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Morgengruß von Helmut Harff: Studienwahn

Die gibt es zu jedem Thema und von fast jedem

Es vergeht kein Tag, an dem mich nicht irgendeine Studie per Mail erreicht. Die eine sagt, dass Schweinefleisch ähnlich schlimm ist wie das Rauchen von 30 Zigaretten, eine andere kommt zu dem Schluss, dass Salz Teufelszeug ist, die andere zeigt auf, dass ohne Salz gar nichts geht. Eine Studie beweist, dass Alkohol in Maßen gesund ist, eine andere genau das Gegenteil.

Man findet einfach zu jedem Thema eine Studie. Es gibt sicherlich auch Studien zum Verkauf von Marienstatuetten im Irak oder dem Verkauf von Weihnachtsbäumen in Myanmar. Ganz sicher hat schon einmal jemand eine Studie erstellt, wie der Klimawandel sich auf den Abverkauf von Kühlschränken in Sibirien und Alaska im Gegensatz zu dem in der Sahara und der Wüste Gobi entwickelt.

Wenn ich solche Studien bekomme, lese ich die nur selten. Mal bin ich amüsiert darüber, zu welchen Themen man eine Studie erstellen kann, mal bin ich auch sauer. Wobei ich mich weniger über die Thematiken und die daraus gezogenen Schlüsse aufrege, als darüber, dass man in der Regel nichts oder nur sehr wenig darüber erfährt, wer, warum und vor allem in wessen Auftrag die Studie erstellt wurde. Ich kann mit so einer Studie eigentlich nur dann wirklich etwas anfangen, wenn ich den Finanzier oder zumindest den Arbeitgeber des Studienerstellers weis. Doch gerade das wird gern verschwiegen. Dabei bin ich mir sicher, dass die meisten Studien eher Lobbyarbeit, denn eine streng wissenschaftliche Arbeit sind.

Was mir auch gegen den Strich geht ist die Verallgemeinerung von Studien. Wenn man nun feststellt, dass Maori keinen Rosenkohl essen und insgesamt sehr zufrieden mit ihrem Leben sind, ist das das eine. Wenn jemand – was gern gemacht wird – nun daraus schlussfolgert, dass wir hierzulande glücklicher sind, wenn wir auf Rosenkohl verzichten, dann ist der Autor für mich nicht reif für die Insel, sondern reif für die Anstalt.

Viele Studien kommen aus den USA. Das ist erst einmal nicht schlimm, wenn man auch hier nicht sehr häufig dazu neigen würde, die Ergebnisse für alle zu verallgemeinern.

Schön sind in Studien auch die Angaben von Quellen. In Deutschland gelten Studien, die auf Angaben von gut 1.000 willkürlich ausgesuchten Menschen basieren, als seriös. Doch willkürlich ausgesucht, das ist in vielen Fällen Quatsch. So las ich gestern, dass nach einer Studie die Sehbeteiligung von ein- bis dreijährigen Kindern bei einer Sendung die um 23 Uhr begann bei irgendwas von über 1 Prozent lag. Wie? Drei Jahre und sieht um 23 Uhr fern? Noch besser sind Angaben wie „80 Prozent der RTL-Zuschauer (gern durch andere Medien ersetzbar) sind der Ansicht das…“. Häufig ist auch zu lesen, dass die Studienteilnehmer sich so und so geäußert hätten. Doch welche Frage wie, in welchem Kontext und in welcher Situation gestellt wurde, davon liest man selten.

Sicherlich, wenn man sich durch die ganze Studie quälen würde, bekäm man hier und da zumindest einige der bemängelten Angaben. Doch wer die in einer Presseaussendung „vergisst“, macht es sicherlich nicht ohne Hintergedanken.

Eigentlich könnte man die meisten Studien einfach dahin tun, wo sie hingehören – in den Papierkorb. Eigentlich, denn viele Studien verunsichern – was sie sicherlich auch sollen - und bedienen eben genau die Intentionen ihrer Auftraggeber. Sie beeinflussen das Leben vieler Menschen und nicht zuletzt auch die Politik. Das macht viele Studien gefährlich und jeder ist gut beraten, bei Studien genau hinzusehen und auch den gesunden Menschenverstand zu bemühen.

Meine neueste Studie besagt, dass bis 10 Uhr die meisten Deutschen schon gefrühstückt haben.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Noch ein Studienergebnis? Grillhaxe ist bei den meisten Bayern völlig unbeliebt. Kaum einer bestellt sich eine zum Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 14.08.2018

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