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19.06.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Tag des Rasenmähers

Ein Garten – Last oder Lust?

Gestern machte ich mit der besten Frau der Welt eine Radtour in der Lausitz. In jedem Ort, den wir durchfuhren, an jedem Gehöft, auf jeder Wiese, selbst an Straßenrändern hörten wir nur ein Geräusch – das eines Rasenmähers.

Das ließ für uns nur einen Schluss zu, dieser 26. Mai muss der Tag des Rasenmähers sein. Zuhause angekommen googelte ich, ob es so einen Tag schon gibt. Siehe da, wir waren die ersten, die diesen Tag ins Leben rufen wollen.

Tag des Rasenmähers, da müssen doch bei allen Gartenfans die Augen lustvoll aufblitzen. Ich zumindest bin der Ansicht, dass Rasen mähen zu den Lieblingsbeschäftigungen eines Hobbygärtners gehören. Die mit einem Kleingarten rücken ihrem Rasen mit einem vergleichsweise kleinen Elektromäher zu Leibe. Ist die Fläche etwas größer, so kommt garantiert ein benzinbetriebener Rasenrasierer zum Einsatz. Das Highlight für alle Gärtner – und hier stimmt die männliche Form ganz sicher – ist der sogenannte Aufsitzrasenmäher oder der Rasentraktor. Das ist fast wie Ferrari fahren – nur sinnvoller.

Angesichts der Fülle von Rasenmähern mit Verbrennungsmotor frage ich mich, wann man zumindest in Ballungszentren diese aus Umweltschutzgründen verbieten wird. Politikern ist ja bekanntlich nichts heilig, nicht einmal der Rasenmäher.

Mich treibt aber noch eine Frage um. Warum mähen Kleingärtner so viel häufiger ihren Rasen, als das Besitzer von großen Wiesen tun? Ich glaube, dass hat etwas damit zu tun, dass Kleingärtner eigentlich gar keine KLEIN-Gärtner mit einem Mini-Rasenstück und einer Laube mit Pappdach sein wollen. Sie wollen vielmehr Schlossherr mit einem weiträumigen Park, großen Rasenflächen, alten Bäumen sein. Sie hätten lieber als einige kleine Beete einen großen französischen Garten, in dem alles in Reih und Glied steht und der Buchsbaum kleinen Kunstwerken gleicht.

Sie gleichen damit kleinen deutschen Adligen vor Jahrhunderten, die es alle dem französischen Sonnenkönig nachmachen wollten, deren Land aber zu klein und vor allem zu arm war, um sich ein Schloss wie das in Versailles leisten zu können. Heraus kamen mehr oder weniger gelungene Kopien, die einerseits die Ambitionen seiner Besitzer zeigten, andererseits ein klares Indiz dafür waren, dass da jemand ist, der eben nicht mithalten kann.

Das ist zu gemein, meinen Sie? Doch warum dann die Sucht nach einem Superrasen? Sind Kleingärtner verkappte Golffans? Mögen Kleingärtner womöglich keine blühenden Wiesen? Haben Sie Angst davor, dass der Löwenzahn ihn ins Bein beißt oder die Erdbeeren frisst? Mögen Kleingärtner vielleicht all die Insekten, die sich in einer blühenden Wiese tummeln nicht? Das will ich einfach nicht glauben.

Wahrscheinlich sind es doch einfach nur Nachmacher. Vielleicht ist das Rasenmähen für viele auch etwas meditatives. Keiner spricht einen Menschen am Rasenmäher an, man kann ohne Handyklingeln seinen Gedanken nachhängen. Und, wer den Rasen mäht, kann sich des Lobes seiner Umgebung sicher sein. Ein Rasen mähender Mensch ist ein guter und zufriedener Mensch. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Mensch von seinem Rasentraktor gestiegen ist und voller Aggressivität war.
   
Gott sei Dank ist heute Sonntag. Da verbieten Gesetze und Verordnungen das Rasen mähen und kein Motorgebrumm stört das Frühstück im Garten

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 27.05.2018

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