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Morgengruß von Helmut Harff: Lokal feiern

… europäisch denken

Gestern stand bei der besten Frau der Welt und mir Europa im Mittelpunkt. Wir feierten im brandenburgischen Werder unweit der Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit den Mitgliedern des Freundeskreises Europa Berlin und der Europa-Union Polska auf Einladung der Europa-Union Brandenburg das, was uns gerade heute so sehr bewegt – Europa.

Ich als überzeugter Europäer finde, dass wir gerade heute nicht genug für ein gemeinsames Europa tun können. Für mich reicht Europa allerdings nicht nur bis zum Baltikum oder der polnischen Ostgrenze, sondern bis zum Ural. Wenn ich in der Schule richtig aufgepasst habe, dann endet eben erst an diesem Gebirge Europa. Doch bis es soweit ist, dass wir uns in ganz Europa einigen, in den wichtigsten Fragen weltweit mit einer Stimme sprechen, gilt es das, was wir unkorrekter Weise als Europa bezeichnen – also die EU – zu bewahren.

Das heißt aber nicht, dass die Europäische Union sich nicht verändern muss. Das war auch ein Thema bei den gestrigen Gesprächen in der Werderaner „Gelben Ente“ – einem schönen Restaurant an der Havel. Viele machen sich Sorgen um das gemeinsame Europa. Viele machen sich Sorgen darüber, dass die Flüchtlingsfrage schon lange alles überlagert, was mit dem gemeinsamen Europa zu tun hat. In vielen Gesprächen kamen Kanzlerin Merkel und ihr Minister Seehofer nicht gut weg. Beide, so war mehrfach zu hören, schaden Europa.

Und die Polinnen und Polen? Die beschämten uns erst einmal alle. Außer Dzień dobry – Guten Tag – kannte keiner von uns Deutschen auch nur ein Wort polnisch. Die Gäste sprachen zumindest alle so viel deutsch, dass man sich gut verständigen konnte. Noch eines war sehr auffällig: Mit meinen 63 Jahren gehörte ich zu der „jungen” Fraktion unter den Deutschen. Die Polen waren im Schnitt nicht einmal 40 Jahre alt. Da trafen zwei Generationen aufeinander. Ob das nun Zufall war, kann ich nicht sagen – befürchte allerdings nicht. Es ist nämlich – so die Aussagen der anwesenden brandenburger und berliner Europabefürworter – schwierig, junge Leute für ein Europaengagement zu begeistern. Wie die polnischen Gäste erzählten, ist das in unserem Nachbarland ganz anders. Dort setzen die jungen Menschen im Gegensatz zur Regierung viel mehr auf Europa.

Das ist vielleicht nur auf den ersten Blick merkwürdig. Doch sieht man mal genauer hin, sind die Menschen in Deutschland, die noch nicht zu den Rentnern gehören, mit Europa, mit der Reise- und Niederlassungsfreiheit groß geworden. Selbst die Menschen aus der DDR wurden mit der Deutschen Einheit sofort europäische Bürger und nutzten die neuen Freiheiten auch. Das war bei den Polen ganz anders. Die erfuhren nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa erst einmal, wie es ist, wenn man zwar ein europäisches Land ist, aber nicht zu Europa gehört. Erst Stück für Stück wurden sie in den Kreis der Menschen aufgenommen, die von den Segnungen – und auch von den weniger segnungsreichen Dingen – der Europäischen Gemeinschaft profitierten. Das scheint zu prägen.

Nun wäre es völlig unsinnig, uns erst einmal von Europa – gemeint ist das unter dem Schirm der EU vereinte – zu verabschieden, um zu begreifen, was wir eigentlich an einem gemeinsamen Europa haben. Wir sollten uns viel mehr dafür einsetzen, dass das gemeinsame Europa nicht verkommt, nicht vor die Hunde geht. Wir sollten, nein wir dürfen das gemeinsame Europa nicht wenigen überlassen. Wir müssen uns treffen, müssen sehr viel mehr von einander wissen, müssen uns gegenseitig viel besser verstehen und müssen so gemeinsam und an vielen Orten uns für ein gemeinsames Europa der Menschen einsetzen. Das hat nichts mit Gleichmacherei zu tun. Das hat aber was mit einer positiven Antwort auf den heutigen Zustand des eher weniger vereinten Europa zu tun.

So, nun freue ich mich auf mein sonnenüberstrahltes Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 01.07.2018

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