Startseite  

23.07.2018

 

 

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Die Feinbrennerei Sasse

... der Kornpionier

Es war nur ein zufälliger Fund, aber an jenem Nikolausabend 1987 hielt der junge Rüdiger Sasse Vergangenheit und Zukunft der Feinbrennerei in seinen Händen. Die Flasche Korn war ein Ergebnis der Experimente, die sein Großvater Theo Sasse Jahrzehnte zuvor erzielt hatte.

Westfälischer und vielschichtiger ging es nicht – und in Rüdiger Sasse reifte die Lagerkorn-Idee. Mit ihr konnte Sasse endlich sein Ziel verfolgen: dem guten deutschen Korn wieder den Status einer hochwertigen Spirituose zu verleihen, die internationalen Größen wie Whisky, Grappa oder Brandy ebenbürtig ist.

Denn den Anschluss an diese Klassiker hatte der heimische Korn in den 1980ern längst verloren. Noch bis zum ersten Weltkrieg hatte es eine Vielfalt an Produkten, Qualitäten und Geschmackstypen von Korn gegeben. Doch verstand das Kaiserreich die Kornbrennereien als „kriegswichtige Produktionsstätten zur Herstellung von Benzinersatz“ und erschuf 1918 das Branntweinmonopol. Für Brennereien war es dadurch attraktiver, neutralen Alkohol herzustellen und an das Monopol abzugeben, als ihrem Korn ein eigenes Geschmacksprofil zu verleihen. Man setzte auf Masse statt auf Qualität.

Niedergang einer deutschen Tradition

Umso erstaunlicher ist es, dass dieser Einheitskorn noch bis in die 1970er Jahre die meistverkaufte Spirituosengattung in Deutschland war. Erst danach gingen die Absätze deutlich zurück. Infolgedessen sank der Preis und immer mehr Kornbrennereien gaben den Betrieb auf. 1.200 Kornbrennereien waren es im 19. Jahrhundert allein in Westfalen, heute sind davon keine zehn mehr betriebsbereit und destillieren ihren Korn selbst.

Als auch die Feinbrennerei seiner Vorfahren 1985 als eine der ersten vor dem Bankrott stand, war Rüdiger Sasse gerade 16 Jahre alt. Zuschließen, abwracken – der Familie blieb nichts anderes übrig. Und der Stachel saß tief bei dem jungen Mann. Belegt mit dem Makel des totalen Verlustes der 300-jährigen Familien- und Firmentradition, aber auch befreit von alten Denkmustern und Handlungsweisen, suchte er fieberhaft nach Zukunftsperspektiven für die Brennerei: Er suchte nach einem Korn, der völlig neu gedacht war.

Die Vision reift zum „Lagerkorn“

Die Inspiration für den Wiederaufbau fand er an jenem Nikolausabend bei seinem Großvater in der Vergangenheit. Für seinen neuen Korn wollte Sasse Brennapparate, die so waren, wie vor der Knute des Branntweinmonopols. Jahrelang suchte er nach geeigneten Destillierapparaten, sogenannten Stills, und fand sie schließlich in Prenzel, Roscher und Becker – Namen, die damals wie heute für echte Qualität stehen. Sein Korn sollte im traditionellen „Pot-Still-Verfahren“ entstehen in einem Kessel aus mehr als 139 Jahre altem Kupfer.

Doch Sasse wollte nicht nur die Brennapparate austauschen, er wollte eine neue Philosophie: So war und ist Geduld für ihn der Schlüssel zu einem echten Korngeschmackserlebnis. So war die Feinbrennerei Sasse damals die erste Destillerie, die das Potenzial des Barriqueausbaus für die Reifung eines Kornbrandes entdeckte. Mehr als ein Jahrzehnt entwickelte und perfektionierten das Team um Rüdiger Sasse das Vorgehen.

Das Ergebnis: „Lagerkorn“. Ein milder, goldfarbener Korn, der nichts mehr mit dem klaren Korn zu tun hat, wie er zu Zeiten des Branntweinmonopols gebrannt wurde.

Qualität handgemacht und aus dem Münsterland

Und wo Rüdiger Sasse einst mit einfachsten Mitteln und drei „Mann“ die Vision vom „Lagerkorn“ begann in die Tat umzusetzen, brennen heute fast 30 junge Menschen in der Feinbrennerei Sasse mit großer Leidenschaft und der Vision, den besten Korn der Welt kreieren zu wollen. Mit Erfolg: Die Feinbrennerei wurde international mehrfach ausgezeichnet. Aktuell trägt sie den höchsten Titel „World-Class Distillery“.

In Sasses Reifelager am Fuße der Baumberge im Münsterland geben mehr als 1.000 mit Korn gefüllte Barriques ein
imposantes Bild davon, wie der deutsche Korn als Phönix aus der Asche wieder emporzusteigt. Regionale Rohstoffe sowie Bio-Zutaten sind heute die Grundlage für Produkte aus dem Hause Sasse. Das Wasser wird aus einer eigenen Quelle am Schöppinger Berg gewonnen, das Getreide für das Spitzenprodukt wird auf rund 25 ha Fläche im Münsterland kontrolliert biologisch angebaut.

Das Spiel mit mäßigen Qualitäten und künstlichen Markenwelten hat dem Korn in der Vergangenheit viel Reputation gekostet. Industriekorn wie einst aus den 1990er Jahren lediglich mit neuen Etiketten zu bekleben und als „Craft“ zu verkaufen, kommt für Rüdiger Sasse daher nicht in Frage. Mit dem Wissen aus der Vergangenheit, setzt er als einer der
Wenigen darauf, alle Destillate selbst zu brennen und auszubauen. So wird der Korn behutsam weiterentwickelt.

Eine neue Generation entsteht: „NJU Korn“

Und wie einst beim Lagerkorn ist Sasse heute Vorreiter, wenn es darum geht, den Korn von Grund auf neu zu denken. Für eine neue Generation Korn. Erstmals bringt die Feinbrennerei 2018 in Zusammenarbeit mit Korn-Ambassador und Bartender Björn Bochinski dazu einen Korn auf den Markt, der speziell für die Bedürfnisse der Mixologen entwickelt wurde: „NJU Korn“. Wie alle Kornbrände aus dem Hause Sasse ist auch der „NJU Korn“ von der Auswahl der Rohstoffe über die Destillation bis hin zur Abfüllung in Schöppingen handcrafted with love.

 


Veröffentlicht am: 06.03.2018

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Datenschutzhinweis
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2018 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit