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16.08.2018

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Nur mal kurz die Welt retten

… mit dem Rad?

Gesten berichtete ich ja über einen Rad-Pressetermin. Dazu erreichten mich wieder einige Anrufe. Einige wollten von mir wissen, ob ich der Ansicht bin, dass der Radverkehr die Lösung für den urbanen Verkehr sei. Hier ein ganz klares nein. Aber: Das Rad ist ganz sicher eine sinnvolle Ergänzung, dessen Potential bisher nur in Ansätzen erkannt wird.

Und noch ein ganz dickes Aber: Wir dürfen beim Rad zwei Fehler auf keinen Fall machen. Der erste ist eben, dass wir auf keinen Fall das Rad als Allheilmittel für alle Verkehrsprobleme sehen. Und, wir dürfen nicht den Fehler wie beim Internet machen. Der Radverkehr, vor allem der im urbanen Raum darf weder kostenlos sein, noch in einem nahezu rechtsfreien Raum stattfinden. Soll der Radverkehr deutlich ausgebaut werden, so braucht es klare Regeln, die auch kompromisslos durchgesetzt werden. Es kann und darf nicht sein, dass – wie eine Studie zeigt – sehr viele Radfahrer die Verkehrsregeln nicht kennen und noch weniger sich daran halten. Verkehrserziehung muss im Kindergarten beginnen und niemand darf in den Grundschulklassen versetzt werden, wenn er in der Verkehrserziehung versagt. Auch die bereits dem Schulalter entwachsenen müßen die Schulbank drücken.

Ich halte es auch für unabdingbar, dass Fahrräder mit Nummernschildern versehen werden. Genauso wichtig ist angesichts der Zahlen von Unfällen, an denen Radfahrer nicht unschuldig sind, eine Pflichtversicherung. Hier muss der Gesetzgeber schnellstens handeln. Sonst haben wir hier sehr bald sehr große Probleme.

Doch wie gesagt, ist das Rad nicht die Eierlegendewollmilchsau, die Lobbyisten und ratlose und wiederwahlgeile Lokalpolitiker  darin sehen wollen. Sicherlich muss man auch an vielen anderen Stellschrauben drehen. Wieso kommt es vor, dass bei mir drei oder auch schon mal fünf Kurierdienste vorfahren? Kann da nicht einer kommen? Kann man diese Lieferleistungen nicht ausschreiben? Gleiches gilt für Pflegedienste. Ich sehe bei mir in der Straße immer die Autos der verschiedensten Pflegdienste. Das macht das System nicht nur uneffektiv sondern auch teuer.

Ja, ich rede hier der Regulierung, der Ausschreibung von Diensten das Wort. Es darf ja auch nicht jeder auf den Bahngleisen einfach mal so rumfahren. Warum denn auf der Straße? Weil wir Marktwirtschaft haben? Habe ich mich da verhört? Das was ich immer wieder an Regulierung erlebe, davon hätte nicht einmal die staatliche Plankommission der DDR zu träumen gewagt. Ein Beispiel? Warum verbietet man Vermietern ihre Wohnung an Urlauber zu vermieten? Weil es zu wenige Wohnungen gibt? Nein, weil man es 20 Jahre verschlafen hat, Wohnungsbau zu fördern, Warum verbietet man Dieselautos? Weil die die Luft verpesten? Nein, weil man Städte so verplant hat, dass ein Luftaustausch kaum noch möglich ist. Die Liste von unsinnigen Regulierungen kann ich bis zum Sanktnimmerleinstag fortsetzen.

Ich wollte eigentlich auch nur darauf hinweisen, dass es viele Möglichkeiten gibt, den Verkehr im urbanen Umfeld zu reduzieren. Das Rad ist sicherlich eine Möglichkeit, der gezielte Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ist auch eine. Doch beides wird nur eine begrenzte Wirkung haben. Wir müssen weiter denken, Politiker müssen auch unangenehme Wahrheiten denken und aussprechen.

Klar ist, so wie bisher geht es nicht weiter mit dem Verkehr, doch eine Millionen mehr Räder, darunter eine halbe Millionen Lastenräder auf Berlins Straßen – das ist keine Lösung, sondern der Weg raus aus dem Verkehr. Wieso? Dann stehen alle, die Autos, der Nahverkehr und die Räder. Es muss keinen anderen, es muss weniger Verkehr geben.

Doch für heute gilt bei mir: Aufs Rad und ab zum Bäcker.

Ich wünsche ihnen ein genussvolles Frühstück und viel Spaß auf dem Rad.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 21.07.2018

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