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Morgengruß von Helmut Harff: Stiller Freitag

Wenn alle Trauer tragen…

Hören Sie es? Es ist still, keine Kirchenglocken läuten, so gut wie niemand arbeitet, die Welt scheint zu trauern. Die Christen weltweit gedenken in Stille an den Kreuztod des Juden Jesus von Nazareth.

Sie hören die Stille nicht, sie fasten heute nicht, sie leben heute nicht absolut abstinent? Sie verzichten heute nicht auf die Annehmlichkeiten des Lebens? Sie schalten nicht das Handy aus, lassen den Fernseher aus und das Auto in der Garage? Sie verzichten nicht auf das Internet? Dann gehören Sie genau wie ich zu denen, denen entweder der Karfreitag egal ist, ober – wie in meinem Fall – einfach nicht anders können. Wie auch, wenn ich gerade am Rechner sitzend diese Kolumne schreibe.

Doch ich frage mich, warum es uns, warum es mir so schwer fällt, einmal im Jahr die Stille zu hören, einmal inne zuhalten, einmal auf so ziemlich alles zu verzichten. Eine Antwort, eine die es wirklich erklären kann, habe ich nicht – weder für mich noch für den Rest der Welt. Ich weiß nur, dass ich ein Geräuschjunkie bin. Stille ist für mich nur schwer zu ertragen. Bei mir läuft immer und überall das Radio. Stille mag ich nur in der Natur. Wobei, so richtig still ist es ja da auch nicht.

Und doch, warum nicht einmal still sein, die Stille suchen, sich nicht ablenken zu lassen? Ich frage mich, ob man sein normales Leben für einen Tag einfach mal so abschalten kann, ob man überhaupt einfach so abschalten kann? Ich kann für mich sagen, dass ich das nicht kann. Ich kann nicht einfach mal so mein Leben anhalten. Das habe ich nie gelernt und ehrlicher Weise auch nie wirklich versucht.

Wie soll das gehen, einen Tag still zu verbringen? Da müsste ich mal Menschen fragen, die das können und die das machen. Doch was würde mir das bringen? Zur Ruhe kommen? Kann ich meinen Kopf, meine Gedanken abschalten, kann ich abschalten, was mich umtreibt? Klar, ich könnte ohne die üblichen Tätigkeiten einen Tag überleben, ich könnte einen Tag ohne Handy sein, ich könnte sicherlich auch einen Tag fasten. Doch was bringt das, wenn die restlichen 364 Tage im Jahr von Hektik geprägt sind?

Vielleicht ist es sinnvoller, diesen stillen Freitag dazu zu nutzen, in aller Stille mal darüber nachzudenken, wie man insgesamt etwas stiller – sprich etwas ruhiger, etwas gelassener – durch das Leben gehen kann. Warum nicht? Ich werde heute das sonnige Wetter hier im Osten nutzen und bei einem langen Waldspaziergang überlegen, wie mir das gelingen kann.

Doch zuvor – ich faste ja nicht – gibt es noch ein kleines Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Genießen Sie die Stille an diesem besonderen Tag.

 


Veröffentlicht am: 30.03.2018

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