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18.08.2018

 

 

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Schlafmangel erhöht das Unfallrisiko im Straßenverkehr

Autofahrende sollten besonders vor langen Autofahrten ausreichend schlafen

(DVR) Fast jeder kennt es, hin und wieder nicht abschalten zu können und entsprechend schlecht zu schlafen. Dies kann jedoch gefährliche Auswirkungen auf die Teilnahme am Straßenverkehr haben.

„Wer nicht ausreichend schläft, riskiert einen Sekundenschlaf und einen Verkehrsunfall in der Folge", so Dr. Wilfried Böhning, Chefarzt des Schlafmedizinisches Zentrums der Karl-Hansen-Klinik.

Jede Stunde ohne Schlaf erhöht laut der AAA Foundation for Traffic Safety (2016) das Risiko für einen Verkehrsunfall: Im Vergleich zu einer Schlafdauer von sieben Stunden oder mehr ist nach nur vier bis fünf Stunden Schlaf, die Wahrscheinlichkeit für einen Verkehrsunfall 4,3-mal höher. Nach weniger als vier Stunden Schlaf ist das Risiko hierfür sogar 11,5-mal höher.

Immer mehr Menschen leiden an behandlungsbedürftigen Ein- und Durchschlafstörungen, andere wiederum an behandlungsbedürftigen Schlafkrankheiten wie etwa der Schlafapnoe, dem nächtlichen Schnarchen mit zusätzlichen Atemstillständen. Schlafmangel wie etwa bei Ein- und Durchschlafstörungen kann das Risiko für Stoffwechselerkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem und psychische Störungen erhöhen. „Schlafstörungen wie etwa bei der Schlafapnoe können das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und eine verkürzte Lebenserwartung erhöhen", ergänzt Dr. Böhning.

Zusätzlich kann sich die latente Müdigkeit negativ auf die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und damit auf das sichere Führen eines Fahrzeuges auswirken. Die aktuelle Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecken und künftige Entfernungen können falsch eingeschätzt werden. „Schon drei Sekunden Schlaf kommen bei einem Tempo von 100 km/h einem Blindflug ohne Kontrolle über das Fahrzeug von 83 Metern gleich – das kann tödlich enden", warnt Ute Hammer, DVR-Geschäftsführerin.

Schlafmangel und Schlafstörungen gelten laut der European Sleep Research Society (2015) als Hauptgründe für einen müdigkeitsbedingten Verkehrsunfall: Zu wenig Schlaf in der Vornacht (42,5%) und grundsätzliche Probleme mit dem Schlaf (34,1%) wurden von den Befragten als Hauptgründe für einen müdig-keitsbedingten Verkehrsunfall wahrgenommen.

Schlafmangel und Schlafstörungen sollten daher ernst genommen und ggf. medizinisch untersucht werden. Wer sich morgens nicht ausgeschlafen, konzentriert und leistungsfähig fühlt, sollte die Fahrt lieber verschieben, nach einem Mittagschlaf starten und ggf. eine Zwischenübernachtung einplanen. Denn ausreichend Schlaf ist ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen und gleichzeitig wichtig für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Gesunder Schlaf dient der körperlichen Erholung, stärkt das Immunsystem, fördert die Gedächtnisleistung und sorgt für ein emotionales Gleichgewicht.

Wer unterwegs dennoch erste Anzeichen von Müdigkeit wie häufiges Gähnen verspürt, sollte eine Pause auf einem Rastplatz machen. Diese kann bestenfalls mit etwas Bewegung zur Kreislaufaktivierung oder mit einem Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten kombiniert werden. „Autofahrer sollten von dem Versuch absehen, ihre Leistungsfähigkeit während der Fahrt durch koffeinhaltige Getränke oder andere Tricks wie ein offenes Fenster oder laute Musik zu verlängern, da diese nicht helfen", warnt Hammer ergänzend.

Bild: DVR

 


Veröffentlicht am: 11.04.2018

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