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Aufgespießt: 13 Worte, die Geschichte machten

Erinnern Sie sich noch, was vor 29 Jahren geschah…

(Helmut Harff / Chefredakteur) Es gibt einige Sprüche von in- und ausländischen Politikern, die das Leben von uns Deutschen nachhaltig verändert haben.

Der schlimmste war wohl der von Adolf Hitler, der kurz nach seinem Machtantritt verkündete: "Nun, deutsches Volk, gib uns die Zeit von vier Jahren, und dann urteile und richte uns!" Leider hat ihm das deutsche Volk nicht beim Wort genommen - oder etwa doch. Das sollen die Historiker entscheiden.

Bei für uns wichtigen Sprüche erinnere ich mich an die Worte des (West-)Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter, der in seiner Rede am 9. September 1948 forderte: "Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, daß ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!" Immerhin hatte das zur Folge, dass die westlichen Alliierten ihre Hand über Westberlin hielten und ich als Ostberliner einen Sehnsuchtsort hatte, dessen Glanz allerdings schon weit vor dem Mauerfall Stück für Stück verblasste.

Mit der Mauer hat auch ein anderer Satz zu tun, ein Satz aus dem Mund Ronald Reagen, der nicht die Ostberliner Politiker sondern Michael Gorbatschow als Adressat hatte. Der ehemalige US-Präsident forderte am 12. Juni 1987: "Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!" Dem mächtigsten Mann der Sowjetunion seinerseits wird der Satz in den Mund gelegt: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Ob er das jemals so gesagt hat, ist historisch zumindest umstritten. In seinen Memoiren schreibt er, das Zitat sei in einem Vier-Augen-Gespräch mit Honecker gefallen: "Das Leben verlangt mutige Entscheidungen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben".

Und dann sind da eben noch die 13 Worte, die ein deutscher Politiker am 30. September 1989 vom Balkon des Palais Lobkowicz sprach. Zuhörer waren rund 5.000 Ostdeutsche, die in der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Zuflucht gesucht hatten und Millionen Menschen an den Fernsehern und Radiogeräten. Die Worte von BRD-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, deren Ende im Jubel der Menschen untergingen, waren: "Wir sind heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ...". Viele sind bis heute der wohl nicht falschen Ansicht, dass das ein ganz dicker Sargnagel am Ende der DDR war.

Ich hatte damals Tränen in den Augen und so oft ich den Satz heute höre bekomme ich noch immer eine Gänsehaut. Was ich an jenem 20. September 1989 nicht wusste, unter den 5.000 Menschen im Palais Lobkowicz war auch ein Stiefsohn von mir und dessen Freundin. Zwar glaubte ich ihn in der Masse zu erkennen, doch er trug wie alle eine Vokuhila-Frisur und Jeans-Klamotten. Wie wollte man da jemand wirklich erkennen, wenn selbst Genscher auf dem Botschaftsbalkon kaum auszumachen war.

Ich finde es schon interessant, dass einzelne Sätze, ob gewollt oder nicht, zum geschichtlichen Erbe werden, wenn sie nicht sogar die Geschichte beeinflussen. Es ist sicherlich interessant, welche Politikersprüche von heute überleben. Ist es Obamas "Yes We Can", Merkels deutsche Version "Wir schaffen das" oder Trumps "Amerika first"?

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 01.10.2018

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