15.11.2018   

 

 

ADAC testet neun Motorradhelme

Gemischte Ergebnisse

Leicht soll er sein und trotzdem sicher – das erwarten Motorradfahrer von ihrem Helm. Der ADAC hat neun Integralhelme auf den Prüfstand gestellt und sie in den Kategorien Handhabung, Aerodynamik und aktive bzw. passive Sicherheit getestet.

Das Ergebnis war gemischt: Shoei, X-Lite und HJC schneiden „gut“ ab, drei Helme sind „befriedigend“, zwei „ausreichend“. Einzig das Modell X.G100 R Billy B von Nexx erhält ein „mangelhaft“, weil der Helm in der wichtigsten Disziplin, dem Schlagtest, versagt hat.

Der ADAC beschränkt sich dabei nicht nur auf die Schlagpunkte, die Hersteller im Rahmen der Normprüfung testen müssen: Er setzt jeden Helm zusätzlich eigenen definierten Schlagpunkten gegen das Schädeldach aus. Hier konnten Nishua und Scorpio nicht überzeugen, das „ausreichend“ in dieser sicherheitsentscheidenden Kategorie schlägt somit auf das Gesamturteil durch. Bemerkenswert: Der Durchfaller Nexx versagte nicht nur bei den ADAC-Prüfpunkten, sondern auch mehrfach in der normierten Kinnschlagprüfung. Das für die Zulassung zuständige Kraftfahrtbundesamt wurde informiert.

Die getesteten Helme wiegen nur zwischen 1265 Gramm und 1527 Gramm, was vor allem am Karbon liegt. Wo es keinen Karbonhelm gab, griffen die Prüfer auf die leichteste Modellvariante zurück. Auch wenn die Herstellerangaben vom tatsächlich ermittelten Gewicht teilweise um bis zu 150 Gramm abweichen (mit Punktabzug bei der Genauigkeit der Angaben), schonen diese Helme Hals- und Nackenmuskulatur der Fahrer. Positiv: Fünf Modelle besitzen bereits neuartige „Notfallwangenpolster“, die eine Helmabnahme nach einem Unfall erheblich erleichtern.

Qualität muss nicht teuer sein: Der mit Abstand günstigste Helm MTR S-10 Carbon für 160 Euro schrammt nur knapp an einem „gut“ vorbei (zum Vergleich: Der Testsieger Shoei NXR ist erst ab 429 Euro zu haben).

Generell gilt: Vor dem Kauf sollte der neue Helm unbedingt anprobiert werden, idealerweise bei einer Probefahrt auf dem eigenen Motorrad. Erst dann lassen sich Passform, Fahrgeräusche und Gewicht beurteilen. (ampnet/jri)

Foto: Auto-Medienportal.Net/ADAC

 




 
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