würden die heutigen Kinder gleich fünf oder mehr Mitspieler benötigen. Eine ist die richtige Mutter, die andere, die Josepha, die Frau vom Papa, einer ist der richtige Papa und der andere der neue Papa - sprich Georg , der neue von Mama. Dazu kommen dann noch die Kinder von Josepha und die von Georg. Da braucht es dann schnell eine ganze Kindergartengruppe.

Wer hat da mal gesagt, Kinder haben es heute viel besser als wir damals? Und dennoch ich möchte zu gern mal Mäuschen sein, wenn heute fünfjährige Vater, Mutter, Kind spielen.

 


Veröffentlicht am: 05.03.2018

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