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Aufgespießt: Viel Jugend, viel Geräusch

... und viel Applaus

(Helmut Harff / Chefredakteur) Berlin ist ohnehin einer der Hotspots nicht nur in Europa. Hier trifft sich die Jugend, um Party zu machen. Derzeit geben sich allerdings ganz besondere junge Männer und Frauen die Klinke im wortwörtlichen Sinne in die Hand. Sehr viele von ihnen haben mal größere, mal kleinere Koffer und Kisten in der Hand. Jeden Abend kleiden sie sich um. Schwarz ist angesagt.

Schwarz gewandete Jugend mit merkwürdigen Gepäckstücken - das ruft im Normalfall nicht nur in Berlin die Sicherheitskräfte auf den Plan. Doch in Berlin bleiben Polizei und Staatsschutz ziemlich gelassen angesichts dieser Gruppierungen, die Abend für Abend für ein lautes Spektakel sorgen. Dieses Spektakel wollen den ganzen August lang tausende Berliner und Touristen erleben. Die jungen Leute machen nicht einfach Krach, sondern sie machen Musik - und das auf höchstem Niveau. Sie sind Gäste des Young Euro Classic-Festivals und kommen aus aller Welt.

Die jungen Leute, die alle im Konzerthaus am Gendarmenmarkt gastieren und das Publikum begeistern, zeigen, dass die Jugend von heute mehr kann, als sich mit dem Smartphone oder dem Tablet zu beschäftigen und nur Party zu machen. Obwohl, ich bin mir sicher, dass alle diese jungen Leute ein Handy dabei haben, auf Facebook und Instergram zuhause sind und es auch verstehen, so richtig Party zu machen. Das ist ja auch alles andere als ein Widerspruch.

Mich begeistern seit Jahren die jungen Musiker. Ich beneide sie darum, nicht nur ein Instrument spielen zu können, sondern darum, wie toll sie das können. Ich gehöre nämlich zu denen, die eben kein Instrument beherrschen - nicht einmal in Grundzügen. Ich finde, jedes Kind sollte ein Instrument lernen, egal ob Klavier oder Geige, Orgel oder Triangel. Ich finde auch, dass Kinder und Jugendliche zumindest immer mal wieder ins Theater, ins Ballett und eben auch ins klassische Konzert gehen sollten. Ich finde, dass das einfach zur Allgemeinbildung gehört. Ein Abi ohne Ahnung von Theater, Ballett und klassischer Musik, ohne wenigstens einige klare Töne auf einem Instrument produzieren zu können - das dürfte es aus meiner Sicht gar nicht geben.

Sieht man sich noch mal die Musiker an, die bei Young Euro Classic ihren großen Auftritt haben, so kommen die längst nicht alle aus reichen Ländern und doch haben es die Eltern, die Lehrer und sicherlich noch einige andere Erwachsene geschafft, dass ihre Kinder sich auf sehr hohem Niveau mit Musik beschäftigen.

Und hierzulande? Musikunterricht an Schulen ist fast schon so exotisch wie Chinesisch-Unterricht. Die Kirchen fallen auch immer mehr als musikalische Ausbildungsstätte aus. Es fehlen schlicht die Kantore. Wohl dem, in dessen Nähe es noch so etwas wie Spielmannszüge und andere musikalische Gruppen gibt. Da haben die Kinder noch die Möglichkeit, ein Instrument zu lernen und regelmäßig zu spielen.

Ich finde es schon bedenklich, wenn einerseits die Europahymne aus der Feder eines deutschen Komponisten - Ludwig van Beethoven - stammt, andererseits es immer mehr musikalische Analphabeten gibt. Da ist es um so höher einzuschätzen, dass es ein Festival wie Young Euro Classic gibt. Das zeigt, was junge Leute in der Lage sind zu leisten. Es ist aber hoffentlich auch ein Anstoß für Eltern, Großeltern und Lehrern, Kinder an die Musik heranzuführen, sie zu animieren, ein Instrument zu lernen. Sie müssen ja nicht unbedingt klassische Musik machen, kennen sollten sie die aber auf jeden Fall.

Eines stimmt mich etwas optimistischer: Das Publikum von Young Euro Classic wird seit einigen Jahren wieder jünger, auch wenn Kinder immer noch sehr selten anzutreffen sind.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 06.08.2018

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