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19.06.2018

 

 

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Aufgespießt: Radgedanken

Innovative Lösungen sind gefragt

(Helmut Harff / Chefredakteur) Ich war an diesem Wochenende auf der Radmesse Velo in Berlin. Eigentlich hatte ich keinen Plan, wollte mich inspirieren und überraschen lassen. Selbstverständlich besuchte ich auch langjährige Partner. Das gehört auf einer Messe einfach dazu.

Das mit dem inspirieren und überraschen lassen war erst einmal gar nicht so einfach. Klar sprachen alle von Neuerungen, von Weiterentwicklungen zumindest. Alles was mit einem Akku angetrieben werden kann, war zu bewundern, auch wenn ich wirkliche Innovationen nicht ausmachen konnte. Vielmehr hörte ich vor allem eines - Designe, Designe und nochmals Designe. Was mir noch auffiel, ist, dass die präsentierten Räder zunehmend maskulin werden. Für Frau, die im Bürooutfit und Absatzschuhen per Rad ins Büro eilt, gab es kaum Angebote.

Dann gab es da noch einen Trend, der mit moderner Nostalgie zu umschreiben ist. Diese Räder kommen im Retro-Look daher. Einige Hersteller verzichten dabei auf jeden modischen Schnickschnack, dafür dominiert auch hier das Designe - nur eben rückwärtsgewand. Andere kombinieren das sehr wohl mit Nabenschaltung, Scheibenbremsen und Riemenantrieb.

Das Titelthema der Velo 2018 waren für mich aber die Lastenräder. Auch in diesem Segment gab es vieles, was ich schon kannte, aber eben auch vieles, was wirklich fortschrittlich, was zukunftsweisend und innovativ ist. Mich beeindrucke ein Dreirad, mit dem man einen Rollstuhl nebst Insassen transportieren kann. Toll auch die Idee, eine Kinderkarre wirklich in ein Dreirad zu integrieren, das man aber mit wenigen Handgriffen trennen kann und dann eben einen voll verkleideten Kinderwagen hat. Der ist dank seiner Carbon-Bauweise dann auch noch sehr leicht.

Mein persönliches Highlight war der Prototyp eines voll verkleideten Transportrades mit vier Rädern. Das ist das erste Gefährt, von dem ich glaube, dass es eine echte Alternative zum Auto vor allem in urbanen Zentren sein kann. Schaffen es die Entwickler, ihr Konzept zur Serienreife zu bringen, so wäre das fast eine verkehrstechnische Revolution. Davon hätte ich mir allerdings deutlich mehr gewünscht.

Und doch, denke ich an die Lastenräder, so bekomme ich dauerndes Stirnrunzeln. Mein Problem ist, dass ich an keinem Stand auf meine Frage nach Lastenräder-Händlern eine befriedigende Antwort erhielt. Entweder die Räder gibt es nur im Direktvertrieb oder der eine oder andere Händler hat mal ein, zwei Modelle im Angebot.

Was mir fehlt, sind Händler, die sich ganz dem Thema Lastenrad widmen. Wo ist das Lastenrad-Haus, in dem nahezu alle Modelle nicht nur vorhanden sind, sondern wo man die auch noch lebensnah testen kann? Das kann kein Fahrradhändler leisten, das wäre entweder etwas als zusätzliches Angebot für Autohändler oder eben ein ganz neues Geschäftsmodell.

Städte, die unter automobiler Umweltverschmutzung leiden, sollten sich mit Unternehmern ganz schnell an einen Tisch setzten und sehen, wie sie den Handel mit den so wichtigen Lastenrädern beschleunigen oder überhaupt in Gang bringen können. Die Branche braucht sicherlich über eine gewisse Zeit auch eine finanzielle Unterstützung. Doch ohne diese Lastenräder bekommt man die Probleme mit dem Verkehr im urbanen Raum sicherlich nicht in den Griff.

Im Übrigen finde ich, dass Lastenräder - vor allem die dreirädrigen - zumindest eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Auto sind. Aber auch hier sind Kommunen und Vermieter gefragt, denn so ein Dreirad ist zu schwer, es in den Fahrradkeller zu schaffen und zu teuer um es einfach an die nächste Laterne zu ketten. Für die Modelle mit Elektrounterstützung braucht es dann auch kostenlose Ladestationen - vor Supermärkten, aber auch an den Fahrradstandplätzen.

 


Veröffentlicht am: 16.04.2018

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