15.11.2018   

 

 

Motorrad fahren unter „Gruppenzwang“

... ist nicht "ohne"

Wer verliert schon gern den Anschluss? Gerade beim Fahren in Motorradgruppen ist der Zusammenhalt der Gruppe ein ständiges Thema.

Oftmals lassen sich zum Beispiel bei Überholmanövern anderer Verkehrsteilnehmer oder auch an Ampeln kritische Situationen beobachten, die daraus resultieren, dass der Anschluss an die Gruppe nicht aufgegeben werden möchte.

„Dran bleiben um jeden Preis" lautet die gefährliche Devise! Dabei werden bereits auf Rot geschaltete Ampeln noch schnell überfahren oder es wird an Stellen überholt, die absolut nicht einsehbar sind. Vor allem „schwächere“ oder langsamere Fahrer möchten natürlich nicht als diejenigen auffallen, die die Gruppe „sprengen“. Waghalsige Manöver werden also in Kauf genommen, um es bloß nicht abreißen zu lassen, warnt das Institut für Zweiradsicherheit (IfZ).

Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Gelassen bleiben ist hier das Zauberwort. Wird die Gruppe getrennt, kann als Faustregel hinsichtlich der Richtung festgehalten werden, dass es immer geradeaus geht. „Geradeaus“ bedeutet hier, der Vorfahrtstraße zu folgen. Gilt also auch bei abknickender Vorfahrtstraße. Reißt die Gruppe doch einmal auseinander und ein Abbiegevorgang steht an, wartet ausschließlich der letzte Fahrer des vorausgefahrenen Gruppenteils mit ausreichendem Abstand vor der Abzweigung sicher und gut sichtbar postiert auf die Nachzügler und fährt dann gemeinsam mit diesen auf der vorgesehenen Route weiter. Und sollte man dennoch einmal den Anschluss gänzlich verlieren, wird man sich im Handyzeitalter schnell wieder vereinen können, wenn das nächste gemeinsame Ziel nicht ohnehin schon allen bekannt war.

Ganz wichtig ist es, solche Dinge eindeutig zu klären, bevor es losgeht. Allen Mitfahrenden muss klar sein, dass der Gruppenzwang in jeder Situation gegenüber der Eigenverantwortung und der Sicherheit anderer zurückstehen muss. Das sollte vor der gemeinsamen Ausfahrt geklärt und deutlich gemacht werden, dass ein kurzfristiges Auseinanderreißen der Motorradgruppe überhaupt kein Problem darstellt.

Mehr Tipps dazu liefert auch die IfZ-Broschüre „Team Touring", die erst im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Gesellschaft für technische Überwachung aktualisiert wurde.(ampnet/jri)

Foto: Auto-Medienportal.Net/ADAC/GTÜ

 




 
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