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14.08.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Randgruppe Mann

Pflege ist Mangelware

„Wann ist der Mann ein Mann“ fragte schon vor einer gefühlten Ewigkeit Herbert Grönemeyer. Er behauptete unter anderem, „Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit“. Ich möchte ergänzen, dass der Mann dann ein Mann ist, wenn er gepflegt ist oder um es noch deutlicher zu sagen, dass er noch gepfleger als sein Auto (ACHTUNG KLISCHEE) ist.

Das mit dem Auto ist kein Problem. Überall kann Mann unzählige Pflegeprodukte kaufen, an sehr vielen Tankstellen gibt es Waschanlagen und hin und wieder kann Mann sein Auto sogar professionell aufhübschen lassen. In den meisten Fällen legt Mann aber selber Hand an, bis sein Auto mit der Frühlingssonne um die Wette strahlt.

Und der Mann? Ja, der findet auch Pflegeprodukte. Die „Männerecke“ nimmt in einer Parfümerie zumeist weniger Platz als die Kassen ein. Parfümerien für Männer sind so selten wie ein Rolls Royce in einer normalen Autowaschanlage. Das führt – so meine Erfahrung – dazu, dass Mann zumeist nicht wirklich gut beraten wird. Hier müssen Männer einfach viel mehr insistieren, die Verkäuferinnen viel mehr nerven.

Ähnlich selten sind Kosmetikstudios für Männer. Überhaupt gibt es recht wenige Kosmetikerinnen – Männer habe ich hier bisher so gut wie nie erlebt – die sich mit dem Thema Mann wirklich gut auskennen. Gut dran ist Mann allerdings in vielen Wellnesshotels. Aber soll Mann, nur um sich pflegen zu lassen, extra in ein Wellnesshotel reisen?

Besser ist die Situation zumindest auf den ersten Blick bei den Friseuren. Die gibt es nahezu überall, sieht man mal von wirklich rein ländlich geprägten Regionen fern vom Tourismus ab. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Mann im Umkreis von zehn Kilometern einen Friseur findet. Ja, da gibt es einen Friseur, das heißt aber nicht, dass da einer ist, der einen Mann wirklich frisieren kann. Von einem fachgerechten Umgang mit dem Bart will ich gar nicht reden. Auch hier wird der Mann gegenüber den Frauen in viel zu vielen Fällen als lästiges Beiwerk behandelt. Das sieht man schon am Preis. Mann braucht nur wenige Minuten, Frau deutlich länger – wohlgemerkt bei „schneiden und legen“.

Doch Gott sei Dank gibt es vor allem in großen Städten hier „Männertempel“, Salons, in denen Mann „König Kunde“ ist, in dem man dem Mann um den Bart geht, in dem man weiß, was Mann will, in dem man darauf hört, was Mann will. Alle Salons, die ich kenne und in denen Mann verwöhnt wird, sind in der Hand von Männern, denen man schnell einen Migrationshintergrund bescheinigt. Doch selbst hier gibt es gewaltige Unterschiede. Es braucht einiges an Zeit und auch etwas Glück, bis man seinen, den einen Friseur gefunden hat.

Doch es lohnt sich, sich auf die Suche zu machen, wie ich gestern wieder bei meinem Besuch im Barbershop bei Hussein Seif in Berlin feststellen konnte. Ich war zwischenzeitlich gezwungen, mich mal in einen „normalen“ Friseursalon zu begeben. Der Unterschied war der wie zwischen einem Sternerestaurant und einer Imbissbude, in der die Fritten im alten Öl schwimmen.

Nun könnte man ja auf Gott und die Welt über diese Missachtung des Mannes schimpfen. Man kann aber auch nüchtern feststellen, dass Nachfrage dafür sorgt, dass es auch entsprechende Angebote gibt. Wenn keiner sein Auto wie verrück pflegen würde, gäbe es auch keine entsprechenden Produkte. Wir Männer müssen Beratung in der Parfümerie, Männer-Pflege im Kosmetikstudio und Frisuren jenseits aller Langeweile einfordern. Dann müssen wir nicht nach all dem suchen.

Jetzt frühstücke ich erst einmal gepflegt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Nicht vergessen: gepflegt macht das Leben einfach mehr Spaß.

 


Veröffentlicht am: 06.04.2018

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