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Morgengruß von Helmut Harff: Attraktiver Job

… als Bestatter und Kammerjäger?

Vielleicht können Sie mir helfen, denn ich bin ziemlich ratlos. Ich höre immer wieder und vor allem von Politikern, dass man Jobs attraktiver machen müsse, dass die Wertschätzung für bestimmte Berufe gesteigert werden muss.

Dabei geht es fast immer um Berufe, deren Inhalt die Versorgung und Pflege von Mitmenschen, aber auch die Erziehung des Nachwuchses ist. Gemeint sind manchmal auch Soldaten.

Wenn ich so etwas, wie gestern nach dem BGH-Urteil zum Umgang mit Patienten in der Psychiatrie lese, werde ich nachdenklich. Was macht einen Beruf, was macht einen Job attraktiv? Warum erntet man mehrheitlich Anerkennung, wenn man sagt, dass man Feuerwehrmann, Friseur, Bäcker, Maurer oder Softwareentwickler ist? Wer dagegen zugeben muss, dass er eben Kindergärtner, Altenpfleger oder gar Bestatter oder Kammerjäger ist, kann weniger auf anerkennendes Kopfnicken hoffen. Was unterscheiden die genannten Berufe? Eigentlich gar nichts. Bei all den genannten Jobs kann man nur in den seltensten Fällen Reichtum erwerben und die Karrierechancen sind auch mehr als überschaubar.

Ist es die Tatsache, dass die einen etwas schaffen, was man sieht? Das kann es eigentlich auch nicht sein. Wird das Helfen als Beruf weniger anerkannt? Wieso wird dann der Feuerwehrmann zumeist gelobt, der Kindergärtner aber weniger? Wenn es doch so wäre, dann müsste der Krankenpfleger – gern auch Pfannenschieber genannt – doch ähnlich geachtet sein wie der Arzt. Beide haben nur geringe Karrierechancen, der eine kann Stationspfleger, der andere Stationsarzt werden.

Ist es vielleicht das Geld? Ein Friseur dürfte in der Regel weniger als ein Kammerjäger verdienen. Doch würde man nicht lieber seinen Partner als Friseur, denn als Rattenvernichter vorstellen? Wenn es das Geld wäre, wäre Politiker sicherlich kein unattraktiver Beruf, doch ist das so? Sicherlich, wenn man jemand mit dem Hinweis vorstellt, dass er als Kammerjäger 100 Mitarbeiter an 20 Standorten hat und 20 Millionen Euro Umsatz macht, steigt dessen Ansehen, doch wird der Beruf dadurch attraktiver? Ich glaube das nicht.

Doch ist es überhaupt nötig und möglich, einen Beruf – wie es die Politik gebetsmühlenhaft fordert – attraktiver zu machen? Attraktiv für wen oder was? Was würde sich für Menschen in Pflegeberufen ändern, wenn ihr Tun plötzlich als das tollste von allen angesehen würde, was ein Mensch tun könnte. Allen in diesem Jobs würde der Kamm schwellen? Das glaube ich nicht, zumindest nicht so lange, wie sich ihre Arbeitsbedingungen nicht ändern. Die Betroffenen brauchen nämlich nicht mehr Anerkennung, keine Steigerung der Attraktivität ihrer Jobs. Sie brauchen eine angemessene Bezahlung und Arbeitsbedingungen, die es ihnen erlauben, ohne Frust in den Feierabend zu gehen.

Ich bin mir sicher, dass die Politik viel mehr für all die Menschen tun kann, als mehr Attraktivität für ihre Jobs einzufordern. Sie muss den Menschen in den Pflegeberufen – und nicht nur denen – eine berufliche Perspektive für den Zeitpunkt zu bieten, an dem sie eben nicht mehr als Pfleger, Kindergärtner oder ähnliches arbeiten können. Doch das macht ja Arbeit und kostet möglicherweise Geld. Beides scheut die Politik. Mehr Attraktivität einzufordern ist dagegen wohlfeil.

Ich achte jeden, der einen guten Job macht – und das ohne Unterschied. Jetzt gilt mein Dank meinem Bäcker, zu dem ich jetzt aufbreche.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück – egal was sie beruflich auch machen.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 25.07.2018

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