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Aufgespießt: Es lebe die Knolle

Leben wir mit oder auf ihr?



(Helmut Harff / Chefredakteur)
Es lebe die Kartoffel - nicht nur am 19. August, dem Tag der Kartoffel. Ich bin mir sicher, das kein Produkt der sogenannten Neuen Welt - vielleicht mit Ausnahme von Kautschuk - unser Leben in Europa (und nicht nur hier) so verändert hat, wie die Kartoffel. Es gab wohl auch bisher kein Lebensmittel, das so auf Druck der Obrigkeit seinen Siegeszug antrat, wie eben die Kartoffel. Darauf können wohl wir Preußen uns bis heute etwas einbilden.

Obwohl wir Deutschen als die Kartoffelesser schlechthin gelten, ernten die Chinesen mit 100 Millionen Tonnen etwa zehnmal mehr Knollen, als wir. Pro Kopf liegen wir dennoch vorn. Insgesamt werden übrigens rund 380 Millionen Tonnen Kartoffeln aus der Erde geholt. Man kennt etwa 7.500 Sorten.

Ohne Kartoffeln geht schon seit Jahrhunderten gar nichts mehr. Kartoffeln sind das Nahrungsmittel schlechthin. Es ist nahezu skandal- weil pflanzenschutzmittelrückstandsfrei. Kartoffeln verbrauchen für ihr Wachstum auch nur sehr wenig Wasser. Für ein Kilo Kartoffeln verbraucht man rund 135 Liter Wasser, für ein Kilo Reis etwa 2.500 Liter.

Fehlen die Kartoffeln, so ist der Zorn der Bevölkerung schnell auf dem Siedepunkt. Deshalb tun die Regierenden alles, um Kartoffel-Revolten zu verhindern. Das ist nicht immer gelungen. Ich selber habe es erlebt, dass es selbst bei der DDR-Armee zu gehöriger Aufruhr kam, als es keine essbaren Kartoffeln mehr gab. Das hielt nur zwei oder drei Tage an. Eine Welt ohne Kartoffeln, das kann man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen.

Wahrscheinlich hat jeder so seine Lieblingszubereitungsart. Ich liebe Kartoffelbrei, ich liebe aber auch Rösti oder Bratkartoffeln, von Kartoffelklößen ganz zu schweigen. Salzkartoffeln sind mir zu langweilig.

Doch wussten Sie, dass die Kartoffel auch eine Rolle im Friseurhandwerk spielt - zumindest bei denen, die auf Chemie verzichten. Selbst gemachtes Kartoffelwasser sorgt für mehr Glanz und schwächt sogar die Sichtbarkeit von grauen Haaren ab. Einfach Kartoffelschalen mit heißem Wasser begießen und nach 30 Minuten abgießen. Nach dem Waschen die Haare damit spülen und alle singen im Chor: Du hast die Haare schön!

Es gibt unter Umständen noch einen Grund, warum wir die Kartoffeln so lieben: Unsere Erde ist nämlich gar keine Kugel, sondern ähnelt in ihrer Form eher einer Kartoffel. Vielleicht leben wir also auf einer etwas zu groß geratenen Kartoffel?

Egal, ich liebe die Frucht, die aus der Erde kommt. Allein für die Kartoffel hat sich all der Aufwand mehr als gelohnt, die neue Welt zu entdecken. Alles Gold, selbst Tabak und Kaffee sind nicht so viel Wert, wie eben die Kartoffel.

Ein dreifaches Hurra, Hurra, Hurra auf die Kartoffel.

Foto:
Pixabay

 


Veröffentlicht am: 20.08.2018

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