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Morgengruß von Helmut Harff: Radverkehr regulieren

Es darf keinen rechtsfreien Raum geben

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir mit diesem Kommentar überall Freunde machen werde. Bei zumindest einigen Radfahrern ganz sicher nicht. Doch das ist mir nicht nur egal, sondern beabsichtigt.

Ich bin als Radfahrer immer wieder erschüttert, ja verstört, wenn ich sehe, wie Radfahrer unterwegs sind. Da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Rücksichtslos ist noch das schwächste Wort, was mir da einfällt. Und das Ergebnis? Ein Kollege wurde von einem Radfahrer über den Haufen gefahren mit dem Ergebnis kaputte Brille. Damit ist er noch glimpflich davon gekommen, zumal der Radfahrer keine Fahrerflucht beging.

Mir kam – auf der falschen Seite fahrend -  vor einigen Tagen ein Radfahrer  entgegen und beschimpfte mich, weil ich ihm keinen Platz machte. Und gestern? Da schrieb eine Beamtin ein Knöllchen, nur weil die Parkuhr falsch eingestellt war. Auf die Frage, warum sie nicht die Radfahrer, die in ihrem Sichtbereich bei rot über die Kreuzung rasten, zur Kasse bittet, kam die logische Antwort: Wie soll ich die stoppen.

Radfahrer sind für mich als Radler und als Fußgänger die größte Gefahr im Straßenverkehr. Autofahrer sehen das sicherlich kaum anders. Das sieht man augenscheinlich in Prag auch so. In der tschechischen Hauptstadt soll der Radverkehr in der Innenstadt von 10 bis 17 Uhr verboten werden. Die Begründung: Es ist für die Fußgänger zu gefährlich.

Nun halte ich nichts von Verboten, wohl aber von Regulierung und Information. Jeder darf sich mit dem Rad im Straßenverkehr bewegen, egal ob er auch nur ein Verkehrszeichen kennt oder nicht – und das mit hohen Geschwindigkeiten und auch dann, wenn er nicht nüchtern ist. Das muss man ändern, es muss endlich eine Pflicht zur Verkehrsschulung geben.

Radfahrer fordern auch den massiven Ausbau einer Radinfrastruktur. Nur bezahlen wollen sie dafür nichts. Wann gibt es endlich eine Rad-Steuer? Doch damit nicht genug, gibt es auch keine Versicherungspflicht für Radfahrer, sodass Opfer von Unfällen, die von einem Radfahrer verursacht werden, auf den Kosten sitzen bleiben.

Die Erhebung einer Radsteuer und die Versicherungspflicht würde dann auch nach sich ziehen, dass Räder wie alle anderen Vehikel, die im Straßenverkehr bewegt werden, mit einem Nummernschild ausgestattet würden. Das wiederum hätte zur Folge, dass Politessen Radler, die sich nicht an die Regeln halten, nicht mit einem Schulterzucken weiterfahren lassen müssten. Würden Räder Nummernschilder tragen, wäre es auch viel leichter solche zu identifizieren, die bei angerichteten Schäden oder gar bei Unfällen Fahrerflucht begehen.

Doch all das macht nur Sinn, wenn Politessen nicht weg sehen, wenn Radfahrer genau wie Autofahrer überwacht und Verstöße gegen die Regeln sanktioniert werden. Die „Gefahr“ für Radler bei Fehlverhalten zur Kasse  gebeten zu werden, ist ähnlich wahrscheinlich, wie ein Sechser im Lotto. Politiker sprechen so gern davon, dass es in diesem Land keine rechtsfreien Räume geben darf. Die gibt es nicht da, wo viele Migranten leben, die gibt es in unseren Städten – überall da, wo es Verkehrsrowdys auf dem Rad gibt – und die gibt es überall.

So nun muss ich aber zum Bäcker – selbstverständlich mit dem Rad.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück. Fahren Sie zumindest so Rad, wie sie es von anderen erwarten – wenn Sie mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs sind.

 


Veröffentlicht am: 08.05.2018

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