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Gesundheits-News vom 18. Mai 2018

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Vier Millionen Deutsche leiden unter ernsthaften Rückenbeschwerden - oft mit Einschränkungen im Alltag und bei der Arbeit und mit ärztlicher Behandlungsbedürftigkeit. Auch deshalb steigt die Zahl der Wirbelsäulenoperationen Jahr für Jahr. "Aus medizinischer Sicht ist diese Zunahme der Rückenoperationen aber nicht nachvollziehbar. In vielen Fällen kann selbst bei massiven Schmerzen ohne Operation geholfen werden", sagt Professor Dr. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach bei Regensburg.

Irgendwann tut jedem einmal in seinem Leben der Rücken weh. Bandscheibenschäden gehören zu den 20 häufigsten Diagnosen in den Arztpraxen. Mit 25,8 Prozent führen Rückenschmerzen die Statistik der Ursachen für Arbeitsunfähigkeit an. Rückenprobleme sind auch für insgesamt 18 Prozent aller Frühverrentungen in Deutschland verantwortlich.

Moderne, spezielle orthopädische Schmerztherapien erlauben es heute beispielsweise, durch gezielte Injektionen an den austretenden Nerven oder in den Wirbelkanal Schmerzherde zu beseitigen. "Die Erfolgsrate dieser minimalinvasiven Behandlungsmethode liegt bei mehr als 80 Prozent", berichtet Professor Dr. Grifka. Wesentliche Ursachen für Rückenschmerzen sind vor allem geänderte Lebensumstände: einseitige Belastungen, langes Sitzen, insgesamt geringe Aktivität der Rücken- und Bauchmuskulatur.  Das führt zu Überlastung und vermehrten Verschleißveränderungen. Dabei hat die Schwäche der Rückenmuskulatur ihren Ursprung oft schon im Kindesalter.

Eine der Ursachen für die ausufernde Zahl der Operationen in der heutigen Zeit sieht Professor Grifka in der immer weiteren Verbesserung der Diagnostik. Diese ermöglicht es, Rückenerkrankungen schon in sehr frühem Stadium zu erkennen. Allerdings zeigt die Untersuchung des Rückens mit einem Kernspintomografen oft auch Veränderungen, die gar nicht Ursache vorhandener Rückenschmerzen sind und deshalb auch nicht operiert werden müssten. "Nur etwa ein Drittel der per Kernspintomografie erkennbaren Befunde sind nach Erfahrungen aus der Praxis medizinisch tatsächlich von Bedeutung", so der Bad Abbacher Klinikdirektor. Er rät dringend zur Vorsicht vor vorschnellen Operationen. „Denn selbst bei ausgeprägten Schmerzen mit Nervenbeteiligung kann eine gezielte konservative Therapie ohne chirurgischen Eingriff in vielen Fällen wirkungsvoll helfen", sagt er. "Die Entscheidung über die Therapie sollte ein Orthopäde treffen, der operative und konservative Behandlungsmethoden auch selber beherrscht, nicht derjenige, der nur operiert." Experten raten vor der Entscheidung zum chirurgischen Eingriff zum Einholen einer Zweitmeinung.

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
www.was-audio.de/aanews/G_News20180517_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 18.05.2018

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