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Kann Deutschland den WM-Titel verteidigen?

Diese Frage beschäftigt das Land momentan wie keine andere

Da diese Woche der Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland bevorsteht und die Leistungen in den Vorbereitungsspielen alles andere als souverän wirkten, kommen vermehrt Zweifel auf, ob das DFB-Team in der Lage ist, als zweite Mannschaft nach Brasilien im Jahr 1962 wieder einen WM-Titel erfolgreich zu verteidigen – solange hält diese Serie des Scheiterns großer Fußballnationen bereits an.

Vom Topfavoriten zum plötzlichen Wackelkandidaten – oder alles nur halb so schlimm?

Vor ein paar Monaten galt Deutschland bei den Buchmachern noch als Topfavorit auf den Turniersieg. Aber aufgrund bescheidener Leistung in den Vorbereitungsspielen (1:2-Niederlage gegen Österreich, 2:1-Sieg gegen WM-Teilnehmer Saudi Arabien), der Nicht-Nominierung von Leroy Sané in den endgültigen WM-Kader sowie der turbulenten Posse rund um Özil, Gündogan und dem türkischen Staatschef Erdogan, welche für viel Unmut im Fanlager der deutschen Nationalmannschaft sorgt (siehe Pfiffe in den Testspielen), hat sich das Blatt in den letzten Wochen etwas gewendet. Anbieter von Online-Sportwetten sehen jetzt in Brasilien mit einer Quote von 5.50 den Topfavoriten auf den Turniersieg (Betway, Stand: Anfang Juni), während die Quote des DFB-Teams von 5.0 auf 6.0 anstieg, was einer Wahrscheinlichkeit von rund 17% entspricht, dass Jögis Mannen heuer den Pokal wieder nach Berlin einfliegen.

Trotz aller Baustellen, die sich hier im Vorfeld mittlerweile aufgetan haben, versprach der Bundestrainer: „Wir werden da sein!“ Dafür muss Löw aber zuerst einmal die Köpfe mancher Spieler frei bekommen. Deswegen bekamen diese knapp vor Turnierbeginn noch einmal Zeit für sich und ihre Familien. Thomas Müller zum Beispiel besuchte mit seiner Frau Lisa noch schnell das Schloss Neuschwanstein in Bayern, um sich inmitten eines atemberaubenden Ambientes die nötige Lockerheit für die bevorstehende FIFA-Weltmeisterschaft zu holen. Am Dienstag wird dann schließlich Quartier in Russland bezogen, genauer gesagt in Watutinki – ab dann gilt schließlich der volle Fokus auf die Mission Titelverteidigung.

Sorgen mache man sich im Lager des DFBs trotz der schwachen Leistungen in den Vorbereitungsspielen jedenfalls keine, weil man wisse, dass man sich steigern und pünktlich zu Turnierbeginn voll da sein werde.

Doch kann sich Deutschland tatsächlich noch so steigern, um am Ende den begehrten WM-Pokal auch wirklich in die Höhe zu stemmen? Dieser Frage sind wird in den folgenden Absätzen ausführlich nachgegangen …

Das spricht für eine erfolgreiche Titelverteidigung Deutschlands

Deutschland ist eine Turniermannschaft, kann sich immer steigern und hat dies in den vergangenen Wettbewerben auch immer wieder bewiesen. Manche Leute schmunzeln mittlerweile nur mehr darüber, wie sich die Dinge ständig wiederholen. Es gab in der Geschichte bereits eine Reihe an Turnieren, wo der DFB-Elf schon im Vorfeld die nötige Qualität abgesprochen, eine schlechte Form attestiert beziehungsweise die falschen Personalentscheidungen angekreidet wurden, warum also sollte mit dieser Tradition ausgerechnet heuer gebrochen werden? Schlagzeilen wie Chaos-Abwehr, Dusel-Sieg und „Muss Deutschland vor der WM zittern?“ sind für langjährige Fans des DFB-Teams ja längst nichts Neues mehr. Gerade aber aus solchen Phasen ist Deutschland meist gestärkt hervorgetreten und deshalb auch heuer in Russland durchaus Titelreif.

