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Gesundheits-News vom 27. April 2018

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Jahr für Jahr lockt das schöne Wetter viele Familien an den Grill. Noch immer werden flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus zum Anzünden der Grillkohle genutzt – mit fatalen Folgen! Vor allem Kinder sind aufgrund ihrer Körpergröße besonders gefährdet, schwerste Verbrennungen zu erleiden.

„Etwa 4.000 Grillunfälle ereignen sich pro Jahr in Deutschland. Bei Kindern sind schwerste Verbrennungen keine Seltenheit, denn sie stehen auf direkter Augenhöhe zum Grill“, weiß Prof. Dr. med. Henrik Menke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin e.V. und warnt: „Durch den Einsatz von Brandbeschleunigern wie Spiritus oder Benzin entstehen explosionsartige Flammenwände“.

Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V., weist auf die schwerwiegenden physischen und emotionalen Folgen hin. „Diese folgenschweren Unfälle traumatisieren die ganze Familie. Die verletzten Kinder haben eine lange, belastende Behandlung vor sich“. Deshalb fordert sie dazu auf, Mitmenschen anzusprechen, die Spiritus zum Anzünden eines Grills nutzen und Geschäfte aufmerksam zu machen, dass Brandbeschleuniger nicht als Anzündhilfen zum Grillen angeboten werden dürfen.

Tipps zum sicheren Grillen:

- Den Grill kippsicher und windgeschützt aufstellen.

- Niemals flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwenden – weder zum Anzünden noch zum Nachschütten – Es besteht Explosionsgefahr!

- Stattdessen feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden. Und den Grill stets beaufsichtigen.

- Kinder soll man grundsätzlich nicht in die Nähe des Grills lassen und einen Sicherheitsabstand von 2 bis 3 Metern einhalten!

- Den Grill keinesfalls von Kindern bedienen oder anzünden lassen.

- Sinnvoll ist es auch, einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten.

- Brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.

- Nach dem Grillen soll das Grillgerät weiter beaufsichtigt werden, bis die Glut vollständig auskühlt ist.

- Nicht in geschlossenen Räumen grillen und den Grill niemals zum Auskühlen ins Haus stellen – Vergiftungsgefahr!

- Nach einem Grillen am Strand darf man heiße Grillglut nie im Sand vergraben – die Kohle bleibt noch tagelang glühend heiß  und besonders Kinder ziehen sich immer wieder schwere Verbrennungen zu, weil sie in die Glut hineinkrabbeln/-treten oder -fallen.

- Einmalgrills am Strand mit Wasser löschen und abkühlen – auch den Sand unter dem Grill!

Je mehr Menschen sich aktiv an der Aufklärungsarbeit beteiligen, umso weniger Grillunfälle wird es geben.

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
www.was-audio.de/aanews/G_News20180426_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 27.04.2018

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