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Morgengruß von Helmut Harff: Vergessene Männer

… zumindest bei der Rente

Mal heißt es in einem Lied, dass das Land neue Männer braucht, mal sind Männer Schweine, mal wird erläutert, wann der Mann ein Mann sei. Ich bin der Ansicht, dass zumindest in der Politik der Mann eigentlich keine Rolle oder die des Buh-Mannes spielt.

Wenn man mal etwas aus der Politik über die Männer hört, dann klauen sie den Frauen die Karriereleiter, dann verdienen sie mehr. Gern sind Männer auch die, die Frauen misshandeln oder Frauen sonstwie nicht wertschätzen.

Doch wie ist die Realität, beispielsweise bei der Rente? Gestern hat die Bundesregierung ihre neue Rentenpolitik beschlossen. Versuchen Sie mal in dem Papier das Wort Männer zu finden. Viel Spaß beim Suchen. Wie schon seit Jahren spielen Männer in der Politik und schon gar nicht in der Rentenpolitik eine Rolle. Das führt aus meiner Sicht zu einer Diskriminierung der Männer und die halten schlicht die Klappe, wehren sich überhaupt nicht.

Wie ich dazu komme? Nehmen wir die sogenannte Mütterrente, mit der ja die Kindererziehung bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden soll. Dazu schon mal eine Zahl:  98 Prozent aller Kindererziehungszeiten werden Frauen zugeordnet. Das hieße im Umkehrschluss, dass nur zwei Prozent der Männer ihre Kinder erziehen und dafür auch zeitweise Lohneinbußen hinnehmen. Völlig unbedacht bleibt dabei, dass Männer in der Zeit, in der sich allein die Frau um den Nachwuchs kümmert, die Familie allein finanziell über Wasser halten muss. Das geht sehr häufig nur mit Mehrarbeit und damit – wie man so schön sagt – über die Knochen.

Das ist sicherlich ein Grund dafür, dass Männer im Schnitt  rund acht Jahre früher als Frauen sterben, also auch acht Jahre weniger Rente als Frauen bekommen. Bei nur 1.000 Euro monatlicher Rente bekommen so Frauen im Schnitt 96.000 Euro mehr Rente als Männer.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Wenn die Frau verheiratet war und sich der Mann an die Statistik hält, dann bekommt die Frau auch noch die sogenannte Witwenrente. Die bekommt – so die Ehefrau vor dem Mann stirbt – allerdings auch der Mann. Hierzu noch eine Zahl: Nach der Statistik der Deutschen Rentenversicherung zum Rentenbestand am 31. Dezember 2016 erhielten rund 4,7 Millionen Frauen diese besondere Rente, aber nur rund 650.000 Männer.

Wer wird nun bei der Rente in diesem Land betrogen? Frauen zahlen – sie verdienen ja laut Statistik deutlich weniger als Männer und betreuen den Nachwuchs – deutlich weniger in die Rentenkasse ein, werden aber bei der Rentenzahlung  gegenüber den Männern massiv bevorteilt. Ich finde das – entschuldigen Sie den Begriff – eine riesige Sauerei. Ich finde, das hat nichts mit der im Grundgesetz garantierten Gleichstellung von Mann und Frau zu tun.

Ich frage mich aber auch, warum wir Männer uns das gefallen lassen? Sind wir zu feige, mehr Rentengerechtigkeit einzufordern? Sollen auch das die Frauen für uns erledigen?

Ich mache jetzt erst mal, was ich jeden morgen mit der besten Frau der Welt mache: Unsere Rente verfrühstücken.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 29.08.2018

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