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Aufgespießt: Mein ganz persönliches IFA-Fazit

... fällt durchwachsen aus

(Helmut Harff / Chefredakteur) Die IFA in Berlin hat ihre Pforten noch bis kommenden Mittwoch geöffnet. Unter dem Berliner Funkturm präsentieren insgesamt rund 1.800 Firmen unzählige Produkte rund um alles Elektrische und Elektronische für den Haushalt.

Das sind neben Fernsehgeräten, Computertechnik und unzähliges Zubehör von der Handyhülle bis zum Stecker, vor allem alles, was man an technischen Geräten in der Küche, dem Bad oder den Wirtschaftsraum findet.

Kein Wunder, dass ich nur ganz wenige dieser Aussteller wirklich besuchte. Ich habe ganze Hallen überhaupt nicht betreten, andere nur gestreift. Anders ist es auch gar nicht möglich - zumindest, wenn man nicht eine ganze Woche auf der ITB zubringen will.

Konnektivität, vernetzte Geräte und vernetzte ganz Häuser waren wie schon in den Vorjahren das Thema, das die Veranstalter, aber auch viele der besuchten Hersteller gern wie ein Banner vor sich her tragen. Ehrlich, ich weiß bis heute nicht, warum ich für meine Waschmaschine, für meinen Staubsauger, für andere Gerätschaften eine App brauche. Und, wenn ich nicht alle Geräte von einem Anbieter habe, brauche ich unzählige Apps, denn die Hersteller schaffen es einfach nicht, sich auf einen Standard zu einigen. Angesichts dieser Apps-Flut frage ich mich, was ich mache, wenn mein Handy mich verlassen hat.

Und sonst? Design war das Zauberwort schlechthin. Gäbe es keine Designer, keine kreativen Köpfe, die sich um die äußere Anmutung der Geräte Gedanken machen, würden viele Hersteller überhaupt nichts oder zumindest sehr wenig auszustellen haben. Wenn ich jedesmal, wenn jemand das Wort Design auf der ITB in den Mund nimmt einen Euro bekommen würde, könnte ich mich zur Ruhe setzen.

Das sagt schon, dass es in viel zu vielen Fällen nur um die Optik geht und man schon sehr genau hinsehen muss, wenn man wirkliche Neuerungen entdecken will. Allerdings lohnt der genaue Blick. Vorsicht ist für mich immer dann geboten, wenn Worte wie Weltneuheit fallen. Ein etwas sparsameres Gerät wie eine Waschmaschine, ein Geschirrspüler oder ähnliches ist für mich keine Weltneuheit. Das wäre zum Beispiel eine Waschmaschine, die Wäsche wirklich schrankfertig - heißt gebügelt und zusammengelegt - hinterlassen würde. Doch davon sind wir so weit entfernt wie von der Besiedlung des Mondes.

Was gibt es noch? Es gibt weniger für die Messebesucher, die Messeprofis gern als Beutelratten bezeichnen. Mit dieser Bezeichnung werden alle versehen, die über Messen streifen und alles einsammeln, was es umsonst gibt - von Gummibärchen über Luftballons bis hin zu Beuteln, in denen all das Ergatterte verstaut wird. Daher dann auch der Name. Übrigens verteilen die Unternehmen auch auf ihren Pressekonferenzen weniger Präsente unter uns Journalisten. Um hier richtig verstanden zu werden: Ich finde das einen guten Trend, denn so werden extra Müllberge vermieden.

Noch was? Ja, ich war bitter enttäuscht von dem was das Traditionsunternehmen WMF auf der IFA präsentierte. Das hatte nichts mehr mit dem ehemaligen Qualitätsversprechen des Unternehmens zu tun, für das WMF einstmals stand. Die Produkte, die Konkurrenzunternehmen an ihren Ständen in der gleichen Halle präsentierten, waren nahezu durchweg höherwertiger. Eine für mich sehr bedenkliche Entwicklung bei WMF.

Mein Fazit: Ein Besuch der IFA lohnt auch in diesem Jahr. Man sollte sich nur zuvor überlegen, welche Thematiken einen interessieren. Wer dann genauer hinsieht, der findet sicherlich einiges Überraschendes, auch hier und da wirkliche Neuheiten. Bei vielem denkt man zumindest erst einmal, wozu man das braucht. Ein Unternehmensvertreter am Stand eines Küchen-Kleingeräteherstellers brachte es auf den Punkt: Alles was Sie hier sehen, braucht man nicht. Es reicht ein Brett, ein Messer und ein Feuer. Stimmt, aber wer will damit allein leben. All den Rest findet man eben auf der IFA.

Foto: IFA

 


Veröffentlicht am: 03.09.2018

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