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19.06.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Schwere Zeiten

… für Autowaschanlagen

Gestern war ich wieder einmal mit der besten Frau der Welt auf der Autobahn unterwegs. Das ist nichts besonderes, auch nicht, dass wir einen Tankstopp einlegen mussten. Dort nutze ich immer die Gelegenheit, die Windschutzscheibe von allerlei Leichen zu reinigen.

Leichen? Ich meine die von unzähligen Insekten, die ihr Leben an der Frontscheibe eher unfreiwillig aushauchten. Doch gestern konnte ich mir die Arbeit sparen, denn die Frontscheibe war sauber. Sauber? Es ist Frühling und damit Insektenzeit. Stimmt es wirklich, dass wir immer weniger Insekten haben? Es scheint so. Eigensüchtig dachte ich zuerst: Toll, sparst Du Dir das Scheiben putzen und so manche Fahrt durch die Waschstraße. Das wiederum würde wohl deren Betreiber wenig erfreuen.

Weiter fahrend diskutierten wir, ob wirklich weniger Mücken, Motten und Co. unterwegs sind. Wir waren uns sicher dass das so sein muss. Schließlich werden die nicht gelernt haben, schnell fahrenden Autos auszuweichen oder gleich die Straßen zu meiden. Es ist also wirklich so, dass es immer weniger Insekten gibt.

Da könnte man ja wieder jubeln: Weniger Viecher, die einen stechen oder beißen, die auf unser Blut aus sind, die uns das Leben schwer machen. Doch das ist ja nur die eine – zugegeben angenehme Seite – der Medaille. Schließlich sind Insekten wichtig – die einen direkt für uns, die meisten erst auf den zweiten oder dritten Blick. Doch ihre Existenzberechtigung haben alle.

Insekten, ob fliegend oder krabbelnd sind die ersten in der Nahrungskette. Ohne Insekten können die Vögel, aber auch Frösche, Echsen und anderes Getier ihren Nachwuchs nicht aufziehen. Gibt es davon weniger, haben Raubgetier, aber auch beispielsweise Störche keine Chance genug Nahrung zu finden. Die Kette ließe sich ganz sicher noch fortsetzten. Über die Bedeutung von bestäubenden Insekten für uns und die Natur gar nicht zu reden.

Doch gibt es auch in scheinbar intakter Umgebung wie in der seenreichen Lausitz mit ihren Wäldern und Bächen und Gräben und wenig intensiver Landwirtschaft, mit weidenden Rindern, Schafen und Ziegen, mit Pferden auf der Weide, mit trockenen Wiesen und sehr feuchten Gegenden weniger Insekten? Wir mussten nach eingehender Beobachtung im Wald, an kleinen Weihern, aber auch im eigenen, nicht cleanen Garten feststellen: Es gibt nur sehr wenige Insekten. Man sieht wenig Schmetterlinge, kaum Bienen, wenige Hummeln und am Abend bleiben die Mücken aus.

Ich möchte kein Tier sein, das sich von Insekten ernährt. Es macht mir aber auch so Sorgen, dass es augenscheinlich überall weniger Insekten gibt. Egal, was die Ursachen dafür sind, wir müssen überlegen, wie man das Insektensterben nicht nur stoppen kann. Bisher ist uns da außer Schuldzuweisungen nicht wirklich etwas eingefallen, denn neu ist diese Entwicklung nicht. Wieso sonst sang Reinhard Mey schon 1974 „Es gibt keine Maikäfer mehr, es gibt keine Maikäfer mehr!“?

Mal sehen, ob eine Biene oder eine Wespe sich von meinem Marmeladen-Frühstückbrötchen angezogen fühlt.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

 


Veröffentlicht am: 15.04.2018

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