Als Weltmeistertrainer weiß Jogi Löw genau, wie man eine Endrunde angehen muss und worauf es schlussendlich ankommt – dürftige Testspielergebnisse hin oder her. Der Bundestrainer hat es immer geschafft, dass sein Team pünktlich zu Turnierbeginn da ist – warum sollte das diesmal anders sein? Außerdem war es fast immer so, dass Deutschland sich im Laufe des Wettbewerbs von Spiel zu Spiel steigern konnte. Dabei hilft auch die Erfahrung jener Spieler, die bereits beim Triumph 2014 dabei waren. Und am Ende könnten sich wieder alle Kritiker jubelnd in den Armen liegen, denn Sie hätten ja nie an einer erfolgreichen Titelverteidigung gezweifelt.

Das spricht hingegen dafür, dass die Serie der gescheiterten Titelverteidigungen anhält

Auf der anderen Seite wirken andere Nationen momentan hungriger auf den WM-Pokal als die deutsche Elf. Obwohl die Erfahrung von 2014 natürlich enorm hilft, könnten einige Spieler dadurch aber auch bereits zu satt sein. Nicht wenige Akteure am Rasen sind wie gesagt bereits Weltmeister. Wenn man zum Beispiel Toni Kroos hernimmt, kommt hier noch dazu, dass dieser auch gerade mehrmals hintereinander die Champions League gewonnen hat. Auch den Bayern-Spielern fehlte nach dem bitteren Aus gegen Real Madrid irgendwie der Wille, den es braucht, um solche Triumphe einzufahren.

Anders sieht hingegen die Situation bei den weiteren Topnationen aus: Brasilien (aktuell Topfavorit) will die 1:7-Schmach beim letzten Turnier gegen den DFB, und noch dazu in ihrem Heimatland, wieder gut machen. Für Messi ist es wohl die letzte Chance auf seinen heißersehnten WM-Titel mit Argentinien, welcher seine Karriere vergolden würde. Frankreich, mit einem der qualitativ stärksten Kader, will nach der Enttäuschung bei der Heim-EM ebenso endlich wieder einen großen Titel einfahren. Dasselbe gilt für Spanien, das in den letzten Jahren ein bisschen in ein Loch gefallen ist und nach dem nötigen Umbruch wieder zeigen möchte, dass sie die Nummer 1 sind. Belgien will mit seiner goldenen Generation ebenso endlich zeigen, dass sie in der Lage sind, Turniere zu gewinnen.

Beim DFB-Team kommt hingegen noch die fragwürdige Entscheidung rund um die Nicht-Berücksichtigung von Leroy Sané hinzu, bei der wohl weit mehr eine Rolle gespielt haben dürfte, als die Begründung, dass er im Nationalteam einfach nicht zünden würde. Das größte Problem liegt aber momentan ganz klar darin, dass Fans und Team momentan keine Einheit bilden zu scheinen.

Das Abschiedsspiel gegen Saudi Arabien sollte ein Feuerwerk werden, stattdessen gab es zuerst nur zaghafte Anfeuerungen – und als dann schließlich Ilkay Gündogan eingewechselt wurde, waren wie schon gegen Österreich lautstark Pfiffe zu hören. Die Fans zeigten offenkundig ihre Abneigung gegenüber der Aktion rund um ihn, Özil und dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan, womit die immer angespannter werdende politische Lage in Europa nun auch den Fußball erreicht haben dürfte. Und während sich Gündogan zumindest der Öffentlichkeit gestellt hat, sorgt das anhaltende Schweigen von Mesut Özil zu diesem Thema auch nicht gerade für Entspannung.

Deutschland hatte schon viele Problematiken vor einem WM-Turnier zu meistern, aber heuer scheint die Sache noch einmal um eine Stufe prekärer … und ob die DFB-Elf es diesmal schaffen kann, so gestärkt aus einer schwierigen Situation hervorzugehen, sodass es am Ende auch für den Titel reicht – nun ja – da scheiden sich heuer umso mehr die Geister.

Wir zahlen gerne vorab schon einmal drei Euro ins Phrasenschwein und behaupten: „Die Wahrheit wird sich am Ende am Platz zeigen!“. Und ansonsten hat es ja auch etwas, wenn dieser Nimbus der schier unmöglichen Titelverteidigung weiter aufrechterhalten bliebe – aber wenn es wieder einer schaffen sollte, dann würden das schon gerne wir sein.

 


Veröffentlicht am: 19.06.2018

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