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Morgengruß von Helmut Harff: Ängste

… meine und die Vieler

Ich habe ja heute die R+V-Studie "Die Ängste der Deutschen 2018" vorgestellt. Die ergab, dass wir Deutschen  hauptsächlich vor den Politikern und ihr Treiben beziehungsweise ihr Nichtstun Angst haben.

Ganz oben auf der Liste der Angstmacher steht Donald Trump. Viele haben auch Angst vor Flüchtlingen und das Unvermögen von Politik und Verwaltung, genau mit diesem Menschen richtig umzugehen.

Wenn man so eine Meldung liest, dann fragt man sich, welches die eigenen Ängste sind. Ich bin da auf einer Wellenlänge, die mit Blick auf die Politiker und ihr Treiben Angst haben. Mir fiel dabei ein Satz eines Kollegen ein, der meinte, dass dieses Land nicht einmal mehr verwaltet wird. Kann man über das Treiben von Politikern, kann man über das Versagen der Politik noch vernichtender urteilen?

Mal ganz ehrlich, mir macht momentan noch weniger die AFD und ihre Sprachrohre Angst, als die Politiker aus schon länger existierenden Parteien. Wenn ein Seehofer sagen kann – und ich glaube, er meint was er sagt – dass die Mutter aller Probleme die Migration ist und kein Politiker aus Protest die große Koalition verlässt, dann bekomme ich Angst. Ich bekomme, vielmehr habe Angst, dass wir von Menschen regiert werden, die das einfach nicht können, die unsere Land, unsere Gesellschaft gegen die Wand fahren.

Doch nicht nur die Politik macht mir Angst. Da ist die Angst, krank und irgendwann ein Pflegefall zu werden. Auch damit liege ich im Trend. Der Gedanke, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können, ist wirklich angsteinflößend. Das hat gar nichts mit der mehr oder weniger guten Qualität von Pflegediensten zu tun. Selbst beste Pflege macht es nicht besser. Die Angst davor, dement oder sonstwie pflegebedürftig zu werden, wird selbst dann nicht kleiner, wenn ich wüsste, dass ich die beste Pflege der Welt bekommen würde.

Die Angst vor Krankheit und Siechtum hat auch etwas damit zu tun, dass ich auch Angst davor habe, dass mir irgendwann der Spaß am Leben abhanden kommt. Wobei ich auch immer wieder in meinem Leben erleben konnte, dass das Leben auch dann noch verdammt lebenswert ist, wenn man nicht mehr alles machen kann, wenn einen Krankheiten hier und da ausbremsen. Sicherlich teile ich mit fast allen Menschen die Angst, liebe Menschen zu verlieren.

Angst, das ist etwas, was einen lähmen kann. Angst kann einen beherrschen und irgendwann bekommt man schon Angst vor der Angst. Doch das ist der falsche Weg. Man darf sich nicht von seinen Ängsten beherrschen lassen. Das schreibt sich leicht – und ganz ehrlich – es ist auch gar nicht so schwierig. Ja, es gibt Dinge, die kann man kaum oder gar nicht beeinflussen. Was Blondi in den USA macht, daran kann ich genauso wenig ändern, wie am Treiben Putins. Was unsere Polit-Versager angeht, so habe ich schon deutlich mehr Einflussmöglichkeiten.

Wenn ich nun meine Angst sehe, ein Pflegefall zu werden, so kann ich hier noch deutlich mehr tun. Ich bin sicher, wenn ich das Leben genieße, aber auch Ärger nicht in mich hineinfresse, wenn für mich das Glas immer halb voll ist, wenn ich neugierig bleibe, wenn ich mir das gönne, was ich mir leisten kann und will, wenn ich nicht allzu ungesund lebe, dann hat die Angst keine Chance mein Leben zu bestimmen.

Ängste begleiten uns das Leben lang. Das wird sich nie ändern. Doch ich habe erlebt, dass man sich von ihnen nie beherrschen lassen darf. Dazu ist das Leben zu kurz und zu schön. Meine Ängste machen mir keine Angst. Das gestehe ich denen einfach nicht zu.

Wäre dem nicht so, wie sollte ich jetzt mein Frühstück genießen?

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 07.09.2018

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