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16.07.2018

 

 

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Männer – Kunden zweiter Wahl

Bleibt nur das Internet?

(Helmut Harff / Chefredakteur) Männer gehen nicht gern shoppen, sind regelrechte Einkaufsmuffel - so eines der am meisten verbreiteten Klischees über uns Männer überhaupt. Ich behaupte, dass das zu den größten Unwahrheiten schlechthin gehört.

Ja, ich glaube, dass Männer in vielen Fällen anders als Frauen einkaufen. Doch das heißt eben gerade nicht, dass Männer nicht gern einkaufen. Richtiger muss es wohl heißen, gern einkaufen würden. Dass es diese Einschränkung gibt, liegt aber keineswegs an den Männern. Es liegt auch nicht an den Frauen. Es hat auch nichts damit zu tun, dass Männer eher das eine, Frauen etwas anderes kaufen gehen. Schuld an der Unlust der Männer, an deren Shopping-Zurückhaltung ist einzig und allein der Handel.

Der Handel behandelt Männer - wenn es hoch kommt - als Käufer zweiter Wahl. Bis auf wenige Ausnahmen, scheint sich der Handel überhaupt nicht für den Kunden Mann zu interessieren. Nimmt man mal die Geschäfte, in denen es nur oder zumindest sehr weitgehend nur Dinge für die Frau gibt und stellt die vergleichbaren Läden für Männer gegenüber, so dürfte das Verhältnis von 90:1 oder vielleicht noch schlechter sein. Geschäfte, die vor allem den Mann als alleinige Zielgruppe im Visier haben, sind in etwa so selten wie Raucherkneipen. Doch wenn es keine Männerangebote gibt, warum soll Mann dann einkaufen gehen?

Doch das wäre ja noch irgendwie zu verkraften. Noch schlimmer finde ich Kaufhäuser und große Modegeschäfte. Wer dort in der Erdgeschosszone nach Dingen sucht, die ein Mann braucht, der wird in den allermeisten Fällen nichts finden. Männer müssen sich im besten Fall in die oberen Etagen, im schlimmsten in nicht gerade optimal ausgeleuchtete Kellergeschosse nach entsprechenden Angeboten umsehen. Das steigert nicht gerade die Kauflust des Mannes - ganz im Gegenteil.

Was mich mindestens ebenso ärgert, ist der sehr unterschiedliche Umgang mit Männern und Frauen vor allem im gehobenen Handel. Selbst wenn Mann sich als Kunde präsentiert, wird die weibliche Begleitung hofiert, wird der gnädigen Frau, wird der jungen Frau - so ab 50 aufwärts betitelt - nicht nur ein Stuhl, sondern ein Kaffee oder ein Sekt (wahlweise Champagner) angeboten. Mir ist es noch nie passiert, dass man mir in einem Laden ein Bier oder ein Whisky anbot. Es gab maximal einen Kaffee. Wohlgemerkt, auch dann, wenn ich klar machte, dass ich etwas kaufen will, die Frau an meiner Seite nur den beratenden Part hat. Das ist auch so Usus in reinen Männerläden.

Wer nun meint, dass man als Mann im Baumarkt besser behandelt wird, der irrt genauso wie der, der meint, beim Kauf eines neuen Jaguar - ob im Autohaus oder beim Tierhändler - wäre das anderes, der irrt sich gewaltig. Wer es nicht glaubt, sollte mal die Probe aufs Exempel machen.

Was bleibt dem Mann? Mann kann sich von der Arroganz gegenüber dem Kunde Mann einfach unberührt zeigen. Er kann einfach alleine losziehen, was wenig Spaß macht. Er kann sich seinen besten Freund schnappen und sich über die Gesichter - die meist Bände sprechen - des Verkaufspersonals amüsieren. Toll ist auch, wenn Mann - was Frauen gern machen - sich seine Männerclique schnappt und mit vier oder fünf Kumpels loszieht, wenn sich einer eine neue Hose kaufen will. In der Zeit, in der die Truppe im Laden ist, kommt ziemlich sicher kein weiterer Kunde dazu. Die Rache des Mannes.

Was auch Spaß macht, ist dem Verkaufspersonal klar zumachen, dass Mann mehr Ahnung hat, als sie selber. Wenn man dann auch noch durchblicken lässt, dass man sonst in New York oder Paris einkauft und den dortigen Umgang mit dem Kunde Mann zu schätzen weiß. Das setzt aber zumindest ein gesundes Halbwissen voraus.

Ich habe aber auch schon den Laden mit den Worten verlassen: Hier will man mich nicht als Kunden, so wie man mit mir umgeht. Wenn man das macht, nach dem man schon zehn Teile probiert hat, könnte das beim Verkaufspersonal einen Lerneffekt auslösen.

Ändert sich der Umgang des Handels mit dem Kunden Mann nicht sehr schnell und nachhaltig, so wandert Mann endgültig dahin ab, wo das Geschlecht überhaupt keine Rolle spielt - ins Internet.

 


Veröffentlicht am: 09.07.2018

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