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Morgengruß von Helmut Harff: Sport ist Mord

... zumindest aber nicht immer gesund

Nein, ich habe nichts gegen Sport, bewege mich selber gern, bin Marathon gelaufen, wandere schon mal mehr als 30 Kilometer und fahre gern Rad – wenn es die Temperaturen zulassen. Ich sehe mir gern auch Sport im Fernsehen an. So auch die gerade laufenden Europameisterschaften in Schottland und Berlin.

Mich wundern bei der Berichterstattung zwei Dinge: Ich habe eigentlich nie das Wort Doping gehört. Dagegen ging es in gefühlt jedem Beitrag darum, dass die Athleten vor nicht allzu langer Zeit, manchmal auch direkt vor den Wettbewerben verletzt waren oder sogar sind. Der deutsche Sieger im Zehnkampf hatte sogar eine Verletzungspause von fünf(!!!) Jahren. Von einer einseitigen Gesichtslähmung und was weiß ich noch war die Rede. Ich habe den Eindruck, dass eine gerissenen Sehne oder ein gerissenes Kreuzband für Sportler in etwa so schlimm sind, wie ein abgebrochener Fingernagel für eine Promifrau.

Um so mehr ich von Sportverletzungen hörte, um so mehr fragte ich mich, warum das medial nicht thematisiert wird. Liegt es daran, dass es wirklich jeden Sportler irgendwann trifft? Liegt es daran, dass wahrscheinlich jeder deutsche Leistungssportler sich schon mal massiv verletzt hat? Wieso regt man sich über Doping auf, hält aber die Unmenge von Sportverletzungen – in Deutschland redet man von insgesamt rund 1,5 Millionen bei Breiten- und Profisportlern – für völlig normal? Ich halte das nicht für normal. Für mich ist das ein riesiges Alarmsignal. Wer redet angesichts dieser Zahlen noch davon, dass Sport gesund sei?

1,5 Millionen Sportunfälle – das ist eine wahnsinnige Zahl. Wie viele Sportler davon wirklich total genesen, also keine Folgeschäden mit durch das weitere Leben nehmen, möchte ich eigentlich gar nicht wissen. Doch man kann schon zu der Ansicht kommen, dass kein Sport treiben gesünder ist. Das stimmt allerdings nur dann, wenn man Sport treibt, um (für sich) Höchstleistungen zu erreichen. Wer das tut, wer ganz bewusst massive gesundheitliche Risiken in Kauf nimmt, tut für sich nichts Gutes. Dann ist Rauchen sicherlich nicht gefährlicher als sich sportlich zu schinden.

Ganz schlimm ist für mich, dass nicht nur Erwachsene mehr oder weniger Stolz über ihre Sportverletzungskarriere berichten, sondern eben auch Minderjährige. Was hat das mit dem Kindeswohl zu tun? Wer passt auf solche jugendlichen Sportler eigentlich auf? Hat da schon mal ein Jugendamt hingesehen?

Ich frage mich auch, was Arbeitgeber dazu sagen, dass ihre Sport treibenden Mitarbeiter nicht mal wegen einer Grippe oder „Rücken“ ausfallen, sondern monatelang wegen Sportverletzungen ganz oder teilweise ausfallen. Wie ist das, wenn jemand auf Grund einer Sportverletzung sehr lange nicht arbeiten kann? Bekommt der dann Rente?

Mir ging auch die Frage durch den Kopf, wer diese Verletzungen bezahlt. Ich habe gelesen, dass allein ein gerissenes Kreuzband 30.000 Euro kosten soll. Das ist ja eine „beliebte“ Sportverletzung. Die meisten dieser Kosten tragen wir alle, denn die Rechnungen werden von den Krankenkassen übernommen. Ich frage mich, warum ich, warum wir dafür zahlen sollen, dass jemand so exzessiv Sport treibt, dass das sein Körper einfach nicht aushält. Ist so betriebener Sport etwas, was die Solidargemeinschaft finanzieren muss?

Was würde mit uns, mit Deutschland passieren, wenn man hierzulande nur so Sport treiben würde, dass man ohne die irre Zahl von 1,5 Millionen Sportverletzungen pro Jahr auskommt? Ich frage mich, wo der Unterschied zwischen der Misshandlung des eigenen Körpers im Training und Wettbewerb und Doping liegt. Zumindest müssen die Doper ihren Wahnsinn selber zahlen.

Noch ist es draußen angenehm kühl, da werde ich vor dem Frühstück noch eine runde Joggen gehen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto:
Pixabay

 


Veröffentlicht am: 10.08.2018

